Das Ehrenamt prägt auch unsere Identität
Ehrenämter ermöglichen passgenaue Angebote, die oft nah an den Bedürfnissen der Menschen entwickelt werden
Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement sind für die Kommunen in Baden-Württemberg von zentraler Bedeutung und damit unverzichtbar. Es beginnt in der Kommunalpolitik – zeigt ein Blick in die Gemeindeordnung von Baden-Württemberg, also, in das Grundgesetz für das Kommunalwesen im Land: Der Gemeinderat ist das Hauptorgan einer Stadt. Dort werden die wichtigsten Entscheidungen für die Kommune getroffen.

„Ohne ehrenamtliches Wirken vor Ort
wären viele Angebote nicht umsetzbar.“
Mimun Ait Atmane ist Referent für Bürgerschaftliches Engagement und Bürgerbeteiligung im Städtetag von Baden-Württemberg.
„Die Mitglieder dieses Gremiums sind trotz der hohen Bedeutung ihrer Funktion ausschließlich ehrenamtlich tätig. Allein die oder der jeweilige Ratsvorsitzende ist in aller Regel hauptamtlich tätig, denn das sind die Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister beziehungsweise
Bürgermeisterinnen und Bürgermeister.
Die Identität und Gestalt von Kommunen werden also schon an dieser Stelle maßgeblich durch das ehrenamtliche Engagement engagierter Bürgerinnen und Bürger geprägt. Ohne ehrenamtliches Wirken der Menschen vor Ort wären darüber hinaus auch viele soziale, kulturelle und sportliche Angebote nicht umsetzbar. Engagierte unterstützen unter anderem in der Nachbarschaftshilfe, in Vereinen, bei der Feuerwehr, im Katastrophenschutz, in der Jugendarbeit und im Bereich Integration. Sie tragen damit auch maßgeblich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Für die Kommunen ist das Ehrenamt eine wertvolle Ergänzung zur hauptamtlichen Arbeit. Es ermöglicht passgenaue Angebote, die oft nah an den Bedürfnissen der Menschen entwickelt werden. Gerade im Kontext der gegenwärtig knappen Ressourcen leistet das Ehrenamt einen unverzichtbaren Beitrag, um das kommunale Leben vielfältig und lebendig zu gestalten.

Damit dieses Engagement möglichst wirksam wird, braucht es eine enge Zusammenarbeit mit der Kommunalverwaltung. Denn die Verwaltung kennt die lokalen Strukturen, kann Rahmenbedingungen schaffen, Initiativen begleiten und Gruppen vernetzen. Gleichzeitig erhält sie durch den Austausch mit den Engagierten wichtige Einblicke in die Lebensrealität der Bürgerinnen und Bürger. Deshalb ist es wichtig, dass Verwaltung und Engagierte einen guten Austausch pflegen. Dafür braucht es lokalspezifische Formate und die Bereitschaft, sich gegenseitig zuzuhören.
In Baden-Württemberg engagieren sich mehr als 46 Prozent der Menschen ehrenamtlich. Hier hat bürgerschaftliches Engagement einen ganz besonderen Stellenwert. Fachberatungen für bürgerschaftliches Engagement bei den Kommunalen Landesverbänden – finanziell ausgestattet durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg – tragen dazu bei, dass in den Kommunen vor Ort dieses Engagement unterstützt und weiterentwickelt wird.
Zur Zukunft des Engagements stehen wichtige Fragen an:
- Wie sieht das Engagement der Zukunft aus?
- Wie können Kommunen bürgerschaftliches Engagement weiterentwickeln?
- Was bedeuten politische und gesellschaftliche Transformationsprozesse für das Ehrenamt?
- Welche Kanäle eignen sich zur Nachwuchsgewinnung?
Die unter anderem auch vom Städtetag Baden-Württemberg betreuten Kommunalnetzwerke widmen sich diesen Fragen, um die Rahmenbedingungen für ein vielfältiges, aktives und attraktives Ehrenamt zu sichern.

Kontakt:
Städtetag Baden-Württemberg
Kommunaler Landesverband, eingetragener Verein
Königstraße 2
70173 Stuttgart
Tel.: +49 711 22921-0
post@staedtetag-bw.de
www.staedtetag-bw.de
Ein weiteres Statement zum Thema von:
– Daniel Schnurr, Ehrenamtsbeauftragter der Stadt Baden-Baden
– Ulrike Scharf, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales
– Eva Kurfer, Co-Geschäftsführerin des Verbands lagfa bayern e.V.
Wir bedanken uns ganz herzlich dafür!
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Diskutieren Sie mit!
Welche Ehrenämter gibt es in Ihrer Kommune, Ihrer Stadt oder Gemeinde?
Welche davon sind besonders gefragt bei Familien und älteren Bürgerinnen und Bürgern?
Werden die ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger bei ihrer Aufgabe unterstützt?
Welche dieser Ämter halten Sie für besonders wichtig?
Wir sind gespannt auf Ihre/Eure Erfahrungen!











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