Der größte See des Schwarzwalds ist der Schluchsee. Er wurde in den 1930er Jahren künstlich aus einem kleineren See aufgestaut.

Der größte See des Schwarzwalds ist der Schluchsee. Er wurde in den 1930er Jahren künstlich aus einem kleineren See aufgestaut.

Die Lebensadern der Landschaft erkunden

Wasserwanderungen führen durch den idyllischen Naturpark Südschwarzwald

Mal still und undurchdringlich, mal sanft und mal wildreißend – so zeigt sich das Wasser im Naturpark Südschwarzwald. Seen, Weiher, Teiche, Flüsse und Bäche bereichern die Natur und bilden einen wichtigen Lebensraum für Tiere. Menschen können die Schönheit der Natur zu Fuß erkunden. Rund um die Gewässer führen einige Wanderwege.

 

Wasser prägt Landschaften. Es bietet Tieren und Pflanzen einen Lebensraum, in Fließgewässern wie in Stillgewässern. Die beiden letzten Eiszeiten prägten die Fließgewässer und Stillgewässer im Schwarzwald. Im Naturpark Südschwarzwald gibt es ein paar große Seen. Die Vielfalt an kleineren Moorseen, Karseen, Karstseen, Bade- und Freizeitseen ist beeindruckend. Der größte See des Schwarzwalds ist der Schluchsee. Er wurde in den 1930er Jahren künstlich aus einem kleineren See aufgestaut. Wie ein Magnet zieht das 7,3 Kilometer lange und 1,4 Kilometer breite Gewässer täglich Einheimische und Gäste an, die den Freizeitwert am Wasser schätzen. Fleißige Wanderer, Jogger und Fahrradfahrer können den Schluchsee auf einem 18 Kilometer langen Wanderweg komplett umrunden, und wer etwas gemütlicher unterwegs ist, genießt eine Rundfahrt mit dem Schiff. Taucher und Segler kommen am Schluchsee ebenso auf ihre Kosten wie zweibeinige Wasserratten: Auch für Schwimmer ist er ein beliebtes Ausflugsziel.

 

Einer der Zuflüsse aus dem Südschwarzwald in den Hochrhein ist die Wiese: Gezeigt wird hier der Unterlauf der Wiese bei Lörrach, an der Grenze zur Schweiz.

Einer der Zuflüsse aus dem Südschwarzwald in den Hochrhein ist die Wiese: Gezeigt wird hier der Unterlauf der Wiese bei Lörrach, an der Grenze zur Schweiz.

Rauschen und Plätschern

Die Teiche und Weiher im Südschwarzwald wurden meist künstlich angelegt und betragen nur wenige hundert Quadratmeter.  Einige davon wurden im Mittelalter durch Schwarzwaldklöster angelegt und dienen als Fischteiche. Im Naturpark Südschwarzwald befinden sich mindestens drei Klosterweiher: bei Horbach (Gemeinde Dachsberg im Hotzenwald), bei St. Georgen und der Klostersee bei Friedenweiler.
Die Bäche des Südschwarzwalds könnten unterschiedlicher nicht sein. Im Gebirge zeigt ein Bach ein wilderes Gesicht als im weniger steilen Bergland oder im Tiefland.
Entsprechend unterschiedlich ist der Lauf: im Gebirge gestreckter und mit zunehmender Tiefenlage und abnehmendem Gefälle gewundener. Ein Gebirgsbach rauscht immer, ein Bergbach immer wieder. Ein Tieflandbach plätschert dagegen leise vor sich hin.

 

Quellen bei Herrischried (Lkr. Lörrach) bilden unter anderem Zuflüsse zur Oberen Murg: Die Schwandquelle (links) tritt an mehreren Stellen frei aus, die Rohrmoosquelle (Mitte) ist eine typische Wiesenquelle und die Möslequelle durchnässt und sickert durch eine größere, teils sumpfige Fläche.

Quellen bei Herrischried (Lkr. Lörrach) bilden unter anderem Zuflüsse zur Oberen Murg: Die Schwandquelle (links) tritt an mehreren Stellen frei aus, die Rohrmoosquelle (Mitte) ist eine typische Wiesenquelle und die Möslequelle durchnässt und sickert durch eine größere, teils sumpfige Fläche.

Der Kreislauf der Natur

Seen bilden einen Mikrokosmos, in dem sich biologische und stoffliche Prozesse abspielen. Im Sommer speichern sie Wärme, die sie im Herbst bis Winter wieder abgeben. Die Lebensgemeinschaft in einem See ist komplex. Im Lichtraum leben Algen (Urproduzenten), die absinken und von Konsumenten wie Wasserflöhen, Hüpferlingen und Rädertierchen gefressen werden. Weitere Konsumenten sind Fische, die wiederum die kleinen Konsumenten fressen. Alles, was nach unten sinkt, wird durch Bakterien abgebaut und zersetzt. Die dabei freiwerdenden Nährstoffe kommen durch den jährlichen Kreislauf wieder nach oben und stehen dann erneut den Algen zur Verfügung.

 

Nicht nur die Flora, sondern auch die Fauna zeichnet sich durch Arten aus, die die Besonderheit des Naturparks Südschwarzwald unterstreichen: Die Wasseramsel (rechts) ist ein Indiz für natürlich belassene Gewässer und eine gute Wasserqualität, ebenso wie der Eisvogel (links), der unverbaute Steilufer als Nistmöglichkeit sucht.

