“Science for Future: Ignoriert nicht die Fakten!“ und „Bäume tun mehr für uns’re Zukunft als Ihr!“ – mit solchen oder ähnlich klaren Ansagen prangern Jugendliche und Kinder der Fridays-for-Future-Bewegung seit Herbst/Winter 2018 die jahrzehntelange Untätigkeit und Ignoranz von führenden Politikern und Großkonzernen an.

“Science for Future: Ignoriert nicht die Fakten!“ und „Bäume tun mehr für uns’re Zukunft als Ihr!“ – mit solchen oder ähnlich klaren Ansagen prangern Jugendliche und Kinder der Fridays-for-Future-Bewegung seit Herbst/Winter 2018 die jahrzehntelange Untätigkeit und Ignoranz von führenden Politikern und Großkonzernen an.

So denken wir und so handeln wir

Pauline Brünger: Porträt einer Aktivistin der deutschlandweiten Bewegung Fridays for Future

Pauline Brünger ist Mitbegründerin der Fridays for Future in Köln. Sie vertritt bundesweit die Bewegung in der Öffentlichkeit, koordiniert Kommunikation und Kampagnen. In einem Telefonat mit unserer Redaktion reflektiert sie ihre ehrenamtliche Arbeit, ihre Wünsche und Ziele.

„Seit 19 Jahren lebe ich in meiner Heimatstadt Köln, habe voriges Jahr Abitur gemacht und studiere jetzt an der Universität Düsseldorf Philosophie, Politik und VWL. Seit meinem 15. Lebensjahr war ich in der Greenpeace-Jugend. Wir hatten von Greta und ihren Streiks gehört und wollten auch etwas tun. So kam ich zu Fridays for Future.

 

Mein entscheidender Moment… war der erste Streik: Am 14. Dezember 2018 war die Geburtsstunde unserer Bewegung. Eigentlich hätte ich noch Französisch gehabt. Doch ich stand mit den anderen vor dem Kölner Rathaus, eingequetscht inmitten des Weihnachtsmarktes – ein krasser Tag. Am nächsten Morgen sah ich das Gesicht einer Freundin auf einer Titelseite. Das war total surreal, und ich dachte: Was wir gemacht haben, ist irgendwie groß und bewegt etwas. Inzwischen konnten wir unzählige Menschen mobilisieren. Auf Bundesebene haben wir Arbeitsgruppen, in denen sich alle aus den Regionalgruppen einbringen können. Wir sind basisdemokratisch ausgelegt, es gibt keine festen Hierarchien. Immer wieder überrascht mich, wie viele Leute mitarbeiten. Das motiviert mich.

 

 

Zu unserer Denke, was dringend notwendig und was nicht zielführend ist… dazu werden wir oft gefragt, was jeder Einzelne für das Klima tut. Anfangs habe ich mir diese Fragen auch gestellt. Es war ein Prozess bis ich realisiert habe, dass das gar nichts bringt. Es ist die Strategie der Konzerne, die ihren Fokus bewusst auf solche Veränderungen legen, um sich und die Politik aus der Verantwortung zu nehmen. Ein Beispiel: Es wird vorgeschlagen, dass alle das Licht öfter ausmachen sollen, um Strom zu sparen. Eine gezielte Strategie, die wenig Einfluss hat. Hätten wir ausschließlich grüne Energie, wäre es egal, wie lange das Licht brennt, weil es nicht klimaschädlich ist. Ganz bewusst und klar bringen wir zum Ausdruck, dass allein die Regierungen und Großkonzerne die Verantwortung tragen.

 

Kontakte zu denen sind wichtig, die mit uns etwas verändern können… deshalb haben zum großen Klimastreik 2019 auch Gewerkschaften aufgerufen und heute haben wir eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Verdi zu Themen wie Arbeitsplätze, Arbeitsbedingungen und ÖPNV. Klar ist, ausreichender Klimaschutz ist nicht einfach. Damit sind hohe Kosten verbunden und vieles ist noch nicht gelöst. Aber: Studien zeigen, wie Finanzierung und Umsetzung realisierbar werden. Die Wahrheit ist, dass wir radikal was verändern müssen. Dafür gibt es keinen Kompromiss. Aber die Politik muss rechtzeitig reagieren und Veränderungen sozial gestalten.

 

Der Protest der Fridays-for-Future-Bewegung soll weitergehen, bis Politik und Wirtschaft zeitnah konkrete Lösungen für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz umsetzen.

Der Protest der Fridays-for-Future-Bewegung soll weitergehen, bis Politik und Wirtschaft zeitnah konkrete Lösungen für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz umsetzen.

 

Die Wissenschaft ist eine große Stütze für unser Hintergrundwissen… deshalb arbeiten wir mit Forschungsinstituten und Unis zusammen. 2019 haben sich die Scientists for Future gegründet, bestehend aus Tausenden führenden Wissenschaftlern aus dem deutschsprachigen Raum, mit denen wir in regem Austausch stehen.

 

Für mich habe ich aus dem letzten Jahr mitgenommen … dass Aufmerksamkeit nicht nur durch Massenmobilisierungen zu schaffen ist. Was uns stark gemacht hat, ist nicht nur unser Protest auf der Straße, sondern sind auch Gespräche im kleinen Rahmen, auch die, die junge Menschen in ihre Familien tragen, denn sie haben Fragen und Ängste um unsere Zukunft.“  [ sf ]

 

Eine der zahlreichen Fahrrad-Demos von Fridays for Future, um für autofreie Städte zu werben.

Eine der zahlreichen Fahrrad-Demos von Fridays for Future, um für autofreie Städte zu werben.

 

Die nächsten größeren Aktionen:

Deutscher Zentralstreik am Freitag, den 13. August 2021, in Frankfurt am Main

Globaler Klimastreik am Freitag, den 24. September 2021 in verschiedenen Städten weltweit

Details: https://fridaysforfuture.de

 

Die letzte große Flutkatastrophe im Sommer 2021 in Europa, die auch in Deutschland über 180 Menschenleben forderte, zeigt es deutlich auf: Wir haben keine Zeit mehr für Diskussionen, wir müssen umgehend handeln!

Die letzte große Flutkatastrophe im Sommer 2021 in Europa, die auch in Deutschland über 180 Menschenleben forderte, zeigt es deutlich auf: Wir haben keine Zeit mehr für Diskussionen, wir müssen umgehend handeln!

 

Weitere Informationen zu Fridays for Future Köln:

https://koelle4future.de

https://wechange.de/project/fridays-for-future-koln

www.facebook.com/FridaysforFutureKoeln

 

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6. August 2021


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