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Digitaler Assistent führt geschickt um den Stau

Konzept für vernetzte Mobilität in der Region Stuttgart gewinnt Wettbewerb moveBW

Ein Konsortium aus sechs Unternehmen unter Führung der Robert Bosch GmbH hat den Wettbewerb moveBW des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur in Baden-Württemberg gewonnen. Mit ihrem umfassenden Konzept für vernetzte Mobilität in der Metropolregion Stuttgart für alle Verkehrsmittel haben die Unternehmen die Jury überzeugt.

„Wir benötigen dringend innovative, verkehrsübergreifende Ideen zur Vernetzung der einzelnen Verkehrsträger“, betonte Verkehrsminister Winfried Hermann bei der Bekanntgabe des Gewinnerkonsortiums am 25. April 2016 in Stuttgart. „Wenn die Informationen entsprechend einfach abzurufen sind, werden sie auch in Anspruch genommen.“ Dafür haben die sechs Unternehmen ein zukunftsorientiertes Angebot erarbeitet, das zum Beispiel Parkraummanagement und verkehrsübergreifende Navigation beinhaltet. Mit moveBW wird dieses Angebot nun in einem konkreten Projekt umgesetzt.

Im kommenden Sommer startet die vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur mit rund zwei Millionen Euro geförderte Umsetzung. „Durch die Vernetzung vielfältiger Mobilitätslösungen können wir dem Autofahrer attraktive Alternativen bieten“, erklärt Dr.-Ing. Markus Heyn, Mitglied der Bosch-Geschäftsführung. „Unser Mobilitätsassistent wird ihn dabei sicher zum Ziel begleiten und eine einheitliche Buchung und Abrechnung bieten. Das steigert die Akzeptanz und entlastet gleichzeitig die Ballungsräume.“

Per App den schnellsten Weg finden

Am Ende von moveBW soll ein Mobilitätsassistent für die Metropolregion Stuttgart zur Verfügung stehen, der mit Echtzeitdaten aus einer BigData-Plattform versorgt wird. Per App begleitet der Assistent Verkehrsteilnehmer in Echtzeit auf intermodalen Reisen durch Stuttgart und Umgebung. Verschiedene Transportmittel wie Busse, Autos oder geliehene E-Bikes werden hierbei berücksichtigt. Bei auftretenden Störungen oder Behinderungen – zum Beispiel bei Verspätungen im Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) oder bei Stau – schlägt die App gegebenenfalls bessere Alternativen vor. Dabei sollen die Nutzer nicht mehr für jedes Verkehrsmittel einzeln bezahlen, sondern am Monatsende eine einzige übersichtliche Mobilitätsrechnung erhalten, über die sie alle genutzten Mobilitätsangebote (inklusive Parken) abrechnen können. Mit dem Assistenten können Autofahrer auch Parkplätze der Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg buchen. MoveBW soll damit einen wesentlichen Beitrag zum Umstieg vom PKW auf den ÖPNV und damit zur Verbesserung der Verkehrslage in der Metropolregion Stuttgart leisten.

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Erster IT-basierter Mobilitätsservice

Um den Mobilitätsassistenten mit den richtigen Informationen zu versorgen, organisiert das Konsortium ein komplexes Management von verschiedenen Verkehrsdaten etwa zur Staulage, zu Ticketpreisen oder zu freien Parkplätzen. Außerdem bietet das System die Voraussetzungen und eine Schnittstelle zur Unterstützung der für die Verkehrssteuerung zuständigen Stellen. Beispielsweise können Routenempfehlungen in den Assistenten eingespeist werden, die zur effektiven Verkehrslenkung beitragen. Das Ergebnis von moveBW wird der erste IT-basierte Mobilitätsservice sein, der Verkehr im öffentlichen Interesse lenkt und gleichzeitig mit einem schlüssigen Buchungskonzept die verschiedenen Verkehrsmittel sowie Park-and-Ride-Plätze berücksichtigt.

Die Ergebnisse vergangener Projekte wie etwa Stuttgart Services, aus dem die Polygo-Karte hervorgegangen ist, werden in moveBW aufgegriffen und weiterentwickelt. Dabei stellt moveBW eine offene Plattform zum Verkehrsmanagement dar: Weitere Fachleute von Mobilitätsinformationen sollen sich künftig beteiligen und damit das Angebot und den verkehrslenkenden Effekt stetig verbessern.

