21. Mai 2024

Waldputztag 2024 – Freiwillige sammeln mehr als 25 Tonnen Müll

Landeswaldverband fordert wirksame Plastikreduktionsstrategie

Beim Waldputztag 2024 haben sich über 1700 Freiwillige engagiert, um deutschlandweit Wälder vom Müll zu befreien. Ehrenamtliche und Forstleute haben so rund um den Aktionstag am 16.03.2024 mehr als 25 Tonnen Abfall gesammelt. Ihre Ergebnisse konnten die Naturfreundinnen und -freunde auf www.waldputztag.de eintragen.

 

Hohe Sammel-Ergebnisse bedeuten stark verschmutzte Wälder

Zu den Initiatoren des Waldputztages gehört die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg. Verbundleiter Prof. Dr. Sebastian Hein zeigt sich erfreut über das starke Engagement: „Wir möchten allen Freiwilligen unseren aufrichtigen Dank aussprechen, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz dazu beigetragen haben, unsere Wälder von Müll zu befreien.“ Allerdings bedeuten gute Ergebnisse beim Aktionstage auch, dass erneut viel schädlicher Abfall im fragilen Ökosystem entsorgt wurde. „Die Dokumentation der Funde in diesem Jahr müssen ein Weckruf dafür sein, dass der Müll in unseren Wäldern ein ernsthaftes Problem darstellt“, mahnt Prof. Dr. Hein.

 

Freiwillige entlasten und Müll gar nicht erst entstehen lassen

Die Funde gingen dieses Jahr von achtlos weggeworfenen Verpackungen bis hin zu Müll mit Mikroplastik, der das Ökosystem über Jahrzehnte schädigt. Auch LWV-Geschäftsführer Ulrich Potell lobt die Helferinnen und Helfer: „Wir schätzen die Arbeit der Freiwilligen zutiefst und danken ihnen für ihr Engagement für unsere Wälder.“ Doch aus Sicht des Landeswaldverbands und seiner sieben Mitgliedsvereine muss das Müllproblem auch an den Wurzeln gepackt werden. „Es ist dringend erforderlich, dass die Politik wirksame Maßnahmen ergreift. Eine Plastikreduktionsstrategie ist unerlässlich, um die langfristige Gesundheit unserer Wälder zu gewährleisten“, fordert Ulrich Potell.

 

Waldputzaktionen können jetzt das ganze Jahr über angemeldet werden

Bis eine entsprechende Strategie greift, ist jedoch weiter jedes freiwillige Engagement gerne gesehen – nicht nur am Aktionstag selbst. Oft müssen öffentliche und private Forstbetriebe nach den beliebten Grill-Wochenenden und Feiertagen an den neuralgischen Stellen im Wald und Waldrand Müll und andere illegale Hinterlassenschaften einsammeln, zudem auch unrechtmäßige Ablagerungen an bekannten Punkten in unseren Wäldern. Deshalb können auf der Waldputztag-Website das ganze Jahr über Sammlungen angemeldet und geteilt werden.

 

 

Prof. Dr. Sebastian Hein betont:

„Die gesammelten Funde sind beunruhigend und zeigen die dringende Notwendigkeit, kollektiv gegen Umweltverschmutzung vorzugehen.“ Daher ruft das Waldputztag-Netzwerk dazu auf, sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen. „Bei einer Putzaktion wird Ressourcenverschwendung erlebbar und Müllblindheit abgelegt. Ob Familien, Freundeskreise, Vereine oder Unternehmen: Wir freuen uns über alle, die gemeinsam aktiv werden“, sagt Prof. Dr. Hein.

 

 

Zum Hintergrund des Waldputztages

Die Idee zum Waldputztag entstand im Jahr 2020 aus dem Verbundprojekt TheForestCleanup. Dieses wurde bis Dezember 2023 durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. gefördert. Gemeinsam mit der Initiative Cleanup Network e.V. und dem Landeswaldverband Baden-Württemberg wird die Aktion fortgeführt.

Zur Koordinierung der Sammlungen und zur Erfassung der Ergebnisse wurde die Webseite www.waldputztag.de geschaffen. Hier sind Hintergrundinformationen sowie Anleitungen für die Organisation von Sammelaktionen und das richtige Verhalten im Wald hinterlegt. Freiwillige können auf der Website sowohl selbst Sammlungen anbieten als auch an bestehenden Sammlungen teilnehmen.


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