Fridays for Future organisiert viele Aktionen: hier eine Abenddemo in Ulm/Neu-Ulm Ende November 2019

„Frag doch mal …“ was sich gegen den Klimawandel tut

Fridays for Future, Stadt- und Kreisverwaltungen, Organisationen und Vereine arbeiten deutschlandweit für ein besseres Klima zusammen

Die Bewegung der Fridays for Future in Ulm und Neu-Ulm gehört mit zu den aktivsten im Land. Wir fragten im Neu-Ulmer Landratsamt Florian Drollinger, der als Klimaschutzmanager auch Ansprechpartner für Merit Willemer und ihre Verbündeten der Ortsgruppe der beiden benachbarten Städte ist, wie es mit der Kommunikation klappt. Auch wenn die Positionen unterschiedlich sind, ist auch hier auf beiden Seiten der Gedanke, immer miteinander im Gespräch zu bleiben, stark verankert.

 

Florian Drollinger: „Kontakt ist wichtig“

„Bei uns in der Region stehen die Städte Ulm und Neu-Ulm im Fokus von Fridays for Future. Hier wurden auch direktere Forderungen aufgestellt, was auch nachvollziehbar ist, da die Tätigkeiten in einer Stadt konkreter erkennbar sind. 2019 war ich bei einer von Fridays for Future organisierten Veranstaltung in Ulm dabei, bei der sich unterschiedliche Vertreter vorstellten, die sich für den Klimaschutz in der Region einsetzen. Hier wurden die Fridays for Future-Forderungen für die Region nochmals konkretisiert.
Seit 2014 bin ich Klimaschutzmanager für den Landkreis Neu-Ulm, und seit 2019 arbeite ich mit unserer zusätzlichen Mobilitäts-Klimaschutzmanagerin Antonia Gordt im Team. Uns ist es wichtig, dass auch wir den Kontakt suchen. Aus diesem Grund hatten wir dieses Jahr eine Videokonferenz mit Fridays for Future-Aktivisten. Es war ein freundlicher, unbefangener Austausch, und wir haben uns dabei gegenseitig Unterstützung angeboten.
Ein Landkreis oder eine Stadt haben unterschiedliche Möglichkeiten, nicht nur was das Klimaschutz-Budget betrifft. Fridays for Future ist ja ausschließlich auf Spenden angewiesen, daher haben wir auch angeboten, zum Beispiel die Kosten für Referenten zu übernehmen. Denn oftmals wird nicht bedacht, dass selbst für Online-Veranstaltungen teils nicht unerhebliche Kosten anfallen.
Mir liegt am Herzen, dass die Aktivisten auch bei kleinen Misserfolgen nicht die Leidenschaft für ihr freiwilliges Engagement verlieren. Klimaschutz kann auch durchaus mal frustrierend sein. Und zudem geht es in öffentlichen Verwaltungen manchmal nicht in dem Tempo voran, das Fridays for Future vorschwebt. Bis Entscheidungen in Gremien getroffen und schließlich umgesetzt werden, kann es einige Zeit dauern. Das ist für Außenstehende manchmal schwer nachvollziehbar. Hier wäre mehr Verständnis schön, mancherorts allerdings gerne auch mehr Tempo bei den Entscheidungsträgern. Wir haben das Glück, einen Landrat an der Spitze zu haben, der sich eindeutig zum Klimaschutz bekennt. Dies ist ein riesiger Vorteil, ohne Herrn Freudenbergers Unterstützung wäre es auch in der Umsetzung auf Arbeitsebene schwerer.
Das Klimaschutzmanagement ist seit 2020 unserem neuen Fachbereich ‚Zukunft und Innovation‘ zugeordnet, was auch neue Möglichkeiten bietet. So haben wir gerade eine Studentin im Klimaschutz, die bei uns ihr studentisches Praktikum absolviert. Im Anschluss ist bereits das nächste Praktikum einer städtischen Verwaltungsangestellten vereinbart. Die Möglichkeit, ein Praktikum zu absolvieren, haben wir auch den Aktivisten von Fridays for Future angeboten, um Klimaschutz aus Sicht der Verwaltung kennenzulernen und dann vielleicht auch eine entsprechende Berufswahl einzuschlagen. Wir engagieren uns letztlich für die gleiche Sache, nur eben in verschiedenen Positionen.“


Kontakt:

