3. Juli 2024

Unterstützung für die Feuerwehr – ein Notdach gegen das Hagelunwetter

Erste Einsätze in Bad Bayersoien haben sich bewährt

Rosenheim. Die Versicherungskammer Bayern rüstet die Feuerwehren mit über 200 Notdächern und Planen aus. Damit sind diese für zukünftige Katastropheneinsätze und Großschadenslagen nach Hagel und Stürmen noch besser gerüstet. In Rosenheim wird nun das erste neue Modul „Notdach-Plane“ in Bayern stationiert.

 

Christian Krams, Leiter Konzern-Schaden der Versicherungskammer und Vorstand bei der BavariaDirekt, übergab gestern die Ausrüstung an den Rosenheimer Oberbürgermeister Andreas März und Stadtbrandrat Hans Meyrl. Die Feuerwehr Rosenheim zeigte, wie das Notdach mit einer Drehleiter angebracht wird. Johann Eitzenberger, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Bayern, und weitere Vertreter der Feuerwehren begutachteten vor Ort die neue Ausrüstung.

 

Notdächer nach Hagel in Bad Bayersoien bewährt

 

„Bereits nach dem Kumul ‚Jörn‘ im Jahr 2019 haben wir die ‚Aktion Notdach‘ ins Leben gerufen und den Feuerwehren über 100 Notdächer zur Verfügung gestellt“, so Christian Krams. „Diese kamen auch letztes Jahr nach dem verheerenden Hagelsturm ‚Denis‘ in Bad Bayersoien und Benediktbeuern zum Einsatz, dem zweigrößten Ereignis in der Unternehmensgeschichte der Versicherungskammer. Da vor Ort alle Dächer durch riesige Hagelkörner zerstört wurden, haben die Notdächer dort hervorragende Dienste geleistet. Gute Prävention ist uns ein wichtiges Anliegen, daher weiten wir die Aktion nun mit noch umfangreicherer Ausstattung aus.“

 

Johann Eitzenberger war in seiner Funktion als Kreisbrandrat und Örtlicher Einsatzleiter (ÖEL) im Landkreis Garmisch-Partenkirchen mit den Schäden in Bad Bayersoien konfrontiert: „Mit den Notdächern konnten wir viele Häuser sehr effektiv abdecken. Es gelang dadurch schneller und robuster einen Schutz gegen Regen zu gewähren und die Menschen konnten weiter in ihren Häusern wohnen. Durch Nachschub aus ganz Bayern waren wir ausreichend ausgestattet“.

 

Hagelstürme „Denis“ und „Jörn“

 

Mit Hagelkörnern bis zu 10 cm Durchmesser wütete Hagelsturm „Denis“ im August 2023, dazu kamen Sturm und Starkregen. In Bad Bayersoien und Benediktbeuern wurden hunderte Hausdächer zerstört. Auf den Bildern der zerstörten Orte sind grüne Planen, die Notdächer, erkennbar. Diese wurden von Feuerwehren, dem THW und Firmen angebracht, um die Gebäude vor eindringendem Regenwasser zu schützen. Bereits nach dem Hagelsturm „Jörn“ an Pfingsten 2019 gab es im Großraum München enorme Schäden.

 

Sicherer Einsatz für Feuerwehrleute – Schutz für bis zu 80 Häuser

 

Die Notdächer sind spezielle Planen, die innerhalb weniger Minuten mittels einer Feuerwehr-Drehleiter oder eines Krans auf das Dach gehoben und so befestigt werden, dass kein weiteres Regenwasser in das Haus eindringen kann. Da die Einsatzkräfte das Dach nicht betreten müssen, lassen sich die Notdächer schneller und sicherer aufbringen als herkömmliche Planen. Ein Notdach ist bis zu 18 Meter lang und 16 Meter breit. Die Planen in Rosenheim haben eine Gesamtfläche von fast 12.000 qm, was eineinhalb Fußballfeldern entspricht. Damit können etwa 70 bis 80 Häuser abgedeckt werden.

Neben Rosenheim werden dieses Jahr noch drei weitere Standorte für Notdächer in Bayern (München sowie die Landkreise Fürstenfeldbruck und Landshut) eingerichtet. Die Versicherungskammer Bayern investiert über 150.000 Euro in die Ausrüstung.

 

Die drei schlimmsten Hagelunwetter in Bayern

 

Hagelsturm „Denis“ 2023 war das zweitgrößte Hagel-Kumulereignis in der Unternehmensgeschichte der Versicherungskammer – nur übertroffen vom „Münchner Hagel“ von 1984. Hagel „Jörn“ aus dem Jahr 2019 reiht sich dahinter ein.


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