Nachtaufnahme des Kulturfestivals Tollwood 2019 in München

Seit Ende November bis Silvester findet auf der Theresienwiese in München wieder das Tollwood-Winterfestival statt.

Kunst und Klima in Festivals vereint

Bayern freut sich auf ein spannendes Kulturprojekt

Lesungen, Musik, Workshops, Diskussionsrunden und Festivals – das Programm des Netzwerks Bayerischer Städte e.V. ist weit gespannt. Rund 60 bayerische Städte und Gemeinden haben sich hier vereint. Es ermöglicht die Vernetzung und Fortbildungen, vor allem aber gemeinsame Veranstaltungen, Projekte und Festivals.

 

Das Netzwerk besteht bereits seit 1975, wobei die Themenschwerpunkte jeweils die aktuellen Situationen widerspiegeln. So läuft vom Sommer 22 bis Ende Juli 2023 das Projekt „Klimakunst-Festival“.

 

Kunst und Klima

20 bayerische Städte beteiligen sich unter dem Motto „Kunst.Klima.Kunst“ am Klimakunst-Festival mit einer Reihe von Veranstaltungen. Es steckt ein Spektrum ab, das von Kulturklima bis zur Klimakunst reicht. Den Anfang machte Augsburg mit „Water & Sound“ Ende Juli 2022. Damit will die Stadt betonen, dass sie aufgrund ihres Wassermanagement-Systems von der UNESCO als Welterbe ausgezeichnet wurde.
Ein weiteres wichtiges Festival ist das Tollwood-Kulturfest in München. Hier wird großen Wert darauf gelegt, dass der ökologische Fußabdruck des Festivals so klein wie möglich bleibt. Außerdem will man sich weit über die Festivalgrenzen hinaus für Mensch und Umwelt engagieren. Einweggeschirr ist hier schon seit Langem verboten.
Weitere Festivals sind unter anderem in Bobingen mit einer Ausstellung, in Friedberg, Ingolstadt, Marktheidenfeld, Würzburg und Vohburg geplant. In Martkheidenfeld wird sich das Stadtjubiläum dem Thema widmen, in Traunreut ist ein Tanzprojekt, in Traunstein ein Kunstcamp geplant.
Ergänzend zu den Festivals soll das Schulungsprogramm „Kulturarbeit im Klimawandel“ die Kulturverantwortlichen der Städte darin schulen, die Neuausrichtung der Kulturarbeit in Richtung Klimaneutralität voranzutreiben und zu gestalten. Den Auftakt dazu gab es im Mai 2022 mit einem Workshop in Kochel am See. Nach mehreren Veranstaltungen im vergangenen Sommer sind weitere Workshops und Diskussionsrunden im Februar 2023 in München („Klimakultur und Kreativwirtschaft“) und im Mai 2023 in Benediktbeuern („Climate GoalsLab“) geplant.

 

Eingangsbereich des Tollwoodfestivals München am Abend

Das Tollwood-Kulturfestival in München, das im Winter zur Adventszeit auf der Theresienwiese und im Sommer auf dem Olympiagelände stattfindet, legt großen Wert darauf, dass sein ökologischer Fußabdruck so klein wie möglich bleibt.

 

Literatur-Update 2022

Seit 2010 veranstaltet das Netzwerk alle zwei Jahre das „Literatur-Update“, einen Wettbewerb, der sich jeweils an den Themen des Jahresprogramms orientiert. Junge Autoren und Autorinnen unter 35 sind angesprochen. Wichtig ist, dass sie oder ihr Werk einen Bezug zu Bayern haben. 2022 stand der Wettbewerb – frei nach „Fridays for Future“ – unter dem Motto „Literature for Future?“ Die Veranstalter hofften auf „neue Erzählungen“ und „neue Narrative“, die zu einer „großen Transformation“ beitragen können. Es war spannend zu sehen, welche Sprache die jungen Literaten wählen, und welche Bilder und Formen bei der Auseinandersetzung mit der Zukunft eine tragende Rolle spielen.