Der Wettbewerb moveBW

Vor rund einem Jahr startete das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur den Wettbewerb zur Mobilitätsinformation und Verkehrssteuerung Baden-Württemberg. Zehn Konsortien aus Großunternehmen, kleinen und mittelständischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen reichten ihre Konzeptvorschläge ein. Ein Beirat aus Verkehrs-fachleuten der Landeshauptstadt Stuttgart und des Verbands Region Stuttgart sowie aus Wirtschaft und Wissenschaft wählte zusammen mit dem Ministerium vier besonders erfolgversprechende Konzepte aus. Diese Konsortien erarbeiteten daraufhin ausführliche Förderanträge, unter denen nun das Gewinnerprojekt ausgewählt wurde.

Beteiligte Unternehmen

Das Gewinnerprojekt wird von der Robert Bosch GmbH geleitet und zusammen mit namhaften Unternehmen im Bereich der urbanen Mobilität umgesetzt. Bosch erstellt dabei die zentrale Serviceplattform, die verkehrsträgerübergreifende Navigation sowie die Smartphone-App, über die der Mobilitätsassistent bedient wird. Die Unternehmensgruppe highQ aus Freiburg und Stuttgart bringt ihre Expertise aus den Bereichen e-Ticketing und dem Fahrgastmanagement ins Projekt ein. Mit der Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg ist ein Expertenteam für das Thema Park and Ride vertreten. Auch Unterstützung aus Nachbarländern ist gefragt: Die TraffiCon GmbH aus Salzburg ist im Projekt für die Routenplanung der Verkehrsteilnehmer verantwortlich und nutzt dabei verkehrsträgerübergreifende Echtzeitdaten. Die ebenfalls aus Österreich stammende PRISMA Solutions GmbH entwickelt eine IT-basierte Lösung, um das Verkehrsmanagement in der Metropolregion Stuttgart zu digitalisieren und besser aufeinander abzustimmen. Die MRK Management Consultants aus München entwerfen ein Betreiberkonzept für moveBW. Das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur fördert das Konsortium mit rund zwei Millionen Euro auf eineinhalb Jahre. Die beteiligten Unternehmen bringen fast die gleiche Summe an Eigenmitteln ein.

„Bedürfnisse der Bürger im Fokus“

„Ich freue mich, dass unser Konsortium zur Optimierung der urbanen Mobilität in Baden-Württemberg beitragen darf“, betonte Martin Mockert, Senior Projekt Manager bei der Robert Bosch GmbH im Bereich Mobility Services und Gesamtprojektleiter des Konsortiums. „Wir werden die Bedürfnisse der Bürger hinsichtlich Mobilität ebenso in den Fokus unserer Entwicklungen stellen wie die Bedürfnisse der Öffentlichen Hand. Dafür verfolgen wir ein ganzheitliches Konzept, das Verkehr in drei Dimensionen besser verteilt: Über Verkehrsträger, über Strecken und über die Zeit. In bestimmten Fällen gelingt es uns sogar Verkehr zu vermeiden, ohne Qualitätsverlust für die Bürger. Für Kommunen entwickeln wir ein Werkzeug, welches ihnen ermöglicht, ihre Verkehrsmanagementstrategien zu digitalisieren und für Navigationsdienste online verfügbar zu machen. Als Ergebnis werden sich die regionale Routenplanung und damit der Verkehrsfluss verbessern.“

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„Zeit sparen und die Umwelt schützen“

Christophe Fondrier, Geschäftsführender Gesellschafter der highQ Professional Services GmbH in Stuttgart, ergänzt: „Als mittelständische Unternehmensgruppe aus Baden-Württemberg mit Büro in Stuttgart sind wir tagtäglich mit der hiesigen Verkehrssituation konfrontiert. Dass wir als Partner im Projekt moveBW einen Beitrag dazu leisten, den Verkehr in der Region flüssiger zu machen, ist uns daher eine  Herzensangelegenheit. Mit unserer langjährigen Erfahrung als Softwareanbieter im ÖPNV entwickeln wir Lösungen, die den Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn vereinfachen. Zudem arbeiten wir mit unseren Partnern daran, die Bürger der Region über Anreize statt möglicher Verbote dazu zu bewegen, ihr Mobilitätsverhalten anzupassen, so dass sie selbst Zeit sparen sowie gleichzeitig die Auslastung des Straßennetzes optimiert und damit die Umweltbelastung reduziert wird. Und das bei gleichzeitiger Erhöhung der Lebensqualität.“

Hinweis: Weitere Informationen über das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg finden Sie auch auf unserer Internetseite unter dem folgenden Link.


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3. Juni 2016


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