Johannes Büchs, Laura Kampf und Armin Maiwald (von links nach rechts) freuen sich auf den 50. Maus- Geburtstag: Was für ein Jubiläum! Seit der ersten Ausgabe der Lach- und Sachgeschichten am 7. März 1971 erklärt sie Jung und Alt die Dinge des Lebens, bringt Kinder und auch Erwachsene zum Staunen und zum Schmunzeln – heute im Fernsehen, im Radio, in der MausApp, auf die-maus.de und in den Sozialen Medien.

Johannes Büchs, Laura Kampf und Armin Maiwald (von links nach rechts) freuen sich auf den 50. Maus- Geburtstag: Was für ein Jubiläum! Seit der ersten Ausgabe der Lach- und Sachgeschichten am 7. März 1971 erklärt sie Jung und Alt die Dinge des Lebens, bringt Kinder und auch Erwachsene zum Staunen und zum Schmunzeln – heute im Fernsehen, im Radio, in der MausApp, auf die-maus.de und in den Sozialen Medien.

Die Welt in fünf, sechs, sieben Minuten erklären – das ist gar nicht so einfach!

50 Jahre „Die Sendung mit der Maus“: Moderator Christoph Biemann blickt zusammen mit KOMMUNALtopinform hinter die Kulissen der wohl kultigsten Wissenssendung im deutschen TV

Klein, orange und ganz schön schlau – die Rede ist von der Maus von der „Sendung mit der Maus“. In den deutschen Wohnzimmern hat sie längst Kultstatus erreicht. Kein Wunder: Schließlich steckt sie ihr kleines Näschen überall rein, wo es etwas Interessantes zu sehen und zu erklären gibt. Einer, der nicht nur als Regisseur und Autor zum Maus-Team der ARD gehört, sondern auch vor der Kamera, ist Christoph Biemann, der Typ mit dem Schnauzer und dem grünen Pullover. Im Gespräch mit KOMMUNALtopinform lässt er unsere Leser anlässlich des 50. Geburtstags der Maus einmal hinter die Kulissen blicken.

Herr Biemann, Sie sind gerade erst erwachsen geworden, waren gerade einmal 19 Jahre alt, als die Maus geboren wurde. Haben Sie ihre Geburt denn trotzdem miterlebt?

Mit 19 war ich an der Filmhochschule. Einer der Dozenten war Gert K. Müntefering, der Vater der Maus, wie man so sagen kann, und hat unserem Studienkreis „Kinder- und Jugendfernsehen“, den es damals gab, die ersten Maussendungen gezeigt.

 

Und Sie waren gleich begeistert?

Naja, so kann man das nicht sagen (lacht). Das war ’68, da war man ja noch ganz anders drauf – sehr kritisch und rebellisch. Wir haben ordentlich gemeckert: „Das ist ja alles Mist, man sieht ja nur Maschinen und keine Arbeiter. Wer macht denn das? Man lernt die Menschen ja gar nicht kennen.“ Tja, dann hat Gert K. Müntefering gesagt, „na, dann macht ihr doch mal ‘ne halbe Stunde Maus!“ Das haben wir dann auch gemacht – da war die Maus schon in der Welt, aber es war doch ziemlich nah dran, denke ich!

 

Und Sie waren fortan der Typ mit dem grünen Pullover neben der knallorangenen Maus? Welche Rolle hatten Sie denn da inne?

Meine Hauptrolle bei der Maus ist die des Autors und Regisseurs. Das vor der Kamera kam erst sehr viel später – und das grüne Sweatshirt nochmal ein bisschen später, mit der Atom-Maus. Meine Hauptarbeit ist tatsächlich hinter der Kamera.

 

Im Laufe dieser Arbeit haben Sie sicherlich auch Kommunen und Verwaltungen zu tun gehabt. War das für Sie ein wichtiger Baustein, auch mal zu zeigen, wie es in Rathäusern läuft und wie Kommunen arbeiten? Welche Schnittpunkte gab es da?

Mit den Kommunen selbst eigentlich weniger. Doch mit Stadtwerken, Energieversorgern oder der Müllabfuhr immer wieder. Manchmal hat man mit den Rathäusern selbst zu tun, wenn es um Drehgenehmigungen geht, aber eigentlich auch eher selten. Wir haben aber vor zwei Jahren mal bei der Stadt Köln angefragt, was es da so alles gibt – leider ist daraus bis jetzt keine Sachgeschichte entstanden. Vielleicht haben Ihre Leserinnen und Leser ja eine Idee.

