Wer im Winter Spaß am Eis- und Schneebaden haben möchte, sollte unter Anleitung im Herbst beginnen.

Wer im Winter Spaß am Eis- und Schneebaden haben möchte, sollte unter Anleitung im Herbst beginnen.

Wenn das Lächeln fast von allein kommt

Das Zauberwort heißt Biohacking und ist zum Mantra einer Kleinstadt zwischen Alb und Schwarzwald geworden

Bad Dürrheim ist seit 150 Jahren eng mit dem Metier Gesundheit verbunden. Wasseranwendungen gehören zu den Kernthemen und richten auch das Augenmerk auf das 200. Jubiläum von Pfarrer Sebastian Kneipp. Als Urvater und Hydrotherapeut der Kaltwassertherapie wäre er heute überzeugter Biohacker – darüber sind sich Gesundheitsexperten des Ortes einig.

Biohacking – was ist, kann und soll das? Im Internet ist man schnell bei einer Homepage, die mit Begriffen wie Waldbaden, Stressabbau, Powerbooster, Atemsessions, Functional Training und Challenges neugierig macht. Das Hoppla-Erlebnis: Was haben die NASA mit Zimmerpflanzen und Ingwerknollen mit dem Bodensee zu tun? Außer einem Team von Therapeuten sind hier zwei Frauen federführend, die Nachhaltigkeits- und Biohackingbeauftragte der Kur- und Bäder Beate Proske und die Naturpsychologin und Trainerin Wiebke Dirks, die bei dem niederländischen Extremsportler Wim Hof eine Ausbildung absolviert und das Biohacking-Team in Bad Dürrheim aktiv unterstützt.

Kurz vor dem Einstieg ins kalte Wasser leitet Trainerin Wiebke Dirks (ganz hinten) ihre Schützlinge an.

Kurz vor dem Einstieg ins kalte Wasser leitet Trainerin Wiebke Dirks (ganz hinten) ihre Schützlinge an.

Beate Proske stellt sich als Neuling mit überraschenden Erfahrungen vor, die sie unter Anleitung von Trainerin Dirks sammelt, um zu erspüren, wie ihr Körper reagiert. Ihr Beispiel: „Die Vorbereitung zum Eisbaden begann im Herbst mit einer Gruppe im kalten Schwarzwaldbach.“ Entgegen ihren Vorstellungen kam es anders: kein sofortiges Abtrocknen, nur kleine Übungen gegen das Auskühlen. So lernt sie wie ihr Körper reagiert. „Die Endorphine kommen auf Knopfdruck und das Glückslächeln geht nicht mehr aus dem Gesicht. Das war ein tolles Gemeinschaftsgefühl. Wettbewerb und Ego haben hier nichts zu suchen. Allein dem Körper und der Seele soll es guttun.“

Entspannungs- und Atemübungen, überhaupt der bewusste Umgang mit dem eigenen Körper, stärken die körperliche und geistige Power.

Entspannungs- und Atemübungen, überhaupt der bewusste Umgang mit dem eigenen Körper, stärken die körperliche und geistige Power.

Biohacking steht für Inspirationen, um körperlich und mental mehr Lebensqualität durch Outdoor- und Indoor-Angebote zu erlernen – online und vor Ort. In Bad Dürrheim stehen drei klare Kernthemen im Fokus: Atemwege stärken, körperliche und geistige Power sowie Stressmanagement und Resilienz. Zu erfahren und zum Ausprobieren über den 24/7-Service auf der Internetseite. Ständig werden digitale und Vor-Ort-Angebote erweitert. Als fixe Vor-Ort-Termine stehen im Kalender Anbaden, Kneipp-Jubiläum, Abbaden und im November der erste Biohacking-Kongress mit der Vorstellung von Bad Dürrheim als erste deutsche Biohacking Destination. Im Laufe des Jahres bieten Schnupperkurse mit spannenden Übernachtungsmöglichkeiten Gelegenheit zum Aufatmen.   [ sf ]

Atemsession nach der Wim-Hof-Methode mit Wiebke Dirks am Bad Dürrheimer Sole-Gradierwerk.

Atemsession nach der Wim-Hof-Methode mit Wiebke Dirks am Bad Dürrheimer Sole-Gradierwerk.

Drei Fragen an Markus Spettel, Geschäftsführer der Kur- und Bäder GmbH Bad Dürrheim:

Wann und wie wurde Biohacking zum Reizwort für Ihre Marketingstrategie?

Der Begriff fiel zum ersten Mal Anfang 2018 in einem Kreativworkshop mit Storyteller Alexander Christiani. Die Kur- und Bäder war gemeinsam mit dem örtlichen Marketingbeirat auf der Suche nach einem neuen übergeordneten touristischen Thema.

