Dieses Wasser ist wohl 9000 Jahre alt

Das Ramboll Studio Dreiseitl und die Metallatelier GmbH gestalten das Inhalatorium Badenweiler neu

Bevor es im artesischen Brunnen der Schwarzwald-Gemeinde Badenweiler zu Tage tritt, hat das Heil- und Thermalwasser der Römerquelle vermutlich 9000 Jahre unter der Erde geruht. Obwohl der Ort vom Fremdenverkehr lebt, gab es in den letzten Jahrzehnten keine Präsentation dieses besonderen Lebenselixiers, das schon vor fast 2000 Jahren von den Römern entdeckt worden war. Wahrscheinlich hatten jedoch bereits die Kelten diese Quelle genutzt.

Das Heilwasser wird heute zur Therme und zu einigen Hotels geleitet. In den Jahren 2014 und 2015 wurden das Inhalatorium und seine Umgebung neu strukturiert. Nun können auch Passanten das fließende Wasser berühren, trinken und seine Geschichte verstehen.

Vorausgegangen war ein Architekturwettbewerb, den das „Ramboll Studio Dreiseitl“ gewann. Der prämierte Entwurf ermöglicht heute dank der umgebauten Fassade des Sockelgeschosses Einblicke in die unter dem Inhalatorium liegende Technik. Durch das Schaufenster ist unter anderem der Eingang des 35 Meter langen Stollens zu sehen, an dessen Ende die Römerquelle Tag für Tag rund eine Million Liter Thermalwasser schüttet. Wesentliches Element der Neugestaltung ist die großzügig angelegte Freitreppe mit integriertem Wasserlauf.

Dieses Sinnbild für die Römerquelle scheint unter dem Wassertempel hervorzusprudeln und lenkt die Aufmerksamkeit der Betrachter auf den Eingang des renovierten Gebäudes. Innen symbolisiert eine Quellschale aus Bronze den hohen Stellenwert des Thermalwassers für Badenweiler.

Im Zentrum von Badenweiler steht das renovierte Inhalatorium von 1912/13 im neobarocken Stil mit Wassertreppe und Trinkbrunnen aus Stein

Im Zentrum von Badenweiler steht das renovierte Inhalatorium von 1912/13 im neobarocken Stil mit Wassertreppe und Trinkbrunnen aus Stein.

Die aufwändig programmierte Choreografie des Wechsels bei Menge, Bewegung und Beleuchtung verschafft dem hier in Erscheinung tretenden Wasser durch die sanft anmutende Inszenierung innerhalb und außerhalb des Inhalatoriums eine besondere Bedeutung. Kunst aus Metall und hochwertige Technik, dezent verborgen, ist eine Spezialität der Metallatelier GmbH, welche der freischaffende Künstler David Fuchs leitet. Er setzt die Ideen aus Kunst, Architektur und Design in die Realität um und gilt als Bindeglied zwischen Kultur und Handwerk.  Quellschale und Trinkbrunnen im renovierten Inhalatorium wurden von David Fuchs und seinem Team in Absprache mit den Architekten des Ramboll Studio Dreiseitl geplant, gebaut und in Betrieb genommen.

Verschiedene Programme der Choreografie steuern den Wasserfluss von Wassertreppe, Quellschale und Trinkbrunnen. Die runde Quellform in der Raummitte zieht die Aufmerksamkeit der Besucher am stärksten auf sich. Jeder ihrer Programmteile besteht aus zahlreichen Abschnitten, die auch akustisch, durch Zusatz von Luft, abwechselnde Strömungsgeräusche bewirken. Dabei beleuchtet morgens und abends ein LED-Projektor die Wasseroberfläche von der Raumdecke aus und erzeugt, für die aufmerksamen Betrachter sichtbar, auf der Bronze der inneren Schale vielfältige Muster. Diese erscheinen, wie von Geisterhand gezeichnet, im Spiegelbild an der Decke sehr deutlich.

Im Innenraum des Inhalatoriums befinden sich seit 2016 eine Quellschale und ein Trinkbrunnen (hinten, an der Wand) aus Metall. Das Heilwasser der Römerquelle tritt langsam pulsierend, von oben effektvoll beleuchtet, zu Tage.

Im Innenraum des Inhalatoriums befinden sich seit 2016 eine Quellschale und ein Trinkbrunnen (hinten, an der Wand) aus Metall. Das Heilwasser der Römerquelle tritt langsam pulsierend, von oben effektvoll beleuchtet, zu Tage.


Ramboll Studio Dreiseitl Überlingen

Nussdorfer Strasse 9
88662 Überlingen

Tel. +49 (0)7551 / 9288-0
Tel. +49 (0)7551 / 9288-88
E-Mail. ueberlingen@dreiseitl.com
Web. www.dreiseitl.com/de

19. Mai 2017


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