Landratsamt Neu-Ulm
Fachbereich 41 – Zukunft und Innovation
Messerschmittstraße 7, 89231 Neu-Ulm
Tel.: +49 731 70 40-4605
florian.drollinger@lra.neu-ulm.de
www.landkreis.neu-ulm.de

 

 

Merit Willemer: „Es liegt am Willen“

„`You are never too small to make the difference.´ Mit diesem Zitat fasst Greta Tunberg den ganzen Erfolg von Fridays for Future zusammen. Wir sind nie zu klein, um den Unterschied zu machen. Die entscheidende Frage ist nur wo wir uns einsetzen. Jahrelang wurde die Lösung der Klimakrise auf individueller Ebene gehalten. Wir machen klar, dass das nicht die Lösung ist.
Die Klimakrise ist ein systemisches Problem und egal, wie sehr Einzelpersonen auf ihren Konsum achten, werden sie nur damit nicht dieses System ändern. Wir sind aber trotzdem nicht zu klein und jedes Individuum ist wichtig. Denn wenn wir uns verbünden, können wir genau die Veränderung herbeiführen die es braucht. Und genau das tut Fridays for Future seit über zwei Jahren. Und wir sind dabei nicht nur in den Metropolen dieser Welt, sondern überall. Denn auch hier ist kein Ort zu klein für Protest. Die Klimakrise wird überall zu spüren sein und alle Menschen treffen, wenn auch manche Regionen sehr viel früher und härter.
Wir in Ulm und Neu-Ulm wissen, dass wir alleine nicht die Weltpolitik ändern werden, aber es braucht auch die Veränderung im Kleinen, bei den Städten und Kommunen. Klar bringt es dem Weltklima nicht viel, wenn nur Ulm und Neu-Ulm alles für die Nichtüberschreitung der 1,5-Grad- Grenze tun und klimaneutral werden, Verkehrs und Energiewende durchführen und so weiter.
Aber stellen wir uns mal vor, das würden alle Städte und Kommunen machen. Wenn die Ziele nicht von oben durchgesetzt werden, dann müssen wir sie von unten angehen. Das haben leider unsere Bürgermeisterin und unser Bürgermeister noch nicht verstanden.
Was wir tun ist Druck auszuüben, immer und immer wieder. Wir richten uns an die städtische Ebene genauso wie an die Bundespolitik und an die internationale Politik. Das machen wir, indem wir Streiks organisieren und dabei im letzten Jahr mächtig kreativ geworden sind. Wir können zwar gerade nicht mehr die Millionen auf die Straße bringen, bleiben aber trotzdem präsent auf der Straße. Außerdem haben wir die Zeit genutzt und intensive Gespräche mit unseren Lokalpolitikern geführt, was uns geholfen hat, die Abläufe besser zu verstehen.
Aber was wir gemerkt haben ist, dass es meistens am Willen liegt. Es ist etwas falsch, wenn uns alle Fraktionen des Gemeinderats sagen, dass sie alles für 1,5 Grad tun wollen und trotzdem nichts passiert. Gerne wird auch darauf verwiesen, dass so ein Gemeinderat ja nichts bewirken kann. Aber auch hier: You are never too small to make the difference.“


Kontakt:

www.fridaysforfuture.de/ortsgruppen/ulm  und
www.facebook.com/ulm.fridaysforfuture

 

Fridays for Future Demo in Ulm und Neu-Ulm

Mit Ideen unterwegs für die Klimaziele: Die Fridays-for-Future-Aktivisten von Ulm und Neu-Ulm.

 

Eine von vielen Aktionen: Im Herbst 2020 – vom 10. September bis 2. November – fand in Ulm das Klimacamp statt.

 

 

Die Aussagen weiterer Klimaaktivisten können Sie hier ebenfalls nachlesen.
Bisher haben wir folgende Statements zur Klimathematik von:
Flensburg
Freiburg
Konstanz
Naturpark Südschwarzwald
Staatsministerium Baden-Württemberg und KEA Baden-Württemberg

Wir bedanken uns ganz herzlich dafür!

 

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Diskutieren Sie mit!


Wie sieht es in anderen Kommunen mit Klimaprojekten und -aktionen aus?
Was geht und was geht nicht?
Wo sehen Sie noch Ausbaupotential?
Womit sind Sie zufrieden?

Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit –
wir sind gespannt darauf!


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Redaktion KOMMUNALtopinform
Verlag und Medienhaus Harald Schlecht
Auf dem Schildrain 8
78532 Tuttlingen

E-Mail. info@kommunaltopinform.de
Web. https://kommunaltopinform.de

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21. Juni 2021


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