Wie aus Altöl oder Plastikabfall neue Energie wird – BIOFABRIK Technologies verwandelt Problemstoffe mittels Pyrolyse in nutzbaren Kraftstoff

„Zurück in die Zukunft“ lässt grüßen

Wie aus Altöl oder Plastikabfall neue Energie wird – BIOFABRIK Technologies verwandelt Problemstoffe mittels Pyrolyse in nutzbaren Kraftstoff

Ein einziger Liter Altöl verseucht laut American Petroleum Institute bis zu eine Million Liter Trinkwasser. Das entspricht einem Wasserwürfel mit zehn Metern Kantenlänge. Weltweit fallen pro Jahr etwa 25 Millionen Tonnen Altöl an, bis zu 95 Prozent davon werden verbrannt, deponiert oder landen in der Natur. Könnte man die Energie des jährlich anfallenden Altöls nutzen – ganz ähnlich wie den Abfall für den Antrieb des DeLorean in der Film-Trilogie „Zurück in die Zukunft“ vor 30 Jahren –, ließen sich die 85 energetisch schwächsten Länder der Welt dauerhaft, stabil und preiswert mit Energie versorgen. Das Start-up-Unternehmen BIOFABRIK Technologies aus Dresden bietet nun eine dezentrale Lösung an, die genau dieses Problem zu lösen verspricht.

Altöl ist weltweit ein Abfallprodukt, das in enormen Mengen anfällt und meist nicht wiederverwertet, sondern in den meisten Ländern bestenfalls umweltgerecht entsorgt – sprich: verbrannt – wird. Weltweit entstehen pro Jahr geschätzt 25 Millionen Tonnen Altöl. Das entspricht einer Kette von einer Million aneinander gereihter Sattelzüge mit einer Länge von 23.000 Kilometern – einer Strecke, die länger ist als die Distanz vom Nord- zum Südpol.

Gleichzeitig beziffert das American Petroleum Institute die Menge Wasser, die durch einen einzigen Liter Altöl verseucht wird, auf eine Million Liter. Würde man also unterstellen, dass zwei Drittel des weltweit anfallenden Altöls ordnungsgemäß entsorgt würden und nur ein Drittel in die Natur und den Wasserkreislauf gelangen – eine mehr als optimistische Schätzung – würden immer noch zirka acht Milliarden Tonnen Wasser pro Jahr dauerhaft kontaminiert. Das entspricht in etwa der Menge Trinkwasser, welche die Weltbevölkerung pro Jahr verbraucht.

Neuer Weg für altes Öl

Während in Industrienationen wie Deutschland strenge Richtlinien für die Entsorgung dieser Gefahrstoffe existieren, stellen sie im weitaus größten Teil der Welt ein bislang ungelöstes Problem dar. Auf den Philippinen fallen jährlich 240 Millionen Liter Altöl an, wovon zwar ein Großteil verbrannt wird, aber oft wird Altöl dort illegal ins Erdreich oder in Gewässer gekippt und landet so im Grundwasser, in Flüssen und im Meer, was ganze Ökosysteme zerstört und schließlich auch in der Nahrungskette des Menschen landet. Ohne zu dramatisieren, lässt sich das Beispiel der Philippinen wohl auf die meisten Entwicklungs- und Schwellenländer weltweit übertragen. Auch in Deutschland entstehen im Jahr etwa 500.000 Tonnen Altöl sowie ein Vielfaches an verschmutzten Kraftstoffen, Schmierstoffen und Ölindustrieabfällen, die bisher meist verbrannt werden.

Dabei wäre Altöl ein wertvoller Rohstoff, wenn sich die in ihm enthaltene Energie erneut nutzen ließe. In jedem Liter Altöl, verschmutztem Diesel oder Heizöl stecken mehr als 90 Prozent wiederverwertbarer Kraftstoff. Mit der globalen Menge an Altöl pro Jahr könnten die 85 energieärmsten Länder weltweit dauerhaft stabil und preiswert mit Energie versorgt werden, was unmittelbar positive Auswirkungen auf deren Industrie und somit den Wohlstand der Bevölkerung hätte.

 

Der Standort Hoyerswerda wird aus der etwa 70 Kilometer entfernten Lausitz mit Heizöl- und Dieselabfällen beliefert. Mit dem mit der WASTX-Oil-Anlage produzierten DIN-Diesel beliefert Biofabrik Technologies die benachbarte Spedition Bresan.

Der Standort Hoyerswerda wird aus der etwa 70 Kilometer entfernten Lausitz mit Heizöl- und Dieselabfällen beliefert. Mit dem mit der WASTX-Oil-Anlage produzierten DIN-Diesel beliefert Biofabrik Technologies die benachbarte Spedition Bresan.

