Die Kommunen leben vom Erfindungsreichtum ihrer Bürger. Weiterentwicklung ist hierbei wichtig.

Die Kommunen leben vom Erfindungsreichtum ihrer Bürger. Weiterentwicklung ist hierbei wichtig.

Kommune, wechsel Dich!

Die Menschen verändern sich und mit ihnen verändert sich das Kommunalleben

Der Mensch strebt nach Weiterentwicklung, denn Stillstand wäre ein Rückschritt. Doch wie verändern sich die Menschen in unseren Kommunen? Wie sieht unser Zusammenleben
der Zukunft aus? Um diese Frage zu beantworten, betrachten wir den gesellschaftlichen Entwicklungsprozess von der Vergangenheit bis in die Zukunft.

Die Großfamilie

Wer einst Lebensmittel und eine warme Stube anbieten konnte, hatte die wichtigsten Voraussetzungen, um zu überleben. Im Laufe der Zeit wurden die persönlichen Anstrengungen für die Erfüllung der Grundbedürfnisse wie Essen und Wohnen geringer, und es wurde mehr Raum und Energie für die persönliche Entfaltung frei.

Die junge Familie strebte nach Lebensqualität. Die eigene Wohnung wurde ein angestrebtes Ziel und ein Zeichen des eigenen Wohlstands. Neue Freizeitaktivitäten, Hobbies, Vereine und Gruppen entstanden. Die Mobilität ermöglichte den Menschen das Reisen sowie ein individuelles Leben und gleichzeitig den Großfamilienkult – trotz räumlicher Trennung.

 

Generationen getrenntes Wohnen

Wer es sich leisten wollte, der bezog eine eigene Wohnung. Damit wurden unterschiedliche Bedürfnisse für die Lebenslagenplanung, die Freizeitgestaltung und die Erwerbsarbeit realisierbar. Langlebige Möbel wurden durch schnörkellose Industrieware ersetzt. Alt mag stabil sein, ist und bleibt aber alt. Große Hausgärten wurden überflüssig und konnten bebaut werden. Eine verdichtete Wohnbebauung erreicht auch die Landbevölkerung.

 

Veranstaltungsangebote – auch in kleineren Städten – machen diese für die Bürger attraktiv.

Veranstaltungsangebote – auch in kleineren Städten – machen diese für die Bürger attraktiv.

Termingesteuerte Gemeinsamkeit

Neue Wissenschaften, neue Werkstoffe, neue Fertigungs- und Vertriebsformen entstehen. Die neu gewonnene Mobilität macht es möglich, dass junge Leute ein Auslandsstudium absolvieren. Fachmonteure und Spezialisten sind heute im Süden und übermorgen im Norden. Entfernungen sind kein Hindernis, sondern nur Herausforderungen. Die größte Herausforderung besteht darin, zum vereinbarten Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein.

„Gemeinsame Zeit“ wird zu einem der wertvollsten Geschenke, und dieses Geschenk erfordert sorgfältige Planung und Koordination. Wer jetzt den Bogen zu städtischen Gruppen und Vereinsaktivitäten herstellt, der kann beobachten, dass zum Beispiel in der Jugendausbildung von Sport- und Kulturvereinen neue Sitten einkehren. Hoffnungsvolle Talente folgen dem Ruf von Arbeitgebern an andere Orte. Die begabte Tenorhornbläserin steht im Musikverein nicht mehr zur Verfügung.

Jugendausbildung ist also historisch und satzungsgemäß eine wichtige Vereinsaufgabe, aber heute nicht bedeutend für die Entwicklung des Vereins. Lebensmittelpunkte werden zu Ereignissen. Begegnungen sind wie ein Feuerwerk, flammen auf, verbreiten Freude. Dann wechseln die Menschen wieder ihren Ort.

 

Eine eigene Familie wird auch in Zukunft wichtig bleiben.

Eine eigene Familie wird auch in Zukunft wichtig bleiben.