Regisseur, Autor und Moderator Christoph Biemann ist schon seit nahezu vier Jahrzehnten Teil der „Sendung mit der Maus“. Als „Christoph“ im grünen Pullover trägt er in den Einspiel-Filmen der Sendung viel zur Aufklärung bei und ist bei den meisten Zuschauern bekannt.

Regisseur, Autor und Moderator Christoph Biemann ist schon seit nahezu vier Jahrzehnten Teil der „Sendung mit der Maus“. Als „Christoph“ im grünen Pullover trägt er in den Einspiel-Filmen der Sendung viel zur Aufklärung bei und ist bei den meisten Zuschauern bekannt.

Bestimmt! Schließlich sind die Städte und Gemeinden in unserem Verbreitungsgebiet nicht nur reich an innovativen Firmen, sondern gibt es auch in den Kommunen selbst vieles, wo sich ein Blick hinter die Kulissen für die Maus lohnen könnte. Gemeinsam mit der Maus haben Sie ja schon reichlich mit innovativen Entwicklungen zu tun gehabt und den Menschen viel Technik erklärt, lernt man da eigentlich auch als Autor und Regisseur dazu?

Natürlich, ich habe ganz viel gelernt. Wenn man sich einem Thema nähert, erschließen sich da schon ganz neue Welten. Wie eine Brennstoffzelle funktioniert zum Beispiel, oder eine Wärmepumpe. Da muss man sich schon richtig reindenken, um das auch so erklären zu können, dass es jeder versteht und dass es aber auch richtig ist. Es ist natürlich auch wichtig, dass man nicht irgendetwas erzählt, sondern den Kern der Sache richtig darstellt in fünf, sechs, sieben Minuten. Das ist manchmal gar nicht so einfach…

 

Das kann ich mir gut vorstellen. Auch in unserem Magazin KOMMUNALtopinform haben wir reichlich mit komplizierten und technischen Zusammenhängen zu tun. Vielleicht lohnt sich auch für uns ein Blick in die Sendung mit der Maus, was meinen Sie…?

Unbedingt! Sie werden lachen: 70 Prozent der Zuschauer der „Sendung mit der Maus“ sind tatsächlich Erwachsene!

 

Oh! Tatsächlich?

Ja, wirklich! Oft schauen die Eltern weiter, wenn die Kinder die Maus längst nicht mehr sehen. Das erleben wir ganz häufig. Die normale „Maus-Karriere“ endet bei Kindern mit etwa elf oder zwölf Jahren – und mit 18 steigen die Zuschauer dann wieder ein und gucken wieder fleißig.

 

Verblüffend! Sie alle begegnen dann auch diesem kleinen blauen Elefanten – der ja sogar kleiner ist als die orangene Maus neben ihm. Welche Rolle kommt ihm denn eigentlich zu?

Einmal ist er natürlich der Spielkamerad der Maus. Nach 13 Jahren mit der Maus alleine fiel dem Maus-Zeichner nicht mehr so viel ein, das die Maus machen kann.

Er schlug vor, dass die Maus einen Spielkameraden braucht, weil man mit zwei Figuren Geschichten viel besser und anders erzählen kann. Also bekam die kluge, intelligente Maus den kleinen Elefanten zur Seite. Und der ist vom Charakter her eher ein Kleinkind, macht auch mal Schabernack und ist neugierig – mehr Kind eben.

 

Er mutet durchaus etwas tollpatschig an. Das ist also so gewollt?

Ja, klar!

Armin Maiwald, der Erfinder der "Sendung mit der Maus" war das erste Gesicht der Sendung. Im Januar 2020 feierte er seinen 80. Geburtstag und ist nicht weniger neugierig auf neues Wissen.

Armin Maiwald, der Erfinder der „Sendung mit der Maus“ war das erste Gesicht der Sendung. Im Januar 2020 feierte er seinen 80. Geburtstag und ist nicht weniger neugierig auf neues Wissen.

Dann können wir ja froh sein, dass er nicht zu tollpatschig durch die Kulisse der 2309. Sendung anlässlich des 50. Geburtstags der Maus gestolpert ist… Wie haben Sie diese besondere Sendung denn erlebt?

Am Fernseher natürlich! Die Sendung war ja schon vorher produziert. Im Vorfeld, am 6. März, gab es ja auch noch die „Frag‘ doch mal die Maus“-Show, das war natürlich ein Highlight. Überhaupt gab es rund um das Jubiläum ganz vieles, das ich mir angeschaut habe.

