Als bundesweit erste Stadt hat Heidelberg einen sogenannten „Erinnerungsgarten der Kulturen“ auf seinem Bergfriedhof eröffnet. Dies ist ein Gemeinschaftsgrabfeld mit Grabstätten für Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen oder Religionen. Es gliedert sich unter dem Motto „Miteinander leben – miteinander gedenken“ in mitteleuropäische, orientalische, asiatische, mediterrane und alpine Bereiche.

Als bundesweit erste Stadt hat Heidelberg einen sogenannten „Erinnerungsgarten der Kulturen“ auf seinem Bergfriedhof eröffnet. Dies ist ein Gemeinschaftsgrabfeld mit Grabstätten für Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen oder Religionen. Es gliedert sich unter dem Motto „Miteinander leben – miteinander gedenken“ in mitteleuropäische, orientalische, asiatische, mediterrane und alpine Bereiche.

„Den Bürgern aller Kulturen ein Stück Heimat geben“

Im Interview spricht Wolfgang Becker über ein einzigartiges Friedhofskonzept

Der „Erinnerungsgarten der Kulturen“ in Heidelberg, den wir bereits vorgestellt haben, bietet Menschen aus unterschiedlichen Ländern eine letzte Ruhestätte. Kommunaltopinform sprach mit Wolfgang Becker, Leiter des Regiebetriebes Friedhöfe in Heidelberg, über die Chancen und Herausforderungen dieses einzigartigen Konzepts.

 

Herr Becker, wie kommt das Angebot bei den Bürgern in Heidelberg an?

Wolfgang Becker: Die Resonanz ist durchweg positiv. Der Erinnerungsgarten wird sehr gerne genutzt, um abzuschalten, zur Ruhe zu kommen oder im Pavillon einen schattigen Platz zu finden. Die Idee, an diesem Ort auch öffentliche Lesungen oder kulturelle Veranstaltungen durchzuführen, ist ein großer Erfolg. Schon die Auftaktveranstaltung mit Madeleine Sauveur „Die letzte Reise“, eine Annäherung an das Unausweichliche, wurde von über 160 Bürgern besucht.

In Kooperation mit den Kultur-Events Rhein-Neckar e.V. wird diese Reihe ein fester Bestandteil unserer Aktivitäten sein.

 

Betriebsleiter und Technischer Betriebsleiter der Friedhofsverwaltung Wolfgang Becker sieht sich in der Verantwortung: „Wir versuchen, der vielfältigen Bevölkerung, zusammengesetzt aus weit über 100 Kulturen, ein breiteres Spektrum für Beisetzungen zu geben. Da wir ein kommunaler Friedhofsträger sind, haben wir die Verpflichtung, die Bestattung für alle Religionen durchzuführen. Die Resonanz hierzu ist durchweg positiv. Und der Erinnerungsgarten wird sehr gerne genutzt, auch um zur Ruhe zu kommen.“

Betriebsleiter und Technischer Betriebsleiter der Friedhofsverwaltung Wolfgang Becker sieht sich in der Verantwortung: „Wir versuchen, der vielfältigen Bevölkerung, zusammengesetzt aus weit über 100 Kulturen, ein breiteres Spektrum für Beisetzungen zu geben. Da wir ein kommunaler Friedhofsträger sind, haben wir die Verpflichtung, die Bestattung für alle Religionen durchzuführen. Die Resonanz hierzu ist durchweg positiv. Und der Erinnerungsgarten wird sehr gerne genutzt, auch um zur Ruhe zu kommen.“

 

Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem neuen Friedhofskonzept?

Wir versuchen, der vielfältigen Bevölkerung, zusammengesetzt aus weit über 100 Kulturen, ein breiteres Spektrum für Beisetzungen zu geben. Da wir ein kommunaler Friedhofsträger sind, haben wir die Verpflichtung, die Bestattung für alle Religionen durchzuführen. Ziel ist es, allen Bürgern, die schon in zweiter und dritter Generation in Heidelberg leben, eine Plattform für ihre jeweilige Bestattungskultur zu bieten. Hier ist es uns besonders wichtig, ihnen durch die Gestaltung und Vegetation ein Stück Heimat zu geben.