Kommerzorientierte Zukunft

Leben und Arbeiten, Anspannung und Entspannung – die Grundbedürfnisse der Menschen werden nicht ausgeknipst, sie verändern sich. Die Wünsche nach Selbstbestimmung und Wohlfühlen bleiben erhalten. Ein schneller Wechsel an Mitgliedern ist für gemeinnützige Organisationen mit ehrenamtlich Tätigen jedoch schwer zu bewältigen. Vereine sind auf derartige Wechselstrukturen nicht vorbereitet.

Es wäre vermessen, zu glauben, die Zukunft kann vorausgesagt werden, aber Zukunft kann gestaltet werden. Tatsache ist, dass viele örtliche Einrichtungen Existenzängste haben. Viele kleine Existenzen sind nur noch deswegen am Markt, weil aufgeben aufwändiger ist als weitermachen. Vereine und Organisationen haben Probleme, ausscheidende Leistungserbringer und Führungskräfte zu ersetzen. Für Neues fehlen die Motivation und der Elan. Vielleicht fragen wir uns mal: Wie sieht meine kommunale Umgebung in fünf oder zehn Jahren aus?

Der Bevölkerungs-Mix besteht aus selbstbewussten, zielorientierten Menschen aller Altersschichten. Aus Menschen, die Erfahrungen aus vielen Regionen und Tätigkeiten, Erfolge und Enttäuschungen mitbringen. Menschen, die Erfolge hoch bewerten. Bleiben Erfolge aus, ist ein Wechsel zu anderen Magnetpolen leicht möglich. Das zwingt uns, unsere Aufgabe in sichtbare Erfolgsetappen aufzuteilen.

Wem es nicht gelingt, Etappenziele sichtbar zu machen, der wird scheitern. Dass einerseits Projekte einen immer längeren Weg benötigen und andererseits Erfolge schneller ‚verkauft‘ werden sollten, sind Widersprüche. Doch die schnelllebige Zeit benötigt Erfolge.

Wie könnte das Kommunaleben künftig aussehen? Den goldenen Ratschlag gibt es nicht, aber jeder Gedanke kann zu regional passenden Weiterentwicklungen inspirieren.

 

Begegnen, freuen und vertrauen statt immer nur „höher, weiter, schneller“

  • Vereine und Organisationen pflegen eine Rückbesinnung auf Gemeinschaft
  • Neubürger und nur befristet hier Wohnende werden für Projekte interessiert. Freude und Erfolge werden möglichst sofort erkannt. Auch wer zum Beispiel an nur vier Treffen dabei sein wird, ist willkommen.
  • Einzelhandel, Kleinunternehmen, Handwerker, Gastronomie haben gemeinsame Aufenthalts-, Informations-, Bedienungs- und Verkaufs-Punkte.

 

Vereine, vor allem kleinere Sportvereine, erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Vereine, vor allem kleinere Sportvereine, erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Wie könnte das im Einzelnen aussehen?

Vereine: Im Fokus steht verstärkt der Begegnungs- und Unterhaltungsfaktor, das kann zu Lasten der sportlichen oder/und kulturellen Leistungsziele gehen.

Neubürger: Die Wahl des künftigen Wohnorts wird oft beeinflusst vom Ort des künftigen Studien- oder Arbeitsplatzes. Die neue Umgebung wird als vorläufige Bleibe gewählt. Dort werden ganz gezielt kurzfristige Angebote für Freizeit und weitere Entwicklungen angenommen. Gezielt begegnen, freuen und vertrauen.

Einzelhandel: Neue Treffpunkte im Dorf entstehen. Bei einem Kaffee oder einem Imbiss können Hilfsdienste und Termine zum Beispiel für Haushalt, Friseur, Handwerkerleistungen, Rathausbesuche, Pflegeunterstützung, Vereins-
kontakte aber auch Online-Bestellungen für Waren und Dienstleistungen der Region vereinbart werden. Den „Neuen“ in der Kommune werden Anbieter von Reparaturen oder Dienstleistungen empfohlen. Einfache Bestell- und Anbieterabwicklungen werden durch Standleitungen, Info-Punkt, Thekenbesetzung, Anbieterfilme aufgezeigt und ermuntern zum Einstieg in den Dialog. Lösungen verdrängen Sankt Bürokratius!     Gustav Schlecht


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29. Juni 2021


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