Morgensonne im Herbst auf dem Heidelberger Bergfriedhof

Morgensonne im Herbst auf dem Heidelberger Bergfriedhof

Friedhofsysteme mit Gütezeichen

Herausforderungen und Lösungen für Grabstätten der Zukunft

Die Gütegemeinschaft Friedhofsysteme e.V. feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Kommunaltopinform sprach mit Hubert Schmitt, dem Vorsitzenden der Gütegemeinschaft.

Kommunaltopinform: Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum. Wie sehen die aktuellen Ziele und Herausforderungen aus?

Hubert Schmitt: Es war schon immer unser Ziel, Friedhofsträgern mithilfe von Friedhofsystemen, die mit dem RAL-Gütezeichen zertifiziert sind, geeignete Lösungen an die Hand zu geben, damit der Friedhof wirtschaftlich und umweltfreundlich wird. Inzwischen ist es so, dass immer mehr Auftraggeber in ihren Ausschreibungen bei der Ausführung von Systemgräbern, Urnenwänden und Urnenerdgräbern, aber auch bei der Friedhofsplanung die RAL-Gütezeichen für Friedhofsysteme und Friedhofsplanung oder einen gleichwertigen Nachweis fordern. Erfreulicherweise stellt man auch eine verstärkte Nachfrage an Erstberatungen und Informationen durch die Gütegemeinschaft rund um den Friedhof fest.“

 

Gibt es bereits Nachweise der Systemtauglichkeit von Grabkammersystemen mit RAL-Gütezeichen?

Verkürzte Liegezeiten von maximal zwölf Jahren, verringerter Pflegeaufwand und weitere Vorteile der freien Oberflächen- und Grabgestaltung kommen dem Generationstrend entgegen. Voraussetzung für diese bedarfsorientierte Veränderung und Anpassung der Erdbestattungen ist der Einsatz RAL-zertifizierter Grabkammersysteme. Diese haben den Nachweis der Systemtauglichkeit und Funktionsfähigkeit nicht nur durch amtliche Bestätigung der zuständigen Gesundheitsbehörden für Friedhofwesen, sondern vor allem im praktischen Nachweis erbringen können, was uns jetzt viele Graböffnungen nach Ablauf bereits mehrerer Ruhezeiten bestätigt haben. Dies belegen auch die der Gütegemeinschaft vorliegenden neutralen Gutachten von Sachverständigen.

 

 

Welche Probleme gibt es?

Graböffnungen haben gezeigt, dass eine noch deutlich höhere Degradationsleistung erzielbar gewesen wäre, wenn nicht teilweise massive Fehler bei der Bestattung die Verwesungsprozesse behindert hätten. Kunstfaserhaltige Bekleidungsstücke, unzulässige Textilüberfrachtung im Sarg, mit Kunststofffolien ausgeschlagene Särge und störende Beigaben haben negativen Einfluss auf den Verwesungsprozess. Umso höher sind die Erfolge in den Systemgräbern einzustufen. Allein aus dem Erfahrungsbereich vieler Graböffnungen ist gerade das zuletzt genannte Thema kein Einzelfall.

 

Migration fordert Flexibilität bei der Bestattungskultur und auch neue Beisetzungsformen auf Friedhöfen. Gibt es hier bereits Lösungen?

Die Gütegemeinschaft beschäftigt sich auch mit den Bedürfnissen und Wünschen der Muslime, der jüdischen Mitbürger und von orthodoxen Christen. So sind wir dem Wunsch des Zentralrats der Muslime in Deutschland nachgekommen, für muslimische Bestattungen ein Grabkammersystem zu entwickeln, das den Anforderungen sowohl muslimischer Gemeinden als auch den Friedhofsverwaltungen entspricht.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland genehmigte wegen Platznot dagegen auf einem Friedhof eine Zweifachbelegung der Erdgräber. Um sich weitere mühsame und unwirtschaftliche Grabungen zu ersparen und um Platz zu sparen, werden dort seit vier Jahren Grabkammersysteme eingesetzt. Bei Erdbestattungen orthodoxer Christen, die keine Kremation wünschen, müssen Friedhofsträger weiterhin Erdgräber bereitstellen. Das betrifft vor allem Einwanderer aus Osteuropa. Aber auch hier gibt es Lösungen.

 

Gibt es denn konkrete Beispiele?

Ja. Ein neu geplanter Friedhof für ein orthodoxes Kloster im Landkreis Fulda soll mit Systemgräbern ausgestattet werden. Für die Bereitstellung geeigneter Friedhofsflächen eignen sich Grabkammersysteme sehr gut.

Im Gegensatz zu den Sarg-Erdgräbern wird es auch Zielgruppen für entsprechende oberirdische Urnenbestattungssysteme ge-
ben. Wie vielfältig die Wünsche sind, zeigt übrigens auch die Einweihung eines ersten Hindu-Grabfeldes in Deutschland. Es ist 2000 Quadratmeter groß und erfüllt alle Anforderungen. All das beweist die hohe Flexibilität der Friedhofsysteme mit RAL-Gütezeichen.

 

Die Gütegemeinschaft Friedhofsysteme e.V. feierte 2019 ihr 20-jähriges Bestehen.

Die Gütegemeinschaft Friedhofsysteme e.V. feierte 2019 ihr 20-jähriges Bestehen.


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Tel. +49 30 203 14-121
Fax. +49 30 203 14-160
E-Mail. info@friedhofsysteme.de
Web. www.friedhofsysteme.de

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Gütegemeinschaft Friedhofsysteme e.V.


6. November 2019


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