Insektenhotels werden nur dann besiedelt, wenn die Nistmöglichkeiten artgerecht angelegt wurden und es genügend Nahrung – sprich, ganzjährig blühende und selten gemähte Wild-/Blumenwiesen – in unmittelbarer Nähe gibt.

Insektenhotels werden nur dann besiedelt, wenn die Nistmöglichkeiten artgerecht angelegt wurden und es genügend Nahrung – sprich, ganzjährig blühende und selten gemähte Wild-/Blumenwiesen – in unmittelbarer Nähe gibt.

Herzlich Willkommen im Insektenhotel!

So machen Bruthilfen Sinn

Das Insektensterben gehört zu den traurigen Phänomenen unserer Zeit. Laut NABU Baden-Württemberg stehen 7802 heimische Insektenarten auf der roten Liste und sind vom Aussterben bedroht. 358 Arten gelten inzwischen sogar bereits als „ausgestorben oder verschollen“. 3696 Arten sind „selten“ oder „extrem selten“. Vor allem die wichtigen Wildbienen machen Sorgen. Zwischen 2006 und 2016 ist die Anzahl der Arten von 58 auf 14 Arten geschrumpft!
Insektenhotels können den bedrohten Arten helfen, sich wieder niederzulassen und zu vermehren. Sie sind hübsch, begeistern auch Kinder und Hobby-Bastler und leisten, wenn man sie richtig baut, einen wichtigen Einsatz. Doch es gibt ein paar Punkte zu beachten.

Insektenhotels gibt es inzwischen in den unterschiedlichsten Ausführungen, selbst für Kinder werden diese Hotels angeboten. Leider ist es dann für die Hotelbesitzer doch manchmal frustrierend, wenn außer ein paar Fliegen keine Hotelgäste einziehen und sich weder Wildbienen noch andere Tiere blicken lassen.

Damit alles so klappt, wie es soll, muss man sich vorher über die Nistvorlieben und auch über die bevorzugte Nahrung der jeweiligen Insekten informieren und wenn nötig entsprechend bereitstellen.

Marienkäfer finden beispielsweise passenden Unterschlupf auf allen Wiesen und unter Blättern und sind auf menschliche Hilfe nicht angewiesen. Schmetterlinge sind sehr kompliziert. Nur sechs unserer 180 Arten überwintern als Falter. Die anderen stellen hohe Ansprüche bezüglich ihrer Nistplätze. Die sechs Arten, die als Falter überwintern, suchen große Hohlräume in Bäumen oder flattern in einen Keller. Schmetterlingspuppen haften im Winter oft an langen Blattstängeln. Ein wichtiger Grund, den Garten im Herbst nicht allzu sauber zu machen!

Hummeln benötigen ebenfalls eine Sonderbehandlung. Eine Hummelnisthilfe ähnelt einem Vogelnistkasten, der als Lockmittel mit einigen Blättern gefüllt sein soll. Das Loch muss sehr klein sein, sonst ziehen wirklich Vögel ein. Hummeln bevorzugen Mäuselöcher mit dahinterliegenden Höhlen oder dementsprechende Löcher in Hölzern. Dieser natürlichen Umgebung sollte ein Hummelkasten nachempfunden sein.

 

Während es ruhig weit nach hinten gehen darf, sollten die Öffnungen für Insekten nicht allzu groß sein: Ein Lochdurchmesser von 2 bis 9 Millimetern ist in Ordnung. Die allermeisten Insektenarten bevorzugen jedoch Öffnungen von 3 bis 6 Millimetern. Dabei sollte gewährleistet sein, dass die Innenseite der Hohlräume eine möglichst glatte Oberfläche aufweist.

Während es ruhig weit nach hinten gehen darf, sollten die Öffnungen für Insekten nicht allzu groß sein: Ein Lochdurchmesser von 2 bis 9 Millimetern ist in Ordnung. Die allermeisten Insektenarten bevorzugen jedoch Öffnungen von 3 bis 6 Millimetern. Dabei sollte gewährleistet sein, dass die Innenseite der Hohlräume eine möglichst glatte Oberfläche aufweist.

 

Tipps und Tricks

Damit sich Bienen und andere Insekten im Hotel kuschelig wohl fühlen, empfehlen sich folgende Baustoffe:

  • Bambus – Die Bambusrohre müssen abgesägt und an einem Ende verschlossen sein. Am besten eignet sich ein Durchmesser von 3 bis 9 Millimetern. Man kann einige Rohrstücke bündeln und so sehr schnell ein kleines Hotel eröffnen. Die Stücke sollten mindestens 12 Zentimeter lang sein, damit sie genügend Platz bieten.
  • Pappröhre – Man kann die Röhrchen von Küchenrollen verwenden oder – noch besser – eigens produzierte Pappröhren kaufen. Sie sind stabiler und bei der gehörnten Mauerbiene und bei der rostroten Mauerbiene gleichermaßen beliebt.
  • Bienensteine und Bienenbrettchen – Es handelt sich hier um langlebige Nisthilfen für Wildbienen, die im Obstbau schon seit Jahrzehnten zum Einsatz kommen.
  • Dicke Holzstücke – Sie sind perfekt, wenn man etwas Vorarbeit leistet und mit einem Bohrer Löcher in das Stück bohrt. Hier kann man verschiedene Stärken wählen und so das Angebot erweitern. Die Löcher dürfen nicht zu dicht nebeneinander sitzen.
  • Ziegel und Kalksandsteine – Sie machen nur Sinn, wenn man die Hohlräume mit Stroh ausbettet oder die Löcher als Halterung für Bambusrohre nutzt. Alleine haben sie kaum eine Wirkung. Loch- und Hohlziegel werden prinzipiell nicht besiedelt, trotzdem sind sie oft Bestandteil der fertigen Insektenhotels. Besser sind Strangfalzziegel. Deren Löcher lieben die Wildbienen!
  • Tannenzapfen – Sie sind hübsch, und dienen beispielsweise Marienkäfern als Unterschlupf. Überwintern werden sie hier allerdings nicht.
  • Ganz kostenfrei und vor allem bei den Bienen sehr beliebt: Alte Sträucher und Blumen. Man sollte sie nicht abschneiden. Wildbienen lieben abgestorbene Blumenstängel oder Himbeer- und Brombeersträucher, alte Holunderzweige, Schilf und Bambus. Ein Garten, in dem auch abgestorbenen Pflanzen lange stehen dürfen und es statt Rasen eine Wiese gibt, ist immer noch das beste Insektenhotel!