Nicht nur die Flora, sondern auch die Fauna zeichnet sich durch Arten aus, die die Besonderheit des Naturparks Südschwarzwald unterstreichen: Die Wasseramsel (rechts) ist ein Indiz für natürlich belassene Gewässer und eine gute Wasserqualität, ebenso wie der Eisvogel (links), der unverbaute Steilufer als Nistmöglichkeit sucht.

Die Quelle der Donau

Fließgewässer bilden die Lebensadern der Landschaften. Rhein und Donau sind die Hauptadern, in die die Nebenflüsse münden. Diese werden gespeist von Bächen, die sich zu den Quellen hin immer mehr verzweigen.

Europas zweitgrößter Fluss ist die Donau. Sie hat ihre Quelle im Gebiet des Südschwarzwalds. Nicht umsonst heißt der Merkspruch, den die Schüler lernen: „Brigach und Breg bringen die Donau zu Weg“. Die 40,5 Kilometer lange Brigach entspringt nahe dem Ort Brigach bei St. Georgen. Die 46,2 Kilometer lange Breg hat ihren Anfang an der Martinskapelle bei Furtwangen. Unterhalb von Donaueschingen werden die beiden Quellflüsse zur Donau. Zwischen der Bregquelle und der nur 900 Meter entfernten Elzquelle, deren Wasser in den Rhein fließt, liegt die europäische Wasserscheide Donau-Rhein. Sie zieht sich mitten durch den Naturpark Südschwarzwald.

In den Rhein als einen der größten deutschen Flüsse entwässern viele Schwarzwaldflüsse. Er ist in mehrere Abschnitte gegliedert. Den Abschnitt zwischen Bodensee und Basel nennt man Hochrhein. Seine Nebenflüsse kommen vor allem aus dem südlichen Schwarzwald, zum Beispiel aus dem Hotzenwald. Der Abschnitt unterhalb von Basel bis Bingen wird Oberrhein genannt. Die dort mündenden Nebenflüsse verlassen den Südschwarzwald in westliche Richtung.

 

Ein Biber auf Futtersuche: In Europa war das zweitgrößte Nagetier der Erde fast ausgestorben. In den letzten 20 Jahren konnte sich der Bestand auch in Südwestdeutschland wieder deutlich erholen.

Ein Biber auf Futtersuche: In Europa war das zweitgrößte Nagetier der Erde fast ausgestorben. In den letzten 20 Jahren konnte sich der Bestand auch in Südwestdeutschland wieder deutlich erholen.

Ein Lebensraum für Kleintiere

Bäche und Flüsse bilden einen wichtigen Lebensraum für Kleintiere. Insekten und Larven verbergen sich auf der Unterseite von Steinen oder an Wurzeln. Das Wasser ist die Kinderstube vieler Insekten. Ihre Larven entwickeln sich aus den Eiern der Muttertiere, aus denen nach wenigen Wochen die Junglarven schlüpfen. Sie wachsen und häuten sich mehrmals, bis sie sich nach mehreren Monaten oder Jahren in geflügelte Tiere verwandeln und das Land erobern. Wasserkäfer, Krebse, Wasserschnecken und Strudelwürmer dagegen mögen es dauerhaft richtig nass. Sie verbringen ihr gesamtes Leben im Wasser.  Während manche Vögel am Wasser und Fische im Wasser leben, hat sich in den Schwarzwaldbächen noch ein weiterer Bewohner angesiedelt: der Biber.

 

Alle Tiere erfüllen bestimmte Aufgaben in den Gewässern: Der bis zu 20 Millimeter große Bachflohkrebs (links) dient Fischen, aber auch Wasseramseln als Nahrung. Bachflohkrebse sind auch Indikator für eine gute Gewässergüte. Wasserfloh (Mitte) und Hüpferling (rechts) gehören zu den Kleinstlebewesen in Gewässern. Sie ernähren sich von Algen, beziehungsweise von Pflanzenteilen.

Alle Tiere erfüllen bestimmte Aufgaben in den Gewässern: Der bis zu 20 Millimeter große Bachflohkrebs (links) dient Fischen, aber auch Wasseramseln als Nahrung. Bachflohkrebse sind auch Indikator für eine gute Gewässergüte. Wasserfloh (Mitte) und Hüpferling (rechts) gehören zu den Kleinstlebewesen in Gewässern. Sie ernähren sich von Algen, beziehungsweise von Pflanzenteilen.

Wanderungen am Wasser

Freunde der Natur kommen im Naturpark Südschwarzwald voll auf ihre Kosten. Rund um die beschriebenen Seen und Flüsse führen zahlreiche Wanderwege, die in der Wanderkarte des Schwarzwaldvereins aufgeführt sind. Je nach Kondition können Touren mit unterschiedlicher Streckenlänge und Höhenunterschieden gewählt werden. Sie führen vorbei an Wasserfällen und Felsen, Seen und Quellen.

Durch Wälder und Täler geht es weiter durch die traumhafte Naturlandschaft. Unterwegs warten Museen und Einkehrmöglichkeiten ebenso wie Ruinen und Strandbäder. Die Wanderkarten gibt es im Buchhandel oder auf der Internetseite unter www.schwarzwaldverein.de    [ sl ]

 

Weitere Informationen:

www.naturpark-suedschwarzwald.de/eip/media/gewasserlowres-1.pdf

 


Haus der Natur
Dr.-Pilet-Spur 4
79868 Feldberg

Tel. +49 7676 9336-10
Fax. +49 7676 9336-11
E-Mail. info@naturpark-suedschwarzwald.de
Web. www.naturpark-suedschwarzwald.de

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25. September 2020


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