Preisverleihung für den Umbau und die Erweiterung des Himbeerpalastes

Die Entscheidung über den Siegerentwurf des Wettbewerbs in Erlangen ist nun bekannt

Die Planungen für die Umnutzung und Erweiterung werden konkreter: Im Herbst 2018 hat der Freistaat Bayern das ehemalige Headquarter der Firma Siemens, den sogenannten Himbeerpalast, für die Verlagerung der „Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie“ der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) erworben. Damit können alle geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer in einem Geisteswissenschaftlichen Zentrum in zentraler Innenstadtlage zusammengeführt werden.

Nach einem mehrmonatigen Planungsprozess, an dem insgesamt 15 Planungsteams teilgenommen haben, hat die Preisgerichtsjury aus Vertretern von Freistaat, Stadt Erlangen und der FAU den Siegerentwurf für den Umbau und die Erweiterung des ehemaligen Siemensgebäudes in der Innenstadt von Erlangen gekürt. Auf der heutigen Pressekonferenz gaben Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der Vertreter des Bauministeriums Daniel Oden, Erlangens Oberbürgermeister Dr. Florian Janik und der Kanzler der FAU Christian Zens bekannt, dass die Entscheidung auf das Team der fiel.

Wissenschaftsraum Erlangen-Nürnberg hat rund 40.000 Studierende

Als wichtigste und größte wissenschaftliche Einrichtung kommt der 1743 gegründeten Friedrich-Alexander-Universität (FAU), die mit rund 40.000 Studierenden die drittgrößte Universität in Bayern ist, im Wissenschaftsraum Erlangen-Nürnberg eine besondere Rolle zu. Nun sollen die Fächer der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie, deren Einrichtungen aktuell in einem weit verzweigten Netz verschiedener Gebäude verteilt sind, an einem zentralen Standort gebündelt werden.

Freiflächen in den Innenhöfen sind attraktive Aufenthaltsbereiche

Bauministerin Kerstin Schreyer freut sich, dass zu diesem Zweck der sogenannte Himbeerpalast einer sinnvollen Neunutzung zugeführt werden kann: „Wir schaffen damit Raum in zentraler Lage für die rund 1.000 Beschäftigten der Philosophischen Fakultät, Büroflächen und für die über 7.000 Studierenden eine hervorragende wissenschaftliche Infrastruktur, die durch einen Neubau für die zentrale geisteswissenschaftliche Bibliothek noch abgerundet wird. Den Architekten ist es gelungen, den Flächenverbrauch zu minimieren und die Freiflächen in den Innenhöfen als attraktive Aufenthaltsbereiche zu nutzen. Der Himbeerpalast und seine künftige Nutzung werden zur Stärkung des Wissenschaftsstandortes Erlangen entscheidend beitragen.“

Bücherregal im Bibliotheksneubau am Himbeerpalast ist naheliegend genial

Wissenschaftsminister Bernd Sibler betont: „Die Idee des ‚Bücherregals‘ für den Bibliotheksneubau am Himbeerpalast ist so naheliegend wie genial. Es entstehen lichte Räume als idealer Studien- und Lernort für die Studentinnen und Studenten. Besonders gut gefällt mir auch, dass der Entwurf sensibel mit dem denkmalgeschützten Gebäude umgeht. Er betont dessen Grundcharakteristikum der zwei Innenhöfe und schafft im Nordhof vor dem ‚Bücherregal‘ dazu einen parkartigen Aufenthaltsort. Rund um die Höfe entstehen im Altbau zeitgemäße Seminarräume und Büros. Gleichzeitig wird durch den mutigen, weit hochgezogenen Neubau schon aus der Ferne ersichtlich, dass moderne, weltoffene Wissenschaft in das traditionsreiche Gebäude einzieht.“

Die Planungen sind klug, funktional und gestalterisch attraktiv

Auch Innenminister Herrmann ist vom Siegerentwurf begeistert: „Das Konzept ist absolut überzeugend. Die Planungen sind klug, funktional und gestalterisch attraktiv. Auch der Denkmalschutz wird vollständig berücksichtigt. Jetzt muss sofort zu Beginn des neuen Jahres die Projektplanung realisiert werden, damit die Baumaßnahmen möglichst schnell starten können. Die Fortentwicklung der FAU und die Stärkung des Wissenschaftsstandorts Erlangen liegen mir sehr am Herzen!“

Der Siegerentwurf trägt zum bedeutenden Schwerpunkt der Alexander-Universität maßgeblich bei

Oberbürgermeister Dr. Florian Janik: „Die Geisteswissenschaften sind ein bedeutender Schwerpunkt der Alexander-Universität. Konzentriert in einem Gebäude werden sie in Erlangen künftig noch viel besser sichtbar. Die Nutzung des Himbeerpalasts durch die Philosophische Fakultät ist zudem eine große Chance für die Innenstadt. Schon jetzt entwickelt sich die Achse der Wissenschaft zwischen Himbeerpalast und Kollegienhaus mit dem Kultur- und Bildungscampus Frankenhof, der geplanten Stadt-Umland-Bahn und zahlreichen öffentlichen und privaten Projekten zu einem ganz neuen Stadtraum. Der Siegerentwurf trägt zu dieser Entwicklung ganz maßgeblich bei.“

Mit dem erfolgreichen Architektenwettbewerbs sind nun auch die Weichen für eine neue räumliche Heimat gestellt

„Der Entwurf von Schulz und Schulz hat uns wirklich begeistert – und wir freuen uns, wenn der Himbeerpalast schon in wenigen Jahren ein Zentrum der geisteswissenschaftlichen Forschung und Lehre, aber auch des studentischen Lebens sein wird“, erklärt Christian Zens, Kanzler der FAU. „Unsere Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie können derzeit, etwa mit einer weiteren, gerade eingeworbenen Humboldt-Professur, eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Erfolgen verzeichnen – mit dem erfolgreichen Abschluss des Architektenwettbewerbs sind nun auch die Weichen für eine neue räumliche Heimat gestellt. Sie rücken damit noch mehr in die Mitte der Stadtgesellschaft und können ein endlich sichtbares Forum des offenen Diskurses sein.“

Die Nachnutzung des aufgegebenen Siemensgebäudes durch die FAU bietet die Chance, das Gebäude als wichtiges zentrales städtebauliches Element in der Innenstadt Erlangens zu erhalten und auszubauen. Die bisherige Nutzung als Bürogebäude einer privatwirtschaftlichen Firma wandelt sich zu einem Wissenschaftszentrum. Dabei bildet der Himbeerpalast den südlichen Abschluss der neuen „Wissenschaftsachse“, an der verschiedene universitäre Einrichtungen verortet sind. Der Himbeerpalast mit derzeit circa 22.000 Quadratmetern Nutzfläche soll im Rahmen der notwendigen Sanierung um eine geisteswissenschaftliche Teilbibliothek mit etwa 8.800 Quadratmetern erweitert werden. Die Kosten, die der Freistaat in die Maßnahme investiert, werden derzeit auf gut 200 Millionen Euro geschätzt.

In den vergangenen Monaten haben 15 Planungsteams Vorschläge für eine sinnvolle, umsetzbare und identitätsstiftende Umnutzung, Sanierung und Erweiterung für den Himbeerpalast erarbeitet. Am heutigen Montag wurde nun der Siegerentwurf von der aus Architekten, Landschaftsarchitekten, Stadtplanern, Vertretern des künftigen Nutzers, der Stadt und der beteiligten Ministerien sowie weiteren Fachleuten bestehenden Jury bekanntgegeben.


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16. Dezember 2021


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