Serviceroboter fahren selbständig Aufzug und können so eine entscheidende Rolle spielen, um Menschen bei ihren Aufgaben zu unterstützen.

Serviceroboter fahren selbständig Aufzug und können so eine entscheidende Rolle spielen, um Menschen bei ihren Aufgaben zu unterstützen.

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Roboter fahren Aufzug

In einer smarten Stadt muss der Hotel-Service alle Stockwerke erreichen

Die Hotelbranche leidet unter den Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen. Der von Servicerobotern unterstützte Hotelbetrieb bietet neue Perspektiven. Die Automaten ermöglichen es, die Abstandsregeln zu wahren und zugleich die Dienstleistungen für die Gäste auszubauen.

Städte brauchen kreative Ideen, um sich weiterzuentwickeln und die Lebensqualität zu steigern. Auf beengtem Raum bleibt oft nur die Möglichkeit, nach oben hin zu wachsen. Aufzüge werden im Konzept der smarten Stadt eine entscheidende Rolle spielen, um Menschen auf ihren Wegen zu unterstützen. Sie sind Teil der modernen Mobilität.

Dazu gehören künftig auch Roboter. Sie brauchen keine Hände, um Aufzug zu fahren. Als Serviceroboter helfen und unterhalten sie schon heute Menschen in Altenheim, Kliniken und Hotels. Tragfähig werden diese Konzepte umso mehr, da Roboter dabei sind, die Hürde der vertikalen Bewegung zu überwinden und ohne fremde Hilfe Aufzüge zu benutzen. Dabei hilft die cloud-basierende offene Plattform des Aufzugherstellers Kone, die standardisierte und daher kosteneffiziente Lösungen ermöglicht.

 

Jeeves ist selbstständig unterwegs

Noch läuft die Testphase, und die 1,10 Meter hohen Automaten des Anbieters Robotise werden noch beim Weg durch die Hotels begleitet. Doch ab Sommer sollen die Serviceroboter namens Jeeves die Aufzüge selbstständig benutzen, um Snacks und Getränke auf die Zimmer zu bringen. Der Name des Roboters erinnert wohl nicht zufällig an einen Butler aus Romanen des Schriftstellers P. G. Woodhouse.

„Serviceroboter helfen, den Komfort für die Gäste auszubauen. Das Interesse der Branche ist groß“, erklärt Sarah Bretzler, Marketingleiterin bei Robotise. Gestartet war Jeeves 2018 in mehreren Münchner Hotels, darunter im Nyx. Als es dann darum ging, Jeeves das Aufzugfahren beizubringen, erhielt Robotise bei Kone als Hersteller der Aufzüge Unterstützung.

Im Juni 2019 kamen Ingenieure von Robotise nach Hannover, um im deutschen Schulungszentrum des Aufzugherstellers die Roboter-Software über die offene Schnittstelle (API) der Kone-Plattform mit der Steuerung eines Standardaufzugs zu verbinden.

Auf Basis der Kone-Plattform können Aufzüge praktisch aller Typen nicht nur mit Servicerobotern wie Jeeves verbunden werden. Auch zu Gebäudesteuerungen, Rolltreppen, Türen und Türsprechsystemen oder Zugangskontrollanlagen lässt sich eine Verbindung herstellen.

Jeeves ist als Butler mit Getränken in den Münchner Hotels Nyx und Rilano aktiv gewesen.

Jeeves ist als Butler mit Getränken in den Münchner Hotels Nyx und Rilano aktiv gewesen.

Am Anfang war die Wartung

Die Nutzung der digitalen Plattform hatte der Aufzughersteller 2017 mit der prädiktiven Anlagenwartung begonnen: Daten der Aufzüge werden kontinuierlich in die Cloud übermittelt und durch selbstlernende Algorithmen ausgewertet, um Probleme im Vorfeld zu erkennen und ungeplante Anlagenstillstände zu vermeiden.

Seither kommen immer mehr Partner hinzu: Amazons smarter Lautsprecher Alexa kann jetzt auch den Aufzug rufen. Der Investor CA Immo hat über die Cloud die Aufzüge im gläsernen Bürowürfel „cube berlin“ in die Gebäudesteuerung integriert.

 

Eine Basis für Mobilität

„Wir verändern uns zum Plattformanbieter rund um Mobilität in Gebäuden“, sagt Sebastian Warnsmann, der beim Aufzughersteller das Robotise-Projekt betreut.

Das Besondere an der Plattform ist die offene Schnittstelle, die so kein anderer Anbieter der Branche anbietet. Bei einem Hackathon kam der Kontakt zu Midsoft zustande, deren Blinden-App Blindsquare seit Kurzem auch Aufzüge ansprechen kann.

Die offene API vereinfacht den Anschluss von Systemen und Komponenten. Damit ermöglicht sie eine Kostenreduktion – der eigentliche Treiber der Entwicklung. Denn im Prinzip kann jeder Aufzug jedes Herstellers mit Robotern wie auch mit den technisch ähnlichen fahrerlosen Transportsystemen (FTS) verbunden werden. In Krankenhäusern, Lagerhallen und der Industrie sind FTS schon lange im Einsatz.

Konnektive Aufzüge: Von Gebäudesteuerungen, Rolltreppen, Türsprechsystemen oder Zugangskontrollanlagen lässt sich eine Verbindung mit dem Roboter herstellen.

Konnektive Aufzüge: Von Gebäudesteuerungen, Rolltreppen, Türsprechsystemen oder Zugangskontrollanlagen lässt sich eine Verbindung mit dem Roboter herstellen.

Technik auf Tuchfühlung

Anfänglich gab es auch Hindernisse. Mal schlossen die Aufzugtüren zu schnell, dann bewegten sich die Roboter zu langsam in die Kabine. Das Ergebnis: Technik auf Tuchfühlung, also direkte Berührung, die so nicht gewollt war und den Einsatz von Begleitpersonal erforderlich machte.

„Wir hätten die Türschließzeiten verlängern können. Aber dann hätten sich die Wartezeiten verlängert“, erläutert Warnsmann. So entwickelten die Ingenieure einen neuen Befehl: Wird er von Robotern wie Jeeves über die Cloud an die LCE-Steuerung des Aufzugs gesendet, verlängert sich die Türschließzeit ein wenig.

Solange mehr Menschen als Roboter die Aufzüge benutzen, wird das niemand bemerken.


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Web. www.kone.de

6. August 2020


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