 

Eines sollte man sich jedoch klar machen: Nur einem kleinen Teil der solitär lebenden Wildbienen ist mit hölzernen Nisthilfen zu helfen. Die meisten von Ihnen – wie auch diese Graue Sandbiene – legen ihre Niströhren lieber im trockenen, sandigen Boden an. Von daher wäre eine kleine Ecke mit sandigem Boden an einer sonnigen Stelle im Garten fast noch sinnvoller.

Eines sollte man sich jedoch klar machen: Nur einem kleinen Teil der solitär lebenden Wildbienen ist mit hölzernen Nisthilfen zu helfen. Die meisten von Ihnen – wie auch diese Graue Sandbiene – legen ihre Niströhren lieber im trockenen, sandigen Boden an. Von daher wäre eine kleine Ecke mit sandigem Boden an einer sonnigen Stelle im Garten fast noch sinnvoller.

 

Gefahren beachten!

Laut NABU sollte man einige Materialen auf jeden Fall vermeiden. Sie richten im schlimmsten Fall sogar Schaden an und können die wilden Insekten töten. Hier wird die Hilfe dann zur Falle. Dazu gehören

  • Glasbehälter oder durchsichtige Kunststoffrohre – Sie sollen pädagogisch sein und Kindern einen Einblick in das Leben von Wildbienen geben. Allerdings bleibt der Dampf in den Behältern, es entsteht Schimmel, und die Brut stirbt ab.
  • Frisches Holz – Das Holz muss abgelagert sein, außerdem müssen die Bohrungen unbedingt in Längsholz gesetzt werden. Bei frischem Holz und bei Hirnholz entstehen Risse, die von Wildbienen gemieden werden.
  • Lehmwände – Sie sollen Nisthilfen für grabende Bienenarten sein, aber das Material ist meist viel zu hart.

Falls es in der Gegend Spechte gibt, sollte man die Vorderfront des Hotels mit einem Maschendraht schützen, da die Spechte sonst hier einen Selbstbedienungsladen finden. Außerdem muss das Hotel gegen Süden ausgerichtet sein, damit es im Inneren schön warm wird.

 

Und nicht zuletzt ist es wichtig, dass die verschiedenen Wildbienenarten, die die Nisthilfen annehmen sollen, in nächster Nähe auch entsprechende Nahrung finden. Daher empfiehlt es sich, dass man ein Insektenhotel für Wildbienen nur dort aufstellt, wo auch genügend und ganzjährig Blütenpflanzen in unmittelbarer Nachbarschaft aufgesucht werden können. Denn auf laufend gemähten Wiesen finden Wildbienen und Hummeln keine Nahrung!

 

Die Staaten bildende Ackerhummel – hier Nektar trinkend auf einer blühenden Basilikumpflanze – ist nicht besonders wählerisch, was den Standort betrifft. Nur trocken sollte es sein. Sie ist sowohl Nestbauer als auch Nestbezieher, und das Nest kann sowohl oberirdisch als auch unterirdisch angelegt werden. Bevorzugt werden alte Mäusenester, aber auch Vogelnester oder Nistkästen werden besiedelt.

Die Staaten bildende Ackerhummel – hier Nektar trinkend auf einer blühenden Basilikumpflanze – ist nicht besonders wählerisch, was den Standort betrifft. Nur trocken sollte es sein. Sie ist sowohl Nestbauer als auch Nestbezieher, und das Nest kann sowohl oberirdisch als auch unterirdisch angelegt werden. Bevorzugt werden alte Mäusenester, aber auch Vogelnester oder Nistkästen werden besiedelt.

 

Fakten zum Insektensterben findet man auf   >> dieser Webseite <<  des NABU Landesverbandes Baden-Württemberg.

Genauere Bauanweisungen für Wildbienen-Nisthilfen gibt es auf der  >> Hauptseite des NABU <<.

Weitere Informationen zu Insekten bietet der NABU auch, zum Beispiel zu den  >> friedfertigen Hummeln << und zu  >> anderen Hautflüglern <<.

Weitere Informationen zu verschiedenen Wildbienenarten und zum bienenfreundlichen Gärtnern findet man auch unter www.deutschland-summt.de sowie auf den privaten, aber sehr guten Webseiten https://wildbienengarten.jimdo.com/  und  https://www.naturgartenfreude.de/wildbienen/


Ingrid Raagaard

Journalistin und Autorin

Web. www.torial.com/ingrid.raagaard

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20. August 2019


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