Forstamt Villingen Schwenningen Waldtiere

Projekt BioWild

Auf der Suche nach dem Wald von morgen

Hirsche und Rehe haben als Leckermäulchen großen Einfluss auf die Verjüngung der Wälder. Besonders im Winter knabbern sie gerne an den Knospen der kleinen Waldbäume. Wildbiologen bezeichnen diese vierbeinigen Gourmets als "Konzentratselektierer". Besonders beliebt auf der Speisekarte sind die Weißtanne und Laubhölzer wie Eiche oder Bergahorn. Also genau jene Sorten, die einen zukünftigen Klimawandel wahrscheinlich am besten überstehen werden.

Die Landtagsabgeordnete Martina Braun erhielt diese und viele weitere interessante Informationen, als sie das Projekt „BioWild“ im Stadtwald von Villingen-Schwenningen und im Privatwald Fürstenberg persönlich besuchte. „Projekt BioWild“ steht für „Biodiversität und Schalenwildmanagement in Wirtschaftswäldern“ und wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert. Auf den Weg gebracht wurde das Projekt von der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW).

Wie mit der Raiserklinge gezogen verläuft die ehemalige Zaunlinie im Fürstenberg Weißwald bei Unterbränd: innerhalb des Zaunes wächst eine üppige Naturverjüngung aus Fichte, Kiefer und Laubhölzern heran, außerhalb wächst nur Gras. Franz Josef Risse (ANW_Projektbetreuer für Baden-Württemberg), MdL Martina Braun und Peter Niggemeyer (Fürstenberg Forst). In einem groß angelegten bundesweiten Forschungsprojekt soll der Einfluss des Schalenwildes auf die gesamte Vegetation untersucht werden.

Franz-Josef Risse ist Projektbetreuer in Baden-Württemberg. Er erklärte der Landtagsabgeordneten, dass gerade jene Bäume, die Rehe besonders lieben, wahrscheinlich auch mit einer Klimaveränderung besser zurechtkommen könnten. Trotzdem gibt es keine grundlegende Langzeitforschung. Die ANW hat deshalb zusammen mit den forstlichen Universitäten aus München, Göttingen und Dresden das Bundesamt für Naturschutz davon überzeugen können, dass man diese „eklatante Forschungslücke“ schließen muss.

In Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden BioWild-Projektregionen eingerichtet. Das wissenschaftliche Untersuchungsdesign umfasst bundesweit 250 „Weisergatter“, quadratisch eingezäunte Flächen, samt entsprechender Nullflächen. „So kann man das Verjüngungspotenzial von Waldstandorten mit und ohne Schalenwildeinfluss erheben.“

Nach Abschluss der ersten Projektphase im Jahr 2021 erwartet die ANW wegweisende Ergebnisse, welche Schalenwilddichten vertretbar sind, um die heutigen Wälder klimastabil umzubauen.

Dr. Tobias Kühn, Forstamtsleiter Stadt Villingen-Schwenningen, MdL Martina Braun, Peter Niggemeyer, stellvertretender Betriebsleiter Fürstenberg Forst


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23. Oktober 2017


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