Draußenschule: Gemeinsamer Unterricht im Pult-Kreis

„Frag doch mal …“ nach der Draußenschule

Skandinavien macht's vor: Schulstunden im Grünen, an der frischen Luft und in Bewegung machen Spaß und erleichtern das Lernen

Forscher haben herausgefunden, dass Kinder, die regelmäßig Unterricht an der frischen Luft genießen, die Umgebung mit allen Sinnen wahrnehmen und sich dabei bewegen, bessere Leistungen im Schreiben, im Lesen und sogar in der Mathematik zeigen als Kinder, die die Stunden nur im Klassenzimmer absitzen.

 

Henrike Paede: „So werden verschiedene Regionen des Gehirns aktiv und Gelerntes bleibt besser hängen“

„Seit der Pandemie reden alle von der digitalen Schule und von den Chancen, die sie dem Lernen auch auf Distanz eröffnet. Technische Ausstattung, Plattformen, Tools, Chancen und Risiken beflügeln Wünsche und die Phantasie. Und das ist aus vielen Gründen dringend notwendig.
Da unsere Kinder nun aber monatelang einsam und starr vor ihren Laptops gesessen sind, Freude und Motivation verloren, dafür aber an Gewicht zugelegt haben, wollen wir an dieser Stelle einen anderen, nicht minder notwendigen Lern-Raum in den Blick nehmen. Die Kinder sollen wieder ins echte Leben zurückkehren, in Bewegung kommen und durch Kontakt mit der wirklichen Welt lernen – mit allen Sinnen und selbstständig. Die natürlichste Möglichkeit, dies umzusetzen, gibt es im Freien, vor allem im Wald. Denn hier herrscht Konfrontation mit der reinen Wirklichkeit: Sehen, Hören und Spüren, Anfassen und Ausprobieren kommen zusammen. Außerdem gibt es viel Platz, Ruhe, natürliches Licht und frische Luft, und die Ansteckungsgefahr über Aerosole ist so gut wie ausgeschlossen.
Unser grünes Wunsch-Klassenzimmer braucht kaum Ausstattung, aber es kann viel: Es ermöglicht Lernen in Bewegung, mit sozialer Begegnung und Interaktion, natürlichem Anschauungs- und Werkmaterial, mit Erleben, Erfahren, Begreifen, Aktivität und Spaß – das steigert die Selbstwirksamkeit und das Selbstvertrauen. So lassen sich auch kognitive Lernrückstände besser aufholen. Und weil dabei viele verschiedene Regionen des Gehirns aktiv werden, bleibt das Gelernte besser hängen. Das haben Lernforscher herausgefunden. So zeigen Kinder, die regelmäßig ‚Draußenunterricht‘ genießen, bessere Leistungen im Schreiben, Lesen und sogar in Mathematik. Insbesondere Motivation und Konzentrationsvermögen werden deutlich gesteigert. Dass sich im Freien ein authentisches Gefühl für die gegenwärtigen Nöte der Natur, des Klimas und für nachhaltiges Handeln entwickelt, ist weitaus mehr als nur ein Nebeneffekt.
Mancherorts gibt es richtig eingerichtete Waldklassenzimmer, mit Unterstand, Hackschnitzelboden, Baumstämmen zum Schreiben und Sitzen, vielleicht sogar mit einer Tafel. Aber es geht ebenso gut mit mitgebrachten Isomatten und Klemmbrettern. Dennoch sitzt man dort nicht stundenlang wie in der Schule auf einem Platz, sondern geht umher, visualisiert Aufgaben mit selbst gesammeltem Material (Steine, Zapfen, Äste, …), gestaltet damit Rechenaufgaben, Bilder, Reliefs und Bauten. Und wen der Rappel packt, der kann auf dem Boden turnen oder um die Gruppe herum galoppieren, um danach wieder seine Aufgaben anzupacken.
Das Lernen im Freien ist vor allem in nordeuropäischen PISA-Spitzenländern längst erprobt und etabliert. Und ein schöneres Klassenzimmer kann es in keinem Schulhaus geben!“

 

Links: Aufgaben mit Naturmaterialien visualisieren; rechts: Auch mal im Stehen auf dem Baumstumpf schreiben.

 

Kontakt:
Bayerischer Elternverband e.V.
Egerlandweg 7
83024 Rosenheim
Tel.: +49 8031 7968743
Fax: +49 8031 7968756
info@bev.de
www.bayerischer-elternverband.de

 

 

Weitere Statements zum Thema von:
Kevin Miller, Mitglied des Landesschülerbeirates Baden-Württemberg
 Dr. Sarah Henkelmann, Sprecherin des Netzwerks Digitale Bildung
Kathi Kösters, Schulleiterin der Gesamtschule Münster Mitte (GeMM), und Ulli Thöne, didaktische Leiterin

Wir bedanken uns ganz herzlich dafür!

 

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Diskutieren Sie mit!

 

Wie sieht das Lernen in Ihren/Euren Schulen aus?
Wie funktioniert dort die Kommunikation zwischen Schülern, Lehrern und Eltern?
Welche neuen Technologien verbessern das Lernen?
Wie müssen Lernumgebungen beschaffen sein, damit Schülerinnen und Schüler sich wohlfühlen?
Welchen Einfluss haben Lerngruppen und Klassenstärke auf den Lernerfolg?
Welche didaktischen Methoden verbessern das Lernverhalten nachhaltig?

Wir sind gespannt auf Ihre/Eure Erfahrungen!


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Redaktion KOMMUNALtopinform
Verlag und Medienhaus Harald Schlecht
Auf dem Schildrain 8
78532 Tuttlingen

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24. September 2021


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