Der Oberbürgermeister Diriba Kuma der Leipziger Partnerstadt Addis Abeba tauft eine Straßenbahn auf den Namen „Leipzig“.

Der Oberbürgermeister Diriba Kuma der Leipziger Partnerstadt Addis Abeba tauft eine Straßenbahn auf den Namen „Leipzig“.

Zwei Partnerstädte bauen Brücken für die Inklusion

Leipzig und die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba setzen gemeinsam die Behindertenrechtskonvention um

Leipzigs Kontakte nach Ostafrika haben Tradition: 4.000 äthiopische Studierende lernten hier in den 80er Jahren Deutsch. Die Mauer fiel, Leipzigs Freundschaft mit Ostafrika blieb. Mit Hilfe des „Vereins Städtepartnerschaft Leipzig-Addis Abeba e.V.“ gelang es, den Stadtrat vom Wert einer dauerhaften Städtepartnerschaft zu überzeugen. Der Austausch hat sich seitdem auf vielen Ebenen entwickelt.

Die Universitäten beider Städte sind schon seit 1984 offiziell verbunden. Das Institut für Förderpädagogik pflegt einen aktiven Austausch. Leipzig und Addis Abeba wollen nun gemeinsam Strategien zur kommunalen Umsetzung der VN-Behindertenrechtskonvention erarbeiten. Das hat ihrer Partnerschaft eine neue Dimension verliehen und hilft der Stadt Leipzig, die sich mit Inklusion befasst und gerade einen Teilhabeplan erarbeitet hat.

Die Schulbehörden in Addis Abeba haben aus der Not eine Tugend gemacht. Aus Mangel an Möglichkeiten werden hier behinderte und nicht behinderte Kinder zusammen unterrichtet. „Äthiopien ist uns zum Teil mit guten Ansätzen voraus.“, sagt Katja Roloff aus dem Referat Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig, „Daher hatten wir das Projekt mit Addis Abeba von vornherein so angelegt, dass auch wir etwas lernen können. Als wir in Äthiopien waren, ist uns aufgefallen, dass behinderte und nicht behinderte Kinder zusammen unterrichtet werden. Es hat uns stark beeindruckt, wie gut das funktioniert. Solche neuen Sichtweisen und praktischen Erfahrungen aus Äthiopien helfen uns enorm.“

Die Schulen in beiden Städten tauschen sich schon seit langem aus. Konkret wurde die Idee für gemeinsame Entwicklungsprojekte auf kommunaler Ebene, als der Städtepartnerschaftsverein zusammen mit dem Leipziger Oberbürgermeister nach Addis Abeba reiste. Als Gastgeschenk brachten sie Atlanten in Blindenschrift mit.

Auch jenseits des Inklusionsthemas herrscht reger Austausch. Stadt- und Verkehrsplanung, Zoo, Rettungswesen und Katastrophenschutz sowie Förderung kleinerer und mittlerer Unternehmen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze sind wichtige Themen für beide Städte. Leipzig hat dazu die Möglichkeit genutzt, eine „Fachkraft für kommunale Partnerschaften weltweit“ nach Addis Abeba zu entsenden, die unter anderem den Wirtschaftsaustausch mit den Märkten in Ostafrika stärkt. Oberbürgermeister Burkhard Jung sieht eine Kooperationsbasis mit Zukunft: „Es ist richtig, Projekte der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Afrika in immer stärkerem Maße auch auf lokaler Ebene anzusiedeln. Es kommt dabei zu Kontakten und zu konkreten Projekten, die nachwirken und dabei helfen, unsere Städte menschlicher, vielfältiger und gerechter zu machen.“

Unterstützt wird dies von Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW). Die Servicestelle ist das Kompetenzzentrum für kommunale Entwicklungspolitik in Deutschland. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt sie kommunale Verwaltungen, Politik und Zivilgesellschaft in Städten und Gemeinden sowie kommunale Unternehmen bei ihrem Engagement rund um Entwicklungspolitik. Dabei ist es einerlei ob die Kommunen groß, mittel oder klein sind, solange sie wie Leipzig über den Tellerrand in die Eine Welt hinausblicken und aktiv werden wollen. Förderungsmöglichkeiten für dauerhafte kommunale Partnerschaften sowie kurzzeitige Projektpartnerschaften mit dem Globalen Süden (dazu zählen auch Südosteuropa und Nahost) umfassen beispielsweise Partnerschaftsreisen, Expertenentsendungen und Vernetzungstreffen, um fachlichen Austausch anzukurbeln – mit den Partnerkommunen im Globalen Süden, aber auch mit anderen Städten und Gemeinden aus Deutschland, die sich in der kommunalen Entwicklungspolitik engagieren.

Deutsche Kommunen, die sich für Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern interessieren, müssen nicht unbedingt eine formelle Städtepartnerschaft eingehen. Viele der inzwischen über 750 aktiven deutschen Kommunen arbeiten mit ihren Partnerkommunen projektbezogen zusammen. Im Zentrum steht immer der kollegiale Fachaustausch.

Neben Projekt- und Städtepartnerschaften unterstützt die Servicestelle auch das Erstellen von Leitbildern auf dem Weg zur Global Nachhaltigen Kommune oder Vorhaben zu Migration und Entwicklung, um die Zusammenarbeit von Kommunen mit Migrantenorganisationen zu stärken.

Die Servicestelle ist auch Lotse auf dem Weg zu fairer und nachhaltiger kommunaler Beschaffung. Beim „Wettbewerb Hauptstadt des Fairen Handels“, der 2019 zum neunten Mal durchgeführt wird, winken attraktive Preise und Auszeichnungen. Auch die Einrichtung von Personalstellen in der deutschen Kommune zur Koordination des entwicklungspolitischen Engagements kann gefördert werden.

 

Das Gastgeschenk aus Leipzig – ein Atlas in Brailleschrift für Blinde und Sehbehinderte – kommt bei den Schülern gut an.

Das Gastgeschenk aus Leipzig – ein Atlas in Brailleschrift für Blinde und Sehbehinderte – kommt bei den Schülern gut an.

 

Machen Sie mit Engagement Global die ersten Schritte!

Kommunen, die sich ihrer globalen Verantwortung stellen, sind Vorbild für ihre Bürger. Mit nachhaltigen Projekten bereichern sie die Menschen lokal um das Wissen der Einen Welt.

Fachliche und finanzielle Unterstützung bei der Umsetzung gibt die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt.

Beratung unter: www.kommunal-global-engagiert.de

Telefonisch über Tel.:  +49 228 20 717-670

 

 

Weitere aktuelle Informationen im Serviceportal:

inklusive Datenbanken, Leitfäden, Studien, Newsletter und Online-Finanzierungsratgeber unter:  www.service-eine-welt.de


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