Hintergrund war, dass dieses die Stärken und Kompetenzen Bad Dürrheims beinhalten, ausbauen und ermöglichen sollte, das Image aufzufrischen, ein jüngeres Publikum anzusprechen, sich von der Masse abzuheben und damit vom Wettbewerb zu differenzieren. Schnell war klar: Unsere Stadt sollte die erste Biohacking-Destination in Deutschland werden und die Kernkompetenz Gesundheit, die uns seit über 150 Jahren begleitet, auf ein neues und innovatives Level heben.

 

Auf der Internetseite sprechen Sie eher junge Leute an. Eignen sich Module auch für generationsübergreifende Interessen?

Das stimmt, wir sprechen bewusst auch eine jüngere Zielgruppe an. Das äußert sich in der Kommunikation und unserem Design, nicht nur auf unserer Website, sondern auch auf unseren Social-Media-Kanälen. Mit Biohacking wollen wir das Thema Gesundheit auf das nächste Level heben. Es geht um die Stärkung des Bewusstseins für die eigene Gesundheit, möglichst bevor man krank wird.

Somit ist das Thema selbstverständlich generationsübergreifend und keine Frage des Alters. Dass wir in unserem Ort die Kompetenz besitzen, Gesundheit ganzheitlich abzubilden, ist sicher glaubwürdig, da es seit Jahrzehnten unser tägliches Geschäft und eine tragende Säule unserer lokalen Wirtschaft ist.

 

Was macht Sie zuversichtlich, dass das Konzept – einst unter völlig anderen Voraussetzungen entwickelt – das Potenzial für einen kraftvollen Schwung aus der Krise hat?

Ja, das Konzept wurde zunächst unter anderen Vorzeichen in einer sehr erfolgreichen Phase entwickelt. Jetzt ist die Situation eine andere. Die seit einem Jahr anhaltende Krise zeigt uns, was das Thema Gesundheit tatsächlich für uns bedeutet. Der Start des Konzeptes Biohacking kommt aus meiner Sicht sogar genau zum richtigen Zeitpunkt, da es einen Großteil dessen abbildet, was uns in der Krise fehlt – ganzheitliche Gesundheit und die Möglichkeit zur Entfaltung unseres vollen Potenzials.

Das Gesundheitsbewusstsein dürfte in der Krise generationsübergreifend gestiegen sein. Und dass das Wort Krise oder „Krisis“ bereits im alten Griechenland nicht nur den Höhepunkt einer gefährlichen Entwicklung, sondern gleichzeitig auch einen Wendepunkt beschrieb und der Begriff Krise im Chinesischen sowohl die Gefahr als auch die Chance zugleich beinhaltet, ist für mich bezeichnend. Denn das Wort beschreibt damit letztendlich auch eine Entscheidungssituation.

Und unsere Entscheidung lautet nicht, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern den Ausblick optimistisch auf unsere Stärken und unsere Zukunftschancen zu richten. Daher bin ich mir sicher, dass das Potenzial unseres Konzepts für einen kraftvollen Neustart jetzt sogar noch größer ist als zuvor.   [ sf ]

Außer einem Team von Therapeuten sind hier zwei Frauen federführend: Neben der Naturpsychologin und Trainerin Wiebke Dirks, die bei dem niederländischen Extremsportler Wim Hof eine Ausbildung absolviert und das Biohacking-Team in Bad Dürrheim aktiv unterstützt, ist auch die Nachhaltigkeits- und Biohackingbeauftragte der Kur- und Bäder Beate Proske (links) mit von der Partie. Markus Spettel, Geschäftsführer der Kur- und Bäder GmbH Bad Dürrheim (rechts), beantwortete Fragen zum Hintergrund dieses besonderen Projekts.

Außer einem Team von Therapeuten sind hier zwei Frauen federführend: Neben der Naturpsychologin und Trainerin Wiebke Dirks, die bei dem niederländischen Extremsportler Wim Hof eine Ausbildung absolviert und das Biohacking-Team in Bad Dürrheim aktiv unterstützt, ist auch die Nachhaltigkeits- und Biohackingbeauftragte der Kur- und Bäder Beate Proske (links) mit von der Partie. Markus Spettel, Geschäftsführer der Kur- und Bäder GmbH Bad Dürrheim (rechts), beantwortete Fragen zum Hintergrund dieses besonderen Projekts.


Kur- und Bäder GmbH Bad Dürrheim Logo

Luisenstraße 4
78073 Bad Dürrheim

Tel. +49 7726 66 62 66
E-Mail. info@badduerrheim.de
Web. www.biohacking-bd.com

26. April 2021


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