In Bayern: von 11.000 staatlichen Dächern rund 1.300 für Photovoltaik geeignet

Zusätzliche suche nach privaten Investoren läuft

Bayerns Bauminister Christian Bernreiter fordert bei der Diskussion um Photovoltaik auf staatlichen Dächern mehr Sachlichkeit: „Wir stehen klar zu dem Ziel, auf so vielen staatlichen Dächern wie möglich Photovoltaikanlagen zu bauen. Auf jedem Toilettenhäuschen oder jedem Müllgebäude wird es aber nicht gehen. Darum ist die Zahl von 11.000 staatlichen Gebäuden, die hier immer wieder bemüht wird, irreführend.“ Laut Bernreiter sind bei den 11.000 staatlichen Gebäuden lediglich 1.300 für Photovoltaik geeignet. Davon sind bereits 400 mit Photovoltaikanlagen belegt, weitere 100 Anlagen befinden sich derzeit in Planung oder Bau. Das entspricht insgesamt 40 Prozent.

Bereits 400 Dächer mit Photovoltaikanlagen belegt, 100 weitere in Planung oder Bau

Die Gründe, warum ein großer Teil der staatlichen Dächer nicht für Photovoltaik geeignet ist, sind vielfältig. Teilweise sind die Dachflächen der Nebengebäude zu klein, von der Lage her nicht geeignet, verschattet oder kommen aus baufachlichen Gründen nicht in Frage. Um die 800 noch freien, geeigneten Dächer mit staatseigenen Photovoltaikanlagen zu belegen, bestünde ein Investitionsbedarf von rund 110 Millionen Euro.

„Wir müssen genau prüfen, wo wir die verfügbaren Mittel mit dem größten Nutzen einsetzen“,
erläutert Bernreiter.

„Hier wünsche ich mir eine sachliche Debatte. Es ist niemanden geholfen, wenn man plakativ die Zahl von 11.000 Gebäuden nennt und dabei das tatsächliche Potenzial bewusst außen vorlässt. Wir sind bei der Photovoltaik auf staatlichen Gebäuden schon sehr gut unterwegs und die aktuellen Energiepreise zeigen uns, dass wir den richtigen Weg gehen.“ Im Entwurf für den Haushalt für 2022 sind bislang fünf Millionen Euro Sondermittel für den Bau von Photovoltaikanlagen auf staatlichen Dächern vorgesehen.

 

Parallel zur Prüfung der bestehenden Dachflächen werden Photovoltaikanlagen bei Neubauten und Sanierungen schon so gut wie möglich mitgeplant. Im Jahr 2021 wurden 3,5 Millionen Euro für den Bau von Photovoltaikanlagen bei großen Baumaßnahmen im Haushaltsauschuss genehmigt. Hieraus werden nach Fertigstellung dieser großen Baumaßnahmen 22 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 2.400 Kilowatt-Peak entstehen. Zusätzlich wurden in 2021 weitere 8 Millionen Euro an Sondermitteln speziell für den Ausbau weiterer Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 2.800 Kilowatt-Peak eingesetzt. Allein mit den in 2021 neu geplanten Anlangen könnten insgesamt rund 1.250 Vier-Personen-Haushalte in Deutschland versorgt werden. Neben der Errichtung von Photovoltaikanlagen durch den staatlichen Hochbau ist auch die Ausschreibung von Dachflächen für die Errichtung von Photovoltaikanlagen durch private Investoren möglich. Auch dieser Ansatz wird bereits verfolgt.

 


Weitere Meldungen


1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne

(5,00 bei 1 Person/en)

Das könnte Sie auch interessieren


Zur fachgerechten Wartung von Stromladesäulen ist fundiertes Wissen erforderlich. Die TÜV SÜD Akademie bietet dafür eine neue Weiterbildung mit vielen Praxiseinheiten an. Anzeige

E-Mobilität: Es wächst!

Elektroautos sind auf ein gut ausgebautes Netz von Stromladesäulen angewiesen. Diese gibt es zunehmend im öffentlichen Raum, aber auch in privaten Immobilien. Zur fachgerechten Wartung elektrischer Ladesäulen ist jedoch... mehr lesen