Lastenräder – in manchen Fällen umgebaut – gehören seit einigen Jahren zur kostengünstigen und umweltfreundlichen Möglichkeit, um auch solche Verkehrswege zu nutzen, die für Autos zu schmal oder gesperrt sind.

Lastenräder – in manchen Fällen umgebaut – gehören seit einigen Jahren zur kostengünstigen und umweltfreundlichen Möglichkeit, um auch solche Verkehrswege zu nutzen, die für Autos zu schmal oder gesperrt sind.

Ein bayerisches Modellprojekt für eine umweltfreundliche Zukunft

Neuer richtungsweisender Trend unter dem Motto: „Lastenrad mieten, Kommunen entlasten“

Während öffentliche und private Mietsysteme für Fahrräder heute in vielen Städten zum Alltag gehören, sucht man vergleichbare Angebote für Lastenräder vergeblich. Das möchte Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer ändern: „Lastenräder bieten viele Vorteile: Sie dienen zur Beförderung der Kinder, zum Transport von sperrigem Gepäck oder einem Großeinkauf und können so Fahrten mit dem Auto ersetzen. Sie besitzen daher großes Potential für einen nachhaltigen, ausgewogenen Verkehrsmix.“ Ein bayerisches Modellprojekt soll den Bürgern die Lastenräder nun näher bringen.

 

Bereits 2017 zeigte eine Umfrage des Sozialforschungsinstituts Sinus, dass der Trend zum Lastenrad durchaus vorhanden ist. Sieben Prozent der Deutschen könnten sich laut dieser Umfrage einen Kauf vorstellen. 14 Prozent gaben an, dass sie ein Leihsystem nutzen würden. Die gleiche Untersuchung hat auch gezeigt, dass bereits damals ein Drittel aller deutschen Bürger das Rad regelmäßig als Verkehrsmittel nutzt. 2019 ist die Zahl der aktiven Radler wohl aufgrund der Klimaschutzbewegung sogar auf 44 Prozent gestiegen. Auch die aktuelle Corona-Krise wird die Nutzung noch gesteigert haben, zumal sich die Anzahl der begeisterten Radfahrer bereits in den beiden Jahren vor 2017 um stolze neun Prozent erhöht hatte.

Trotzdem scheuen viele den Kauf eines Lastenrades. Die Kosten sind meist zu hoch, und viele Radfahrer können nicht überblicken, ob sie das Rad auch wirklich so massiv nutzen würden, dass sich der Kauf wirklich lohnen würde. Dabei kann ein gutes Lastenrad den Einkauf, die Kinder, den Hund und noch vieles mehr unproblematisch von A nach B bringen. Bei der Umfrage von 2017 gab aber nur ein Prozent der Befragten an, regelmäßig ein Lastenrad zu nutzen.

Die bayerische Ministerin Schreyer hat deshalb im Mai 2020 ein neues Modellprojekt ins Leben gerufen, für das sich bis 1. Juli alle Städte und Gemeinden in Bayern mit bis zu 130.000 Einwohnern bewerben konnten.

 

In den Städten der Niederlande – wie in diesem Beispiel mit lebendiger „Fracht“ in Amsterdam – gehören Lastenräder schon viele Jahre zum gewohnten Bild.

In den Städten der Niederlande – wie in diesem Beispiel mit lebendiger „Fracht“ in Amsterdam – gehören Lastenräder schon viele Jahre zum gewohnten Bild.

Modellprojekt startet in acht Städten und Gemeinden

Eine Fachjury mit Vertretern des Verkehrsministeriums, des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) und der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK Bayern) hat nun aus den Bewerbungen acht Städte und Gemeinden ausgewählt. In Cadolzburg, Freising, Lindau, Marktredwitz, Passau, Postbauer-Heng und Würzburg werden in den nächsten Monaten Mietsysteme für Lastenräder mit Unterstützung durch das Verkehrsministerium entwickelt, bei denen der Freistaat bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten für die Anschaffung der Räder, die Einrichtung von Stellplätzen und die digitalen Komponenten des Verleihsystems übernimmt. Zusätzlich wird die Gemeinde Lechbruck als Sonderprojekt aufgenommen, um die Nutzung von Lastenrädern in einem Erholungsort zu testen. So soll praktisch untersucht werden, welche Faktoren ausschlaggebend sind, damit Lastenräder von möglichst vielen Bürgern intensiv genutzt werden.

 

Traditionell gehören vor allem in Asien (zum Beispiel auch in Bangladesh) Transporträder wie Rikschas zu den kostengünstigsten und auch praktischsten Verkehrsmitteln.

Traditionell gehören vor allem in Asien (zum Beispiel auch in Bangladesh) Transporträder wie Rikschas zu den kostengünstigsten und auch praktischsten Verkehrsmitteln.

Lastenrad als akzeptiertes, neues Verkehrsmittel

Die fachliche Begleitung und Evaluation des Modellprojekts, die auch die Auswertung der Nutzung und die Prüfung der Übertragbarkeit auf andere Kommunen beinhaltet, übernimmt ein Konsortium unter Leitung der TINK Walter & Wagner GbR. Sie wird vom Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr finanziert und den Modellkommunen zur Seite gestellt.

Ziel ist es, langfristig mit dem Lastenrad ein weithin akzeptiertes neues Verkehrsmittel in den Städten und Gemeinden Bayerns zu etablieren. „Mein Anliegen ist es, dass jeder Bürger in Bayern das für sich passende Verkehrsmittel frei wählen kann. Dafür brauchen wir eine breite Palette unterschiedlicher attraktiver Verkehrsträger. Mir ist wichtig, dass Gemeinden mit unterschiedlicher Topografie und Einwohnerzahl aus verschiedenen Teilen des Freistaats sowie aus dem urbanen und ländlichen Raum berücksichtigt wurden“, so die Verkehrsministerin.

Das bayerische Modellprojekt hat am 1. September 2020 begonnen und läuft bis Ende 2022. Damit die eingeführten Lastenrad-Mietsysteme von allen Bürgern in möglichst großem Umfang genutzt werden, wird den beteiligten Kommunen eine qualifizierte fachliche Beratung und Begleitung zur Seite gestellt, damit das Mietsystem individuell an die lokalen geografischen, infrastrukturellen, demografischen und institutionellen Gegebenheiten der Kommunen angepasst werden kann.

 

Ob „Schnäppchen-Schlepper“ oder „Lieblings-Laster“ – auch in Konstanz gibt es mittlerweile die Möglichkeit, sich ein Lastenrad auszuleihen. Zum Beispiel bei TINK.

Ob „Schnäppchen-Schlepper“ oder „Lieblings-Laster“ – auch in Konstanz gibt es mittlerweile die Möglichkeit, sich ein Lastenrad auszuleihen. Zum Beispiel bei TINK.

 

Informationen und Sinus-Umfrage zum Thema Lastenrad:

www.lastenrad.bayern.de

www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/fahrradmonitor-2017-ergebnisse.pdf


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