Auf dem Friedhof in Berg bei Ravensburg steht einer der Hirten, den Andreas Leicht gestaltet hat.

Auf dem Friedhof in Berg bei Ravensburg steht einer der Hirten, den Andreas Leicht gestaltet hat.

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Geborgen und behütet

Neues Friedhofskonzept für alle Kulturen

Geborgen und behütet – so fühlen sich Hinterbliebene und Trauernde, wenn sie vor der Gemeinschaftsgrabanlage in Berg bei Ravensburg stehen. Geborgen und behütet sind auch die einzelnen Grabstellen der Anlage.

Die Anlage „Berger Hirt“ ist klar und schlicht und trotzdem ein Ort der Einkehr, denn über alles wacht der Hirte. Der Bildhauer Andreas Leicht aus Weingarten (Württemberg) griff dabei auf das archetypische Bild des Hirten zurück, das in allen Kulturen und von allen Religionen verstanden wird. Die Bronzefigur ist rund 1,75 Meter groß und eindrucksvoll, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Der Hirte lehnt sich leicht auf seinen Stab, und trotzt – in einen Mantel gehüllt – Wind und Wetter. Dabei blickt er über einen Hügel mit zahlreichen Findlingen und Steinen.

Die Gemeinschaftsgrabanlage in der oberschwäbischen Gemeinde Berg wurde von Andreas Leicht 2012 entworfen und geschaffen. Das Konzept ist inzwischen europaweit urheberrechtlich geschützt. 2020 eröffnete nun auch die Gemeinde Wolfegg in Baden-Württemberg eine Hirten-Grabanlage mit Flusskiesel und Findlingen statt Grabsteinen, da dieses neue Modell viele Vorteile hat. Andreas Leicht gegenüber KOMMUNALtopinform: „Die Anlage ist sehr kostengünstig und trotzdem schön. Sie spricht die Trauernden und Besucher an. Gleichzeitig ist sie sehr einfach zu pflegen. Selbst Wiesengräber mit eingelassenen Platten in einer Wiese sind schwieriger in der Pflege, da man die Graskanten sehr sauber schneiden muss. Wenn man hier nachlässig ist, sind die Platten nach drei Jahren völlig überwuchert. Das ist hier anders.“ In Wolfegg denkt man beispielsweise im Moment darüber nach, im kommenden Jahr zwischen den Steinen eine umwelt- und bienenfreundliche Blumenwiese erblühen zu lassen. Dann müssten nur noch grüne Wege zwischen den Steinen regelmäßig gemäht werden.

Bis zu 600 Flusskiesel haben auf einem der von Leicht entworfenen Friedhofsanlagen Platz. Sie sind so angeordnet, dass aus der Ferne das Bild einer Schafherde entsteht, über die der Hirte wacht. Unter den Steinen sind die Urnen bestattet. Jeder Stein erhält ein vom Bildhauer handgefertigtes „Bronzetäfele“. Familien können Steingruppen erwerben und im Rahmen des Gemeinschaftsgrabs Zusammengehörigkeit signalisieren.

Laut des Berger Standesamtes finden seit der Eröffnung vor neun Jahren 50 Prozent der Urnenbeisetzungen beim Hirten statt. Der vor zwanzig Jahren entstandene Trend zur Waldbestattung ist in und um Berg inzwischen rückläufig. Nun haben auch andere Gemeinden und Friedhofsverwaltungen angesichts dieses Erfolgs ihr Interesse gezeigt. Vielleicht wird es also bald auch in anderen Orten Gemeinschaftsgrabanlagen mit Hirtenstatue geben. Andreas Leicht: „Darüber würde ich mich natürlich freuen, egal wo in Deutschland, Österreich oder auch in der Schweiz oder in anderen Ländern. Für sehr viele ist eine Bestattung in einem Hirtenfeld genau das, was sie für sich oder für ihre Angehörigen wünschen.“

Links: Portraitansicht des Hirten. Rechts: Der „Berger Hirt“ ist Hüter seiner vielen Schäfchen – Flusskiesel und Findlinge in Grüppchen angeordnet dienen als Grabsteine.

Links: Portraitansicht des Hirten. Rechts: Der „Berger Hirt“ ist Hüter seiner vielen Schäfchen – Flusskiesel und Findlinge in Grüppchen angeordnet dienen als Grabsteine.


Logo Andreas Leicht

Kuenstraße 10
88250 Weingarten (Württemberg)

Tel. +49 751 43188
E-Mail. post@andreasleichtbildhauer.de
Web. www.andreasleichtbildhauer.de

28. Oktober 2021


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