Sieger wurden Clara Heinrich und Armin Wühle. Clara Heinrich arbeitete in ihrem Essay „da ist der kraj“ sowohl mit Lyrik als auch mit Prosa. Der jungen Frau gelang es, eine persönliche Geschichte mit Zitaten zu verflechten und so einen eigenen Kosmos zu erschaffen. In der Urteilsbegründung heißt es: „Wie eine Gärtnerin, die etwas zum Blühen bringt, setzt sie ihre Poetik der Kargheit der Sprache im Dorf entgegen und erkennt den Wert des scheinbar Überflüssigen an.“ Die Jury hebt insbesondere lobend hervor, „dass Clara Heinrich eine konsequente Position formuliert, die sie sowohl formal als auch inhaltlich durchzieht.“

Armin Wühle war der zweite Preisträger. Auch er überzeugte mit einem Essay („Der innere Chor“), in dem er vier Thesen über das Potenzial von Geschichten darlegte. Die vier Thesen beschäftigen sich mit ihrer Wirkmächtigkeit, mit dem Aufzeigen von Alternativen, ihrer emotionalen Funktion und mit der Möglichkeit, sich zu verständigen. Die Jury in ihrer Urteilsbegründung: „Der 31-Jährige setzt sich in seinem Text mit dem gesellschaftlichen Klima auseinander, indem er exemplarische Narrative als Vorbilder aufzeigt.“ Besonders überzeugte die Jury, dass „Armin Wühle explizit erfahrbar macht, wie Literatur gesellschaftliches Bewusstsein verändern kann.“
Die Preisträger wurden mit einer Lesung und Veranstaltung in Regensburg geehrt. Die Lyrikerin Volha Hapeyeva – die auch Jury-Vorsitzende ist – hielt die Laudatio. Das musikalische Rahmenprogramm wurde von „Zweifel und Caecilia“ gestaltet. Das Duo, bestehend aus Valentin Penninger (Live-Elektronik, Violine, Vocals) und Michael Dwumoh (E-Gitarre, Vocals) macht seit 2017 zusammen Musik und verbindet, ausgehend von experimenteller elektronischer Musik, verschiedenste Musiktraditionen, wobei eine spannende Mischung entsteht.

 

Auftritt des Ensembles Alogte Oho auf dem Kulturfestival „Water & Sound“ in Augsburg

20 bayerische Städte beteiligen sich unter dem Motto „Kunst.Klima.Kunst“ am Klimakunst-Festival mit einer Reihe von Veranstaltungen. Den Anfang machte Augsburg mit „Water & Sound“ im Sommer 2022. Damit will die Stadt betonen, dass sie aufgrund ihres Wassermanagement-Systems von der UNESCO als Welterbe ausgezeichnet wurde.

 

Weitere Veranstaltungen

Einige Veranstaltungen sind so gestaltet, dass auch Kinder angesprochen sind. So laufen ab Herbst 2022 und bis Ende Juli 2024 die Projekte „Tiere nebenan“ und „Tier sieht Mensch“. Das Netzwerk fördert Workshops und Veranstaltungen, die sich mit diesen Themen künstlerisch-ästhetisch auseinandersetzen. Sie sollen von hauptberuflichen Künstlern oder Kunstpädagogen konzipiert und veranstaltet sein und alle Altersgruppen miteinbeziehen.
In den Workshops könnte man sich beispielsweise mit den Auswirkungen menschlichen Handels auf die Fauna beschäftigen oder auch mit der Frage, was Begriffe wie „Vogelperspektive“ eigentlich bedeuten. Auch die Frage, welche Tiere in unseren Städten leben und wie es ihnen geht, könnte eine Rolle spielen. Das Netzwerk fördert Projekte mit bis zu 30 Prozent der Kosten.  [ raa ]

 

Interpreten auf dem Kulturfestival "Water and Sound" in Augsburg

Fatoumata Diawara, Trompeter der Red Baarat und Noura Mint Seymali von den Sahariennes (v. li.) waren 2022 dabei – diese und andere Interpreten werden auf dem Kulturfestival „Water and Sound“ im Sommer 2023 in Augsburg erwartet.


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17. Dezember 2022


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