Wertstoff für Industrie und Kommunen

Mit der WASTX-Flash-Technologie hat die Biofabrik nun eine Lösung für die Verarbeitung von flüssigen ölhaltigen Reststoffen wie Altöl, verschmutzen Diesel, Heizöl oder Schifffahrtsölen entwickelt, womit sich nicht nur eines der größten Umweltprobleme nachhaltig lösen ließe, sondern sich auch Einkommensquellen für viele Menschen erschließen lassen. Aus einem lästigen Abfallprodukt wird so ein Wertstoff für Industrie und Kommunen. Eine WASTX Oil-Anlage in der Größe eines großen Kleiderschranks kann bis zu 1.000 Liter Ölabfälle pro Tag verarbeiten. In einem einzigartigen Verfahren werden verschmutzte Kraftstoffe automatisch aufgereinigt, kondensiert und somit innerhalb weniger Minuten wieder in nutzbaren Kraftstoff verwandelt. Dabei werden Standardverfahren der Rohölraffination mit vollkommen neuen Destillations- und so genannten Cold-Cracking-Technologien kombiniert. Im Ergebnis entsteht die erste dezentrale und energieautarke Kompaktraffinerie für ölhaltige Abfälle – schlüsselfertig einsatzfähig an jedem Ort der Welt.

 

Klimaneutrale Energie entsteht

Für die Umwandlung des Altöls in Kraftstoff benötigt die WASTX Oil nur einen Bruchteil des entstehenden Kraftstoffs selbst. Dadurch wird der Betrieb mit einem Wirkungsgrad von mehr als 75 Prozent hochrentabel und skalierbar. Bei höherem Bedarf können die Anlagen einfach parallel geschaltet werden. Bei der Produktion entsteht Basiskraftstoff, der in herkömmlichen Verbrennungsmotoren und Generatoren verwendet werden kann. Die abgetrennten Reststoffe (zirka zehn Prozent) können herkömmlich entsorgt werden. Die kompakte Bauweise und ein attraktiver Preis ermöglichen den Einsatz der Anlagen an jedem beliebigen Standort – ob Dorf, Entsorger oder Hochseeschiff.

“Mit der WASTX Oil können wir weltweit die erste dezentrale, vollautomatische Komplettlösung zur nachhaltigen Verwertung ölhaltiger Abfälle liefern”, erklärt Oliver Riedel, Gründer und Geschäftsführer der BIOFABRIK Firmengruppe. “Besonders Länder, in denen auf der einen Seite Energie gar nicht oder nur sporadisch und zu hohen Preisen verfügbar ist, die aber auf der anderen Seite große Probleme mit der Entsorgung ihres Altöls haben, profitieren von unserer Technologie. Aus einem Problemstoff wird ein Wertstoff, der den Menschen Einkommen und damit einen höheren Lebensstandard sichert. Dabei reicht die Energie einer Tagesproduktion der WASTX Oil aus für die vollständige Versorgung von 1.000 Menschen rund um die Uhr mit sicherer und klimaneutraler Energie aus einem bisherigen Problemstoff.”

 

Die WASTX-Oil-Anlage von Biofabrik Technologies im zentralchinesischen Wuhan wird im dortigen Technologiezentrum als Vorführanlage genutzt. Bei höherem Bedarf können mehrere Anlagen einfach parallel geschaltet werden.

Die WASTX-Oil-Anlage von Biofabrik Technologies im zentralchinesischen Wuhan wird im dortigen Technologiezentrum als Vorführanlage genutzt. Bei höherem Bedarf können mehrere Anlagen einfach parallel geschaltet werden.

Info zum Unternehmen:  BIOFABRIK Technologies GmbH

Die BIOFABRIK Technologies GmbH Firmengruppe mit Sitz in Dresden entwickelt und vermarktet innovative Technologien und disruptive Lösungsansätze zur nachhaltigen Bewältigung von Energie-, Ernährungs- und Abfallproblemen weltweit. Dabei will BIOFABRIK den zerstörerischen Abbau fossiler Rohstoffe verringern und setzt auf die Entwicklung profitabler und dabei möglichst klimaneutraler Geschäftsmodelle.

Der Geschäftsbereich White Refinery entwickelt die WASTX-Technologie, mit deren Hilfe Plastik- und ölhaltige Abfallstoffe vollautomatisiert einer sinnvollen stofflichen und energetischen Verwertung zugeführt werden können. Die chemischen Verbindungen der Problemstoffe werden in der dezentralen Kompaktpyrolyseanlage aufgelöst und wieder zurück in ihre flüssige Form überführt – es bleibt ein dieselähnlicher Energieträger. Aus einem Kilo Plastik wird mit der Technologie zirka ein Liter Kraftstoff und somit bis zu zehn Kilowattstunden Energie. Mit der WASTX-Technologie existiert somit erstmals ein umfassendes System zur ganzheitlichen und nachhaltigen Aufbereitung sowie der dezentralen Energie- und Wärmeversorgung aus Kraftstoff, gewonnen aus Plastikabfällen oder  Altöl. Die WASTX-Kompaktpyrolyse-Anlagen können direkt dort betrieben werden, wo der Müll anfällt – in Industrieanlagen, Häfen und Gemeinden überall auf der Welt.

Oliver Riedel, Gründer und CEO der Unternehmensgruppe BIOFABRIK Technologies GmbH, wurde für den diesjährigen Preis „Sachsens Unternehmer des Jahres“ nominiert. Dieser wichtigste Wirtschaftspreis Sachsens wird jährlich verliehen.

 

Weitere Informationen unter:

https://biofabrik.com/wp-content/uploads/2018/09/BIOFABRIK-Auf-einen-Blick.pdf


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Tel. +49 351 / 31 62 8888
Fax. +49 351 / 79 79 007
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Web. www.biofabrik.com

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22. Januar 2019


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