Urnensteelen auf dem Friedhof Erbstetten in Burgstetten bei Waiblingen

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„Jeder Friedhof braucht ein gutes Konzept“

Hubert Schmitt, Vorsitzender der Gütegemeinschaft Friedhofsysteme, spricht über Herausforderungen und Lösungen

Die Gütegemeinschaft Friedhofsysteme, ein Verein mit Sitz in Berlin, ist nun schon seit fast zwei Jahrzehnten aktiv. KOMMUNALtopinform sprach mit dem Vorsitzenden der Gütegemeinschaft, Hubert Schmitt, über deren Ziele und neue Herausforderungen, die auf die Betreiber von Friedhöfen zukommen werden.

Wie hat sich ihr Tätigkeitsfeld seit der Gründung des Vereins verändert?

Hubert Schmitt: Nach wie vor sind die vier Zertifizierungen mit den RAL-Gütezeichen 502-1 Grabkammersysteme, 502-2 Friedhofsplaner, 502-3 Urnenbestattungssysteme und 505 Friedhofsanlagen unsere Uraufgaben.

Über diese Basisarbeit leisten wir inzwischen viel Beratungsarbeit. Wir unterstützen die Friedhofsträger, kommunal oder kirchlich, bei ihren Vorhaben auf den Friedhöfen. Wir geben Informationen aus einem Netzwerk an Friedhofskompetenz weiter.

 

Welche vorrangigen Zielgruppen sprechen Sie an?

In erster Linie sind es die Friedhofsträger. Gleichzeitig wollen wir die Planer mit ins Boot nehmen, sind sie doch richtigerweise die Ansprechpartner der Kommunen, wenn es um Veränderungen auf dem Friedhof geht. Dann sprechen wir auch die für die Friedhofsbelange zuständigen Behörden und Institutionen an. Und schließlich die Städte- und Gemeindetage sowie Kommunalberatungen, die zusammen mit den Kommunen die Investitionen beziehungsweise Veränderungen in die Friedhofs- und Friedhofgebührensatzungen einarbeiten müssen.

 

Warum ist der Tätigkeitsbereich Friedhof so facettenreich?

Weil in diesem Bereich sehr viele Beteiligte ineinander greifen müssen. Wir sind wöchentlich mehrfach auf Deutschlands Friedhöfen und in den Bauämtern unterwegs. Dabei stellen wir immer wieder fest, dass die Prozesskette oft von hinten begonnen wird. Zum Beispiel kommt es vor, dass Investitionen schon verabschiedet sind, ohne dass sich die Verantwortlichen richtig damit beschäftigt haben, ob die Investition in dieser Art und Größe bedarfsgerecht ist und ob man sie im Haushalt unterbringen kann.

Friedhofsgestaltung mit Brücke und Lebensfluss in Veitshöchheim bei Würzburg

Friedhofsgestaltung mit Brücke und Lebensfluss in Veitshöchheim bei Würzburg

Was ist ihrer Meinung nach am wichtigsten?

Ein individuelles Friedhofskonzept für jede Anlage. In diesem Konzept müssen die Basisdaten wie die Entwicklung der Sterbefälle, Belegungspläne, die jetzigen und zukünftigen Grabarten mit ihren jeweiligen Anteilen berücksichtigt werden. Das Flächenmanagement, die Organisationsform des Friedhofsbetriebs, die mitwirkenden Gewerke, und noch viele weitere Punkte sind zu überdenken. Zeitachsen und Budgets sind zu definieren, denn nicht alles geht auf einmal und sofort. Leider fehlt in vielen Fällen diese konzeptionelle Basisarbeit, die unter der Moderation eines Planers laufen sollte.

 

Was gibt es Neues im Friedhofsysteme-Bereich?

Wir werden uns im Urnenbestattungsbereich verstärkt mit den unterschiedlichen Materialien beschäftigen. Nicht alle Systeme und Materialien eignen sich überall, denkt man dabei nur an Out- und Indooranlagen. Zudem werden auch Urnenbestattungssysteme für die Erdbestattung immer wichtiger. In der Regel werden diese Bestattungsarten oder Grabarten miteinander kombiniert. Im Grabkammerbereich haben wir zusammen mit dem ZMD (Zentralrat der Muslime in Deutschland) ein Grabkammersystem für die muslimische Bestattung entwickelt und zertifizieren lassen, das vor kurzem erstmals auf einem kommunalen Friedhof eingebaut wurde. In manchen Kommunen gibt es schon Arbeitsgemeinschaften, die an Friedhofsflächen für muslimische Bestattungen arbeiten.

 

Die Gütegemeinschaft arbeitet auch aktiv im Arbeitskreis der Hochschule Geisenheim mit. Welche Veranstaltungen sind hier geplant?

Für die vergangenen drei erfolgreichen Tagungen „Zukunft Friedhöfe“ und auch schon für die nächste Tagung am 7. März 2018 in der Hochschule Geisenheim University konnten wir im Arbeitskreis zusammen mit anderen Verbänden unser Know-how einbringen. Außerdem werden zwischenzeitlich weitere Seminare „Grundlagen des Friedhofswesens“ auch für kommunale Vertreter angeboten. Die letzte fand vom 20. bis 21. September 2017 statt. Zudem haben wir auf der KOMMUNALE in Nürnberg im Oktober 2017 Beratungen durchgeführt.

Hubert Schmitt, Vorsitzender der Gütegemeinschaft Friedhofsysteme e.V., möchte sich zukünftig verstärkt mit unterschiedlichen Materialien beschäftigen.

 

Weitere Informationen zur Gütegemeinschaft Firedhofsysteme e.V. finden Sie in unserer Unternehmensdatenbank.


Kronenstraße 55-58
10117 Berlin

Tel. +49 30 203 14-121
Fax. +49 30 203 14-160
E-Mail. info@friedhofsysteme.de
Web. www.friedhofsysteme.de

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Gütegemeinschaft Friedhofsysteme e.V.

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30. November 2017


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