„Frag doch mal …“ nach dem Weg zum digitalen Rathaus

KOMMUNALtopinform klopfte digital an mehrere Rathaustüren und wollte wissen, wie kurz und schnell der Weg für die Bürger in ihr Rathaus ist

Meldewesen, Bauanträge, Personalausweis – was geht? Kommen Ältere oder Menschen ohne digitale Ausrüstung mit dem Onlineservice zurecht? Unsere Redakteurin Steffi Findeisen hat in mehreren Gemeinden und Städten nachgefragt. Fünf Ansprechpartner aus vier Rathäusern gaben bereitwillig Auskunft.

 

Amberg: Die Behörde muss zum Nutzer und nicht umgekehrt

In Amberg, der kreisfreien Stadt im Regierungsbezirk Oberpfalz in Ostbayern, leben über 42.000 Menschen (42.126, Stand: 30. September 2020). Dort wird die Digitalisierung von den Verantwortlichen sehr wichtig genommen.

 

Matthias Friedl: „Wichtig ist, Aufgaben wie Verwaltungsleistungen ‚dahoam‘ zu erledigen.“

„Die Stadt Amberg vollzieht derzeit den Wandel von einer klassischen Verwaltung hin zu einer dienstleistungsorientierten Behörde. Ein wichtiger Baustein dazu ist die Digitalisierung, welche unser Serviceangebot für die Kunden auf ein höheres Niveau heben soll. Die Digitalisierung besitzt bei uns einen sehr hohen Stellenwert und wird nicht zuletzt durch unseren Oberbürgermeister Michael Cerny unterstützt und vorangetrieben. Unser Ziel, alle möglichen Verwaltungsleistungen online anzubieten beziehungsweise zu verbessern, verlangt dabei eine stetige Überprüfung verbunden mit der Frage: ‚Wie können wir es dem Nutzer noch verständlicher und einfacher machen?‘ Dabei ist das gute Zusammenspiel von Fachabteilung, IT-Abteilung und der Organisation als Koordinator enorm wichtig.

Neben unserer neu gestalteten Homepage bieten wir unsere Verwaltungsleistungen auch auf dem Bayernportal an, um den Freistaat zu unterstützen, das vom Onlinezugangsgesetz geforderte Verwaltungsportal mit Leben zu füllen. Im Gegenzug hilft uns der Freistaat mit dem Förderprogramm ‚Digitales Rathaus‘ und dem regen Austausch mit dem Staatsministerium für Digitales unsere Leistungen zeitgemäß zu präsentieren. Mit unserer Amberg-App bieten wir unseren Nutzern die Möglichkeit, bequem an Informationen zu kommen.

Unser Ziel ist es, online alle notwendigen Informationen zu liefern und zeitaufwendige Vorsprachen zu ersparen. Die Coronapandemie zeigt uns wie wichtig es ist, Verwaltungsleistungen ‚dahoam‘ zu erledigen. Entsprechend hat diese Krise unser Vorhaben beschleunigt. Mit pandemiebedingter Schließung der Stadtverwaltung für spontane Besuche, hat auch das Roll-out unsere Online-Terminvereinbarung vorangetrieben. Trotz guter Angebote wollen einige Nutzer persönliche Amtsgänge machen, können aber Termine bequem online buchen, um längere Wartezeiten zu vermeiden.“

 

 

Dominik Breit: „Digitalisierung hilft, uns als Dienstleister zu präsentieren.“

„Digitalisierung und Verwaltung – diese Wörter galten auch bei uns lange Zeit als Gegensatz. Jedoch sehen wir die Digitalisierung als Chance, uns als Dienstleister zu präsentieren, zumal viele Verwaltungsleistungen mittels standardisierter Arbeitsabläufe für Sachbearbeiter vereinfacht werden können, was in Zeiten des Fachkräftemangels wichtig ist. Bei der Digitalisierung unterscheiden wir zwischen der Digitalisierung unserer internen Arbeitsabläufe und dem digitalen Serviceangebot unserer Verwaltung. Der bislang erfolgreiche Aufbau unseres digitalen Serviceangebotes konnte durch die Etablierung einer Stelle im Organisationsbereich weiter optimiert werden. Dabei gilt diese Stelle als Koordinator zwischen den Fachämtern und der IT. Wir sind der Auffassung, dass es nicht sinnhaft ist, lediglich die Verwaltungsleistungen konform zum Onlinezugangsgesetz online anzubieten und zu empfangen, um diese im Fachamt auszudrucken. Daher sind wir bestrebt, das Anliegen des Nutzers ebenfalls digital auf der Verwaltungsseite zu verarbeiten. So wird der gesamte Vorgang digital abgebildet. Einige unserer Online-Dienste können wir selbstständig generieren, bei anderen setzten wir Marktlösungen ein. In den nächsten Jahren wollen wir unser Online-Angebot noch stärker bewerben nach dem Motto: „Nicht der Nutzer muss zur Behörde, sondern die Behörde muss zum Nutzer.“

 

Weitere Informationen:
www.amberg.de
www.amberg.de/rathaus/downloads

 

Das Rathaus wurde erstmals 1348 schriftlich erwähnt. Sein heutiger Kern, die als gotisches Zimmer bezeichnete ehemalige Ratskapelle und der später als Großer Saal bezeichnete Raum, entstanden in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts.

 

Die Aussagen weiterer Verantwortlicher können Sie hier ebenfalls nachlesen.
Bisher haben wir weitere Statements aus:
Karlsruhe
Straubing    und
Ulm

Wir bedanken uns ganz herzlich dafür!

 

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Wie sieht es in anderen Kommunen mit der Digitalisierung aus?
Was geht und was geht nicht?
Wo sehen Sie noch Ausbaupotential?
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17. März 2021


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