Zwei Tieraufnahmen: links: Fledermaus; rechts: Wanderfalke

„Frag doch mal …“ inwieweit die Windkraft für Tiere eine Bedrohung ist?

Das Verhalten von Zugvögeln spielt bei der Planung von Windenergieanlagen in bestimmten Gebieten eine Rolle

Der Bund, die Länder, kommunale Spitzenverbände, Wirtschafts- und Naturschutzverbände und Unternehmen sind Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Fachagentur Windenergie an Land, der den Umwelt- und Klimaschutz durch die Begleitung und Unterstützung des natur- und umweltverträglichen Ausbaus der Windenergie an Land und ihrer Systemintegration fördert.

 

Claudia Bredemann ist hier Referentin für Natur- und Artenschutz sowie Referentin für Genehmigung und Planung für Windkraftanlagen. Sie beschäftigt sich mit den Voraussetzungen, die für den Bau von Windkraftanlagen geschaffen werden müssen.

 

Trotz gewisser Probleme, Klimaschutz und Artenschutz gehören zusammen

Claudia Bredemann, Referentin für Planung und Akzeptanz bei der Fachagentur Windenergie an Land e. V.

Claudia Bredemann ist seit November 2021 Referentin für Planung und Akzeptanz bei der Fachagentur Windenergie an Land e. V.

Claudia Bredemann: „In der ersten Flächenanalyse müssen Naturschutzfaktoren überprüft werden.“

„Im Vordergrund steht natürlich, dass Klimaschutz und Artenschutz im Einklang stehen, denn der Klimawandel stellt auch für viele Tiere eine Bedrohung dar. Die Windenergie leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Deshalb müssen Klimaschutz und Artenschutz beim Ausbau der Windenergie unbedingt in Einklang gebracht werden. Schon bei der Planung von Windenergieprojekten wird der Artenschutz in besonderer Weise berücksichtigt. Vor allem der Schutz der Vögel und der Fledermäuse spielt hier eine wichtige Rolle.
Bestimmte Vogelarten können durch Windenergieanlagen gefährdet sein, das steht außer Frage. Das gilt in erster Linie für Groß- und Greifvogelarten wie Rotmilan oder Wanderfalke, die durch Kollision mit dem drehenden Rotor verletzt oder getötet werden können. Optische oder akustische Störreize können außerdem zu einem Meideverhalten führen, wodurch Lebensräume nicht mehr als Nahrungs- und Fortpflanzungshabitate genutzt werden. Wichtig ist auch, das Verhalten der Zugvögel genau zu beobachten und zu berücksichtigen. Schon im frühen Planungsstadium scheiden deshalb viele Flächen für die Windenergienutzung aus, wobei aber auch andere Naturschutzfaktoren wie der Lärmschutz eine Rolle spielen.

Die Frage ist also, wie wir Vögel und Fledermäuse effektiv schützen können. Hinsichtlich der Fledermäuse wurden dank umfangreicher Forschungen inzwischen praktikable Lösungen gefunden. So werden die Anlagen in den Hauptaktivitätszeiten der Fledermäuse, zum Beispiel in wärmeren Nächten mit niedrigen Windgeschwindigkeiten, abgeschaltet. Im Rahmen eines sogenannten Gondelmonitorings können die tatsächlichen Aktivitäten über einen Zeitraum von rund zwei Jahren mit Hilfe von Fledermaus-Detektoren erfasst und die Betriebszeiten anschließend sogar ziemlich genau angepasst werden.

Bei Vögeln steht dagegen an erster Stelle die Standortwahl. In Bereichen, in denen kollisionsgefährdete Vögel brüten oder sich häufig aufhalten, werden in der Regel keine Windenergieanlagen errichtet. Auch können die unter dem Rotorbereich liegenden Flächen für die Vögel „unattraktiv“ gemacht werden, indem für eine dichte Pflanzendecke gesorgt wird, denn Greifvögel bevorzugen zur Jagd schütter bewachsene Flächen, auf denen sie die Beute besser entdecken können. Parallel dazu ist es möglich, die Vögel aus der näheren Umgebung der Anlagen wegzulocken. Hier helfen sogenannte Ablenkflächen, die für Vögel sehr attraktiv gestaltet und bepflanzt sind und dann angeflogen werden. Windparks können heute außerdem mit Kamera- oder Radarsystemen ausgerüstet werden. Nähert sich ein Vogel, so schalten sich die Rotoren aus. Dies funktioniert allerdings noch nicht bei allen kollisionsgefährdeten Vogelarten und wird weiter erprobt. Mit all diesen Maßnahmen können beim Nutzen der Windenergie auch Vögel effektiv geschützt werden.“

 

Zwei Tierarten, denen Windkraftanlagen gefährlich werden können: Fledermaus (links) und Wanderfalke (rechts).

Zwei Tierarten, denen Windkraftanlagen gefährlich werden können: Fledermaus (links) und Wanderfalke (rechts).

 

 

Kontakt:
Fachagentur Windenergie an Land e.V.
Fanny-Zobel-Straße 11
12435 Berlin
Tel.: +49 30 64 494 60-60
post@fa-wind.de
www.fachagentur-windenergie.de

 

Weitere Statements zum Thema von:
Frank Musiol, Naturschutzforscher im Team Windenergie des ZSW Baden-Württemberg
Gerhard Bronner, Vorsitzender des Landesnaturschutzverbands Baden-Württemberg (LNV)
Jürgen Busse, Geschäftsführer der Bayerischen Akademie für Verwaltungsmanagement

Wir bedanken uns ganz herzlich dafür!

 

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Diskutieren Sie mit!

 

Lässt sich Umweltschutz auch mit Windenergie sinnvoll umsetzen?
Welche Voraussetzungen müssten hierzu beachtet werden?

Wir sind gespannt auf Ihre/Eure Erfahrungen!


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Redaktion KOMMUNALtopinform
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19. Dezember 2022


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