Im Naumburger Dom wird die Statue Reglindis sorgfältig untersucht: Der Beruf des Restaurators ist einerseits sehr abwechslungsreich, bringt andererseits aber auch sehr viel Verantwortung mit sich.

Im Naumburger Dom wird die Statue Reglindis sorgfältig untersucht: Der Beruf des Restaurators ist einerseits sehr abwechslungsreich, bringt andererseits aber auch sehr viel Verantwortung mit sich.

Reiche Vergangenheit für die kommenden Generationen bewahren

Restauratoren tragen große Verantwortung

Sie bezeichnen sich als die Ärzte der Kunst, denn unsere Kulturgüter sind ihre Patienten. Für jeden gibt es nach eingehender Untersuchung eine individuelle Behandlung, und für Patienten, die noch gesund sind, entwickeln sie vorsorglich ein Präventivprogramm. Die Arbeit der Restauratoren ist vielschichtig, und ihr Verantwortungsgebiet wächst von Jahr zu Jahr.

Rund zwei Drittel der Kunst und Kulturgüter in Ausstellungshäusern und Archiven sind für Besucher unzugänglich. Viele Objekte sind zudem nicht erfasst oder sachgerecht gelagert. Hier bessere Bedingungen zu schaffen, zählt zu den Aufgaben der Restauratoren. Sie nehmen die Gebäude, das damit verbundene Klima, die Verpackungsmaterialien und Regale in Augenschein, in denen Textilien, Möbel, Papiere, moderne Kunst, Gemälde und archäologische Funde aufbewahrt sind.

 

Zahlreiche Aufgabengebiete

Restauratoren sorgen für ein objektgerechtes Klima mit nicht zu hohen und zu niedrigen Temperaturen, für nur minimal schwankende Luftfeuchtigkeit und angemessene Lux-Werte, denn gesundes Licht ist für die wertvolle Kunst wichtig.

Sie eruieren die baulichen Gegebenheiten, denn Schädlinge wie Mäuse, Kleidermotten oder Insekten stellen ebenfalls Gefahren dar. Früher kamen zur Schädlingsbekämpfung oft „Chemiekeulen“ zum Einsatz. DDT und Lindan sind heute verboten, aber tief im Inneren einiger Textilien und Möbel noch enthalten. Solche Stoffe stellen heute vor allem eine Gefahr für die Menschen dar. Deshalb nähern sich Restauratoren manchen Objekten nur mit Vorsicht.

Auch über mögliche Umweltkatastrophen machen sich Restauratoren Gedanken. Depots sind oft in Kellern oder auf Dachböden untergebracht. Hochwasser- und Brandschutzmaßnahmen sind genauso wichtig wie funktionierende Evakuierungspläne.

Beratungstätigkeiten bei Sonderausstellungen ergänzen das Aufgabenspektrum. Fast immer sind Leihgaben zu betreuen. Experten geben dann die Vorgaben für den Objekttransport und die Präsentation. Sie registrieren den Zustand vor und nach der Reise und begleiten kostbare Güter sogar rund um die Welt.

Dieses breite Aufgabenspektrum sowie die große Verantwortung gegenüber dem Kunst- und Kulturgut macht heute eine Hochschulausbildung unabdingbar. Das fünfjährige Studium mit Praxisanteilen ist aktuell an neun Standorten in Deutschland möglich.

Modernste Technik für historische Schätze: Die Fachleute der Konservierung und Restaurierung arbeiten mit den neuesten technischen und wissenschaftlichen Methoden und sind in einem interdisziplinären Umfeld tätig.

Modernste Technik für historische Schätze: Die Fachleute der Konservierung und Restaurierung arbeiten mit den neuesten technischen und wissenschaftlichen Methoden und sind in einem interdisziplinären Umfeld tätig.

Restauratoren im öffentlichen Dienst

Zum eigentlichen Restaurieren kommen angestellte Restauratoren im öffentlichen Dienst nur noch selten. Die meisten praktischen Maßnahmen werden an freiberuflich tätige Restauratoren vergeben. Es gibt trotzdem wundervolle Momente, wenn Zeit für wissenschaftliche Forschung und praktische Arbeit bleibt. Denn bei der kunsttechnologischen und materialspezifischen Untersuchung von Artefakten fördern Restauratoren nicht selten neue Erkenntnisse zutage, die auch die Öffentlichkeit begeistern. So sind heute in den meisten Ausstellungskatalogen auch die Beiträge der Restauratoren nachzulesen, die mit ihrer Arbeit die Geschichten hinter den Geschichtszeugnissen ergründen und für die Nachwelt bewahren.

Ansprechpartner für die in den Kommunen, Ländern und beim Bund angestellten Restauratoren ist die Interessengruppe Öffentlicher Dienst im Verband der Restauratoren (VDR). Diese setzt sich für angemessene Arbeitsbedingungen ein und befasst sich mit der adäquaten Eingruppierung von Restauratoren – je nach Aufgabengebiet und Qualifikation zwischen EG10 bis EG15 nach dem TVöD/TV L.

Auch sorgt die Gruppe für Austausch und Wissenstransfer unter den Restauratoren und für Vernetzung mit Museumsverbänden und benachbarten Disziplinen.

Die Interessengruppe ist außerdem damit befasst, Standards im Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie in der präventiven Konservierung in Bezug auf Licht, Klima, Sicherheit, im Katastrophenschutz und Leihverkehr zu etablieren. Fragen können über oeffentlicherdienst@restauratoren.de beantwortet werden.

 

Tag der Restaurierung – restaurieren erleben:

Einmal jährlich, am Europäischen Tag der Restaurierung, jeweils am zweiten Sonntag im Oktober, wird die komplexe Tätigkeit, die Restauratoren nicht nur in den staatlichen Museen, sondern auch in vielen Schlössern, Archiven, kleinen Häusern oder für das Amt für Denkmalpflege erbringen, öffentlich sichtbar.

Dann sind Besucher bundesweit dazu eingeladen, beim Konservieren und Restaurieren zuzusehen.

Weitere Informationen unter:  www.tag-der-restaurierung.de


Logo Verband der Restauratoren

Geschäftsstelle Bonn
Weberstraße 61
53113 Bonn

Tel. +49 841 31 95 81 34
Fax. +49 228 92 68 97 27
E-Mail. info@restauratoren.de
Web. www.restauratoren.de

25. Februar 2020


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