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Wir feiern Bayern #wirfeiernbayern

2018 ist im Freistaat ein doppeltes Jubiläumsjahr

Bayern feiert 2018 gleich zwei bedeutende Jubiläen. Unter dem Motto „Wir feiern Bayern“ sind alle eingeladen, sich an diesem geschichtsträchtigen Jahr aktiv zu beteiligen und sich mitzufreuen. Das Jahr 18 brachte dem Freistaat in zwei aufeinanderfolgenden Jahrhunderten große Veränderungen. 1818 erhielt Bayern erstmals eine Verfassung mit Grundrechten für alle Bürger, und 1918 wurde der Freistaat Bayern proklamiert, den wir heute kennen. 200 Jahre Verfassungsstaat und 100 Jahre Freistaat Bayern – wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Das Königreich Bayern, Napoleon und die Nachwirkungen

Am 26. Mai 1818 unterzeichnete König Maximilian I. die bayerische Verfassung. Sie galt als ausgesprochen fortschrittlich und war auf vielen Gebieten ihrer Zeit weit voraus. Allerdings behielt der König alle Rechte der Staatsgewalt. Dieser Teil war aus der ersten „Konstitution“ aus dem
Jahr 1808 übernommen worden und ausgesprochen wichtig. Denn bis 1806 herrschte in Bayern der Kurfürst. Dank Napoleon und Bayerns Begeisterung für Frankreich hatte sich Kurfürst Maximilian IV. zu König
Maximilian I. krönen lassen können. Die erste „Konstitution“ von 1808 besiegelte den historischen Aufstieg vom Kurfürstentum zum Königreich, und eine Ehe zwischen Maximilians Tochter und Napoleons Stiefsohn sorgte dann sogar noch
für enge verwandtschaftliche Bande.

Mit Napoleons Untergang kam die große Wende, denn ab 1815 wurde ganz Europa beim Wiener Kongress neu ein- und aufgeteilt. Bayern hatte viele Aspekte der französischen Revolution übernommen. In Bayern gab es nun die Schulpflicht, vereinheitlichte Maße, Gewichte und Münzen. Bayern hatte aber auch Napoleon bei seinem Russland-Feldzug 1812 unterstützt. Erst zehn Tage vor der Völkerschlacht bei Leipzig, also quasi in der letzten Minute, distanzierte sich Bayerns König in einem Geheimpapier von Napoleon. Als Fürst Metternich beim Wiener Kongress Bayern für seine frankophile Haltung mit einigen Gebietsverlusten abstrafte und später sogar von einer Bundes-Verfassung träumte, reagierte man in München 1818 mit einer eigenständigen und den neuen Umständen angepassten Verfassung. Die Stände-Versammlung – die Keimzelle des heutigen Landtags – wurde gegründet. Es kehrte Ruhe ein, und es begann eine Epoche, die später als „die gute alte Zeit“ in die Geschichte einging.

„Märchenschloss“ Neuschwanstein – mit über 1,5 Millionen Besuchern im Jahr weltweit bekannt – und das Schloss Hohenschwangau

1918 – Die unblutige Revolution

Der Erste Weltkrieg stellte schließlich wieder alles auf den Kopf. Einige Monarchien hatten ausgedient, Republiken wurden gegründet.

In Bayern verlief die Revolution zumindest anfangs erstaunlich unblutig. Am 7. November 1918 versammelten sich 60.000 Menschen auf der Theresienwiese und verfolgten die Kundgebung von Kurt Eisner und Kurt Auer. Auer forderte die sofortige Abdankung des deutschen Kaisers.

Auch der bayerische König Ludwig III. sollte zurücktreten. Der machte gerade wie jeden Tag seinen Spaziergang im Englischen Garten, als ihm ein freundlicher Münchner zurief: „Majestät, schauns, dass hoam kumma! Revolution is!“ Auf diese Art erfuhr der damals schon 73-jährige Herrscher, dass es gerade in seiner Hauptstadt brodelte.

Der König fuhr nach dem freundlichen Zuruf heim, merkte, dass ihn niemand mehr bewachte und das Dienstpersonal verschwunden war, packte seine Sachen und floh mit der Familie aus der Stadt ins Chiemgau. Dabei landete die Familie bei Rosenheim sogar kurz im Straßengraben. Währenddessen rief Eisner am 8. November im Landtag den „Freien Volksstaat Bayern“ aus und ließ dies auch in den Münchner Neuesten Nachrichten verkünden. Fünf Tage später, am 13. November, entband Ludwig III. alle Beamte ihres Eids.

In der Eile der Flucht hatte der König jedoch in München seine Unterwäsche vergessen. Weil die Münchner Revolutionäre zum Glück recht friedlich waren, ließ ihm Eisner die Wäsche ins Chiemgau nachsenden. Schließlich sollte auch ein Ex-König seine Wäsche wechseln können!

Ludwig III. pendelte bis zu seinem Lebensende 1920 zwischen Ungarn, Bayern und der Schweiz hin und her. 1921 wurde er gemeinsam mit seiner Frau mit allen Ehren und protokollarischen Zeremonien einer Monarchie in München beigesetzt.

 

Wir feiern Bayern

Da sich 2018 die historischen Daten wie Perlen auf einer Schnur aneinanderreihen, wird Bayern das ganze Jahr über feiern. Die Vorarbeiten dafür haben längst begonnen, und zahlreiche Institutionen und Vereine beteiligen sich. Der Bayerische Jugendring, der Musikrat, der Landessportverband, die Industrie- und Handelskammern und der Handwerkstag sind nur einige von ihnen.

Auch alle Ministerien beteiligen sich mit Sonderveranstaltungen oder Ausstellungen. Das Innenministerium zeigt alles zum Thema „Wohnen in Bayern“, das Justizministerium konzentriert sich auf das spannende Thema „Justizkrimis aus 100 Jahren bayerische Geschichte“. Das Kultusministerium organisiert Schülerwettbewerbe, das Umweltministerium den Online-Wettbewerb „100 Naturschönheiten“. Man wird im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums besondere Genuss-Orte und Urlaubsbetriebe vorstellen, und im Auftrag des Sozialministeriums sogar in den Kindergärten feiern.

Zudem setzt die Bayerische Staatskanzlei mit eigenen Jubiläumsveranstaltungen zusammen mit starken Partnern über das gesamte Jahr hinweg Akzente in allen Regierungsbezirken.

Die Auftaktveranstaltung fand am 8. November 2017 in Bamberg statt, die Schlussveranstaltung wird genau ein Jahr später in München begangen.

Da das Jahr voller wichtiger Termine, Mitmach-Aktionen und Veranstaltungsorte ist, empfiehlt sich ein regelmäßiger Blick auf www.wir-feiern.bayern. Auch der Blick in die sozialen Netzwerke lohnt sich. Unter dem Hashtag #wirfeiernbayern kann übrigens jeder, der sich mit und für Bayern freut, auf Instagram mit seinen eigenen Fotos mitmachen!

Ingrid Raagaard

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Bayerische Staatsregierung

Franz-Josef-Strauß-Ring 1
80539 München

Tel. +49 (0)89 / 2165-0
Web. www.bayern.de/Staatsregierung
Web. www.wir-feiern.bayern

12. Januar 2018


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