Innenentwicklung in Gamburg

Neue Ortsmitte für Gamburg – Innenentwicklung als sensibles Einfügen in die vorgefundene Topografie und Siedlungsstruktur.

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Stark sein – von Innen heraus

Flächen gewinnen durch Innenentwicklung / Städte und Gemeinden sollen mit Flächen nachhaltig haushalten

Auch und gerade in Zeiten hoher baulicher Dynamik ist der effiziente Umgang mit Flächen notwendig – ein besonderer Fokus liegt daher im Sinne eines schonenden Umgangs mit der Ressource Bauland auf der Innenentwicklung von Kommunen.

Der anhaltende Zuzug erzeugt weiter einen hohen Bedarf nach Wohnraum. Prosperierende Unternehmen benötigen Möglichkeiten, sich räumlich zu erweitern oder neu anzusiedeln. Dies führt vielerorts zur Konkurrenz um die zur Verfügung stehenden Flächen. Andernorts führen der demografische Wandel und zersiedelte Landschaften zu Leerstand und verwaisten Ortsmitten. Einerseits ist es notwendig, ökologisch hochwertige Freiräume zu sichern und Gestaltungsspielräume für die nachfolgenden Generationen offen zu halten, andererseits ist es wichtig, den erfolgreichen Lebens- und Wirtschaftsraum Baden-Württemberg nachhaltig und innovativ weiterzuentwickeln. Der im Baugesetzbuch verankerte Grundsatz „innen vor außen“ steht für die Vereinbarkeit dieser Herausforderungen. Er steht für die Vermeidung von Baulandausweisungen dort, wo es Leerbestand gibt oder Brachflächen ungenutzt bleiben. Er soll Ökonomie und Ökologie verbinden, Städte und Gemeinden lebensfähig machen, die Vitalität ihrer Zentren aufrechterhalten und die Nahversorgung sichern.

 

Jeden Tag werden in Baden-Württemberg über fünf Hektar Boden versiegelt – der sogenannte Flächenverbrauch. Dies entspricht in etwa der Größe von acht Fußballfeldern. Nach wie vor ist der Flächenverbrauch hoch. Es ist wichtig, die bisher erreichten Erfolge für eine effiziente, nachhaltige Flächennutzung und die Stärkung der Innenentwicklung auszubauen. Die Netto-Null bei der Flächeninanspruchnahme bleibt das langfristige Ziel.

 

Was unter nachhaltiger und zukunftsfähiger Innenentwicklung zu verstehen ist, zeigen beispielhaft die Träger des Flächenrecyclingpreises Baden-Württemberg 2016. Die „Alte Weberei“ in Tübingen illustriert das gesamte Spektrum an Herausforderungen, die zu bewältigen sind, um aus einer Industriebrache ein kompaktes, durchmischtes und sozial integrierendes Stück Stadt entstehen zu lassen. Die „Neue Mitte“ in Gamburg im Main-Tauber-Kreis zeigt vorbildlich, wie in kleinen ländlichen Gemeinden brachgefallene Gebäude und Flächen sozial und städtebaulich identitätsstiftend neu entwickelt werden können. Der ehemalige Schulhof im historischen Dorfkern, als Platz neugestaltet, wurde durch den Bau eines Gemeinschaftshauses mitten in das Leben des Ortes befördert.

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Träger des Flächenrecyclingpreises Baden-Württemberg 2016: erfolgreiche Konversion der „Alten Weberei“ zu einem dichten Stück Stadt bei gleichzeitiger Bewahrung der Identität des Ortes in Tübingen und intelligentem Gewässer- und Hochwasserschutz

 

Mit dem Förderprogramm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ können jedes Jahr herausragende und modellhafte Projekte der Innenentwicklung unterstützt werden. Antragsberechtigt sind Städte, Gemeinden, Landkreise und Nachbarschaftsverbände. Das Programm fördert nicht-investive Konzepte und Planungen, die zum Beispiel vielfältige, durchmischte Wohnquartiere mit attraktiven Außenräumen, die Konversion von Industriebrachen, die Restrukturierung bestehender Gewerbeareale oder attraktive, vitale Ortskerne verfolgen. Seit diesem Jahr ist auch der Einsatz eines kommunalen Flächenmanagers zur Aktivierung von Innenentwicklungspotenzialen förderfähig, der die Kommunen bei der zeitnahen Mobilisierung innerörtlicher Flächen für den Wohnungsbau noch besser unterstützt. Das Land stellt zudem kostenlos das Flächenmanagement-Tool FLOO zur Verfügung, mit dem insbesondere kleinere Städte und Gemeinden ihre Innenentwicklungspotenziale erfassen, darstellen, bewerten und verwalten können. Die Landesregierung wird sich darüber hinaus auf Bundesebene bei der Reform der Grundsteuer dafür einsetzen, dass die Kommunen selbst Anreize zur Innenentwicklung setzen können.

 

Flächengewinnung durch Innenentwicklung, das Schließen offener Baulücken oder die Konversion einer innenstadtnahen Brachfläche beeinflussen die Zukunft der Gemeinden und Städte maßgeblich. Oft ist der Einzelfall entscheidend. Die Weichen richtig zu stellen, ist eine facettenreiche Aufgabe, die nur im Dialog aller Beteiligten gelingen kann. Innenentwicklung ist eine Herausforderung, zu der ich die Gemeinden und Städte ausdrücklich ermuntern und bestärken möchte.

 

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL

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Dr. Nicole HoffmeisterKraut MdL, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes BadenWürttemberg, ruft dazu auf, bereits bebaute Flächen zu sanieren und neu zu nutzen.

 


Logo Ministerium für Wirtschaft Arbeit und Wohnungsbau

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Web. wm.baden-wuerttemberg.de

3. September 2016


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