Seit 60 Jahren arbeiten französische und deutsche Schulen zusammen. Das ist dem Élysée-Vertrag und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk zu verdanken.

Seit 60 Jahren arbeiten französische und deutsche Schulen zusammen. Das ist dem Élysée-Vertrag und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk zu verdanken.

26. Mai 2023

60 Jahre Élysée-Vertrag

Eine Jahrzehnte währende Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich

Am 22. Januar 1963 unterzeichneten die beiden Staatsmänner Charles de Gaulle und Konrad Adenauer den Élysée-Vertrag. Seit 2003 markiert dieses Ereignis den Deutsch-Französischen Tag – in dieser Mission war die Amtsspitze des Kultusministeriums am 23. Januar länderübergreifend unterwegs.

Die Kultusministerin wurde bei ihrem Besuch des bilingualen Fichte-Gymnasiums in Karlsruhe von den Schülern frankophon willkommen geheißen. In Straßburg hat sich der Staatssekretär und Landtagsabgeordnete Volker Schebesta mit dem Rektor der Akademie Straßburg, Olivier Faron, getroffen. Im Beisein von Schülern, Lehrkräften, Schulleitungen und Schulverwaltung aus dem Elsass und Baden-Württemberg unterzeichneten sie ein „Arbeitsprogramm für die Jahre 2023 bis 2025 der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von Schulen“.
Sie würdigten auch das gemeinsame Projekt der „deutsch-französischen Schülerbotschafterinnen und -botschafter“. Zuvor hatte der Staatssekretär bei einer Feier zum Deutsch-Französischen Tag in Colmar mehr als 50 engagierte Jugendliche gelobt, die sich auf beiden Seiten des Rheins zusammengefunden hatten, um in ihrem schulischen Umfeld für die deutsch-französische Zusammenarbeit, den Austausch mit dem Nachbarland und dessen Sprache Werbung zu machen. Ein „Kind“ des Elysée-Vertrags sei auch das Deutsch-Französische Jugendwerk, so der Staatssekretär Volker Schebesta.

Unterzeichnung des Vertrages im Pariser Élysée-Palast. Im Bild (von links) am Tisch: Gerhard Schröder, Konrad Adenauer, Charles de Gaulle, Georges Pompidou und Maurice Couve de Murville

Unterzeichnung des Vertrages im Pariser Élysée-Palast. Im Bild (von links) am Tisch: Gerhard Schröder, Konrad Adenauer, Charles de Gaulle, Georges Pompidou und Maurice Couve de Murville

Abibac und DELF-Diplom an bilingualen Schulen

Auch die Kultusministerin hatte viel Lob zu vergeben. „Wie man die deutsch-französische Freundschaft mit Leben füllt, zeigt sich besonders eindrücklich in unseren Schulen“, sagt Theresa Schopper. Nachdem sie sich am Fichte-Gymnasium in Karlsruhe ein Bild des bilingualen Angebots und der Aktionen rund um die Feier zum Jahrestag der deutsch-französischen Freundschaft gemacht hatte, überreichte sie den Schülern die Diplomurkunden für die erfolgreich im regulären Französisch-Unterricht bestandenen DELF-Prüfungen – ein international anerkanntes Sprachdiplom für Französisch als Fremdsprache.
Das Kultusministerium hatte mit den französischen Partnern im Schuljahr 2017/2018 dieses Gemeinschaftsprojekt, bei dem Schüler im Rahmen des Französischunterrichts das lebenslang gültige DELF-Diplom erwerben können, auf den Weg gebracht.
Das Partnerschaftsprojekt DELF scolaire intégré fördert nicht nur die Französischkenntnisse der Schüler, sondern sorgt auch für eine Qualitätsentwicklung des Französischunterrichts und für eine enge Kooperation zwischen den Schulen und den französischen Kultureinrichtungen wie etwa dem Institut Français.
Das Fichte-Gymnasium ist eines von 18 Gymnasien im Land, an denen man das Abibac ablegen kann – eine Wortkombination aus Abitur und dem französischen Pendant Baccalauréat. Diese „doppelte Hochschulreife“ wird sowohl in Deutschland als auch in Frankreich als Hochschulzugang anerkannt. In den Abibac-Zügen werden zwei Sachfächer in französischer Sprache unterrichtet, darunter stets Geschichte, außerdem wahlweise Geografie oder Gemeinschaftskunde.


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