 

Carl Bosch, dem bei der BASF die Grundlage für die großtechnische Erzeugung von Stickstoffdüngern gelang, gehört zu den vielen Persönlichkeiten, die auf dem Heidelberger Bergfriedhof begraben sind.

Carl Bosch, dem bei der BASF die Grundlage für die großtechnische Erzeugung von Stickstoffdüngern gelang, gehört zu den vielen Persönlichkeiten, die auf dem Heidelberger Bergfriedhof begraben sind.

 

Welchen Herausforderungen begegnen Sie bei Ihrer Arbeit?

Die Herausforderung ist es, die Veränderung in der Gesellschaft zu erkennen und daraus entstehende Maßnahmen zu ergreifen und umzusetzen. Durch die größere Mobilität möchte man keine langfristigen Verpflichtungen für Pflege und Unterhaltung eingehen. Trotzdem ist es wichtig, den Friedhof als elementaren Bestandteil unserer Friedhofs- und Trauerkultur zu erhalten.

In der heutigen Zeit haben sich alternative Bestattungsformen wie Friedwälder, Ruheforste, Streuwiesen oder Seebestattung entwickelt. Hier ist es unsere Aufgabe, unseren Bürgern den Friedhof als elementaren Ort der Trauer und des Gedenkens am Ort zu erhalten. Oft sind hier schon mehrere Generationen beigesetzt und bilden somit auch einen Teil der Stadtgeschichte.

 

Urnenwand auf dem Bergfriedhof in Heidelberg

Urnenwand auf dem Bergfriedhof in Heidelberg

 

Die Stadt Heidelberg nutzt den Friedhof bewusst nicht nur als Ort des Trauerns, sie bietet auch Veranstaltungen an.

Es ist wichtig, den Friedhof in das gesamtstädtische Leben zu integrieren und als erweiterte Park- und Erholungsfläche zu etablieren. Durch die Einbeziehung kultureller Veranstaltungen sollen bewusst auch die Bürger angesprochen werden, die keine Verstorbenen auf dem Friedhof haben.

 

Einen ausführlichen Beitrag über den Heidelberger Friedhof und das dort neu angelegte internationale Grabfeld finden Sie >> hier <<.

 


Logo Heidelberg

Landschafts- und Forstamt

Weberstraße 7
69120 Heidelberg

Tel. +49 6221 58-280 80
E-Mail. landschaftsamt@heidelberg.de
Web. www.heidelberg.de/hd/HD/Rathaus/Landschafts_+und+Forstamt.html

Mehr von
Stadt Heidelberg

Toleranz zeigt sich auch auf dem Friedhof

Als bundesweit erste Stadt hat Heidelberg einen „Erinnerungsgarten der Kulturen“ eröffnet – ein Gemeinschaftsgrabfeld mit Grabstätten für Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen oder Religionen. Die Vielfalt spiegelt sich durch... mehr lesen


31. Oktober 2019


1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne

(5,00 bei 1 Person/en)

Das könnte Sie auch interessieren


Trimax-Bohlen: Am Bostalsee im Saarland wurden fünf Stege und hundert Fingerstege erneuert.

Beliebtes Ausflugsziel mit neuen Stegen

Der idyllische Bostalsee gehört im Saarland und westlichen Rheinland-Pfalz zu den beliebtesten Ausflugszielen. Die Holzstege am Segelhafen waren inzwischen 15 Jahre alt, und eine Sanierung wurde notwendig. Nach einigen... mehr lesen

Der BUGA-Zwerg „Karl“ ist blütenpinker Repräsentant und Sympathieträger der BUGA. Mit seiner imponierenden Größe erinnert er seit Wochen überall daran: Ab 17. April 2019 ist die BUGA in Heilbronn eröffnet!

Es lebe die Vielfalt!

Zum ersten Mal präsentiert eine BUGA Gartenbau und Stadtentwicklung gleichzeitig und eröffnet damit völlig neue Einblicke in eine urbane und grüne Welt. Die BUGA Heilbronn ist jedoch auch auf... mehr lesen

Ein edles Pflaster fürs Casino

Das neue Casino auf dem Campus-Nord des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist ein architektonisches Highlight. Der geradlinig moderne Baukörper mit großen Glasflächen überzeugt durch seine schlichte Eleganz. Auf... mehr lesen