An den Samstagabenden in den Folgewochen wird auch jeweils ein Jahrzehnt Maus gezeigt um 23.30 Uhr – also unbedingt schauen oder Videorekorder einschalten oder es sich in der Mediathek ansehen! …

 

Die Sendung hat tatsächlich Kult-Charakter bekommen. Haben Sie das jemals erwartet, dass die Sendung ein halbes Jahrhundert und vermutlich sogar noch älter werden würde?

Nein, das war wirklich nicht zu erwarten! Das war zwar eine schöne Sendung, aber damit war trotzdem nicht zu rechnen.

 

Womit erklären Sie sich das dann?

Die Maus ist eigentlich der Erfolg! Sie ist der beste Moderator. Der spricht nicht, oder: sie spricht nicht – wobei das Geschlecht tatsächlich noch umstritten ist. Die Maus kann Dinge zusammenhalten in einer Sendung, die sonst schwer in eine Sendung reinzupacken wären. Das ist der große Vorteil. Und natürlich – da muss ich meinen Kollegen und mir selbst auf die Schulter klopfen: Bei der Maus sind ganz viele Leute, die mit großem Engagement und Herzblut diese Sendung gestalten. Die haben einfach Spaß dran, machen das gerne, sind neugierig und lernen gerne – selbst Armin Maiwald, der über 80 Jahre alt ist, lernt immer noch gerne!

Die Maus bekam im Laufe der Jahre auch tierische Verstärkung: Seit dem 5. Januar 1975 ist der Elefant dabei, der von Friedrich Streich entwickelt wurde. Die ebenfalls von Streich entwickelte gelbe Ente hatte am 2. Januar 1987 ihren ersten Auftritt.

Die Maus bekam im Laufe der Jahre auch tierische Verstärkung: Seit dem 5. Januar 1975 ist der Elefant dabei, der von Friedrich Streich entwickelt wurde. Die ebenfalls von Streich entwickelte gelbe Ente hatte am 2. Januar 1987 ihren ersten Auftritt.

Man lernt eben nie aus – und genauso gehen den meisten die Wünsche niemals aus. Was denken Sie, was würde sich so eine Maus zu ihrem 50. Geburtstag noch wünschen?

Natürlich ein langes Leben, viele zufriedene Zuschauer und ein Umfeld, also die ARD und den WDR, das auch noch lange existiert. Dass es die Öffentlich-Rechtlichen gibt, ist nicht mehr so selbstverständlich wie früher, darum muss man schon auch ein bisschen kämpfen. Aber wenn Sie sich gerade in dieser Corona-Zeit anschauen, welchen Informationsvorsprung die Öffentlich-Rechtlichen haben und welche Kompetenz, das ist einfach nicht so schnell wegzudenken…

 

Bleibt zu hoffen, dass die Maus nie einen Maulkorb bekommt – und hoffentlich auch nie einen Mundschutz, oder?

Doch! Einen Mundschutz hat sie schon! Es gibt eine Maus-Figur im WDR, jemand der Maus auch einen Mundschutz verpasst. Ich find‘s richtig. Die Maus ist ja auch Vorbild.

 

Stimmt, ihre Vorbild-Rolle ist ja nicht zu vergessen… Herr Biemann, herzlichen Dank für das nette Gespräch – und auf dass Sie gemeinsam mit der Maus noch viele beispielhafte Sachgeschichten erzählen dürfen…

Gerne! Und vielleicht können Sie Ihre Leserinnen und Leser in den Kommunen ja bitten, uns zu erzählen, wenn es in den Verwaltungen und drumherum etwas Spannendes gibt, das man in einer Sachgeschichte erzählen kann. Wir sind stets offen für neue Vorschläge und Fragen, die wir beantworten können – immer her damit!

Eine Woche vor ihrem 50. Geburtstag begrüßten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Ehefrau Elke Büdenbender (links) die Maus und Ralph Caspers im Schloss Bellevue.

Eine Woche vor ihrem 50. Geburtstag begrüßten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Ehefrau Elke Büdenbender (links) die Maus und Ralph Caspers im Schloss Bellevue.

 

Weitere Informationen zur „Sendung mit der Maus“:

www.wdrmaus.de/maus50/index.php5

https://www.facebook.com/DieSendungmitderMaus/videos/157107522822133/?rf=108160259204349

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Sendung_mit_der_Maus

 


Logo WDR

Anstalt des öffentlichen Rechts

Appellhofplatz 1
50667 Köln

Tel. +49 221 220-0
Fax. +49 221 220-4800
E-Mail. redaktion@wdr.de
Web. www.wdr.de

Galerie zum Artikel


11. März 2021


1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne

(5,00 bei 1 Person/en)

Das könnte Sie auch interessieren