8. Mai 2023

Daten für Kommunen verfügbar machen – mit Kommunalen DatenWerken

Innovative Lösungen für das Allgemeinwohl in Städten und Regionen

Um neue, innovative Lösungen für das Allgemeinwohl in Städten und Regionen zu schaffen, brauchen Kommunen einen ganzheitlichen Zugriff auf Daten verschiedener Organisationen – selbstbestimmt und möglichst einfach. Zur Vernetzung und Verarbeitung schutzwürdiger Daten fehlt dafür bislang aber die rechtlich, technisch und organisatorisch sichere Infrastruktur. Im Rahmen des Projekts „(Inter-)Kommunale Datenwerke: Konzeptionierung, Evaluierung und Umsetzung einer kommunalen Data Sharing Plattform (KDW)“, entwickelt deswegen jetzt eine Projektgruppe um das Daten-Kompetenzzentrum Städte und Regionen DKSR, Fraunhofer FOKUS, der Mainzer Stadtwerke Gruppe und der PMG Parken in Mainz anhand eines konkreten Anwendungsfalles im Bereich Mobilität einen sicheren virtuellen Raum zum intra- und interkommunalen Austausch (teil-)restriktiver Daten zwischen Akteur*innen unterschiedlicher Organisationen.

Das Projekt wird im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit insgesamt 446.072 Euro

durch dasBundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.

 

Die übergreifende Vernetzung und Nutzung urbaner Daten bietet Potenziale für Effizienzsteigerung, Prozessoptimierung und Kosteneinsparungen in der Daseinsvorsorge von Städten und Kommunen. Gleichzeitig ermöglicht dieser datenbasierte Ansatz auch neue Chancen und Qualitäten im Bereich des Klima- und Umweltschutzes und damit eine konsequente Ausrichtung an den Sustainable Development Goals der UN. Möglichkeiten des Datenaustauschs über Organisationen hinweg sind jedoch aufgrund der unterschiedlichen institutions- wie ortsgebundenen Interessen, Rechte sowie organisatorischen und technologischen (Infra-)Strukturen stark eingeschränkt. Das stellt Stadtwerke und andere kommunale Organisationen vor große Hürden, wenn es darum geht, Daten übergreifend und zielorientiert gemeinsam zu nutzen und kommunale Aufgaben mit Werkzeugen der Digitalisierung effizient anzugehen.

 

Einfach – technisch sicher soll die Lösung werden

Gesucht wird daher: Eine niederschwellige und einfach bedienbare, technisch wie rechtlich sichere inter- und intrakommunal funktionierende Plattformlösung, die unterschiedliche Datentypen nach den Anforderungen der kommunalen Akteur*innen durch ein Zugriffs- und Nutzungsmanagement bereitstellt. Der Entwicklung dieses Instruments widmen sich das Daten-Kompetenzzentrum Städte und Regionen DKSR, Fraunhofer FOKUS, die Mainzer Stadtwerke AG und PMG Parken in Mainz mit dem Förderprojekt „Kommunale DatenWerke“, das durch den mFund gefördert wird.

Ein Datenwerk auf Basis einfach zu vervielfältigender OpenSource-Software

„Unsere Ambition ist, einen Proof of Concept für ein Datenwerk auf Basis einfach zu vervielfältigender OpenSource-Software zu schaffen – und dadurch den Zugang zu bisher nicht zugänglichen Daten sowie neue Anwendungen für kommunale Akteur*innen zu ermöglichen“, erklärt Tim Cleffmann, der das Projekt als Head of Business Innovation für DKSR leitet. „Der rechtliche Rahmen wird veröffentlicht und steht nach Umsetzung als Quasi-Standard für weitere Datenwerke zur Verfügung.“ Rechtlich soll ermöglicht werden, konkrete Fragen zum Datenteilen aus dem Alltag zu beantworten: Welche Daten darf eine Stadt mit einem kommunalen Unternehmen teilen, ohne gegen Wettbewerbsregeln zu verstoßen? Wie stark aggregiert und anonymisiert müssen diese Daten sein? Ein Wettbewerbsvorteil kann dann beispielsweise durch das datenschutzkonforme Teilen von Zulassungszahlen von E-Fahrzeugen bspw. auf Quartiersebene sein, die gleichzeitig kleinteilig nach Straße entstehen, da nicht nur Stadtwerke das Ziel verfolgen, Ladeinfrastruktur auszubauen.

 

Im Gegensatz zu Institutionen wie der Mobilithek als nationalem Zugangspunkt für Mobilitätsdaten legt KDW den Fokus dabei auf den niederschwelligen intrakommunalen Austausch sowie die Bereitstellung eines geschützten einfach zu nutzenden Raums von Kommunen zu Kommune. „Für uns als kommunales Unternehmen ist es wie bei allen unseren klassischen Dienstleistungensehr wichtig, auch im Umgang mit Daten größtmögliche Sicherheit zu erzielen, anzubieten und auf kommunaler Ebene umzusetzen. Das schafft Vertrauen – für uns, unsere Partner und bei unseren Kund*innen. Als Grundlage hierfür erhoffen wir uns durch das Projekt eine Handhabung der Plattform für jeden praktisch ohne Anleitung – und gleichzeitig Gewährleistung größtmöglicher Rechtssicherheit für den Dateneigentümer. Wenn das vorliegt, kann auch sinnvoll an größere Datenmarktplätze und -plattformen angedockt werden“, unterstreichtDaniel Stölzle, Innovationsmanager der Mainzer Stadtwerke AG. Das Projekt versteht sich somit als befähigende Basis, um Kommunen wertstiftend an bestehenden größeren Datenmarktplätzen partizipieren zu lassen.

 

Über den mFUND des BMDV

Im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND fördert das BMDV seit 2016 datenbasierte Forschungs- und Entwicklungsprojektefür die digitale und vernetzte Mobilität der Zukunft. Die Projektförderung wird ergänzt durch eine aktive fachliche Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Forschung und durch die Bereitstellung von offenen Daten auf den Datenportalendes BMDV. Weitere Informationen finden Sie unter www.mFUND.de.

 

 


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