Denkmalschutz trifft Zukunft
Schorndorf präsentiert innovative Projekte für die Stadtentwicklung
Wie gelingt es, historische Gebäude zu erhalten und gleichzeitig Raum für zeitgemäßes Wohnen und Arbeiten zu schaffen? Mit dieser und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden der Dienstbesprechung der unteren Denkmalschutzbehörden im Regierungsbezirk Stuttgart, die am 29. Juli in Schorndorf stattfand. Neben dem fachlichen Austausch zu aktuellen Entwicklungen und Rechtsänderungen im Denkmalschutz standen am Nachmittag mehrere Projektbesichtigungen auf dem Programm.
Ein Quartier mit Vorbildcharakter
Eine der drei Besichtigungsstationen führte die Delegation zum Projekt „Leben in der Vorstadt“ der Wohnbaugenossenschaft RemstalLeben eG in der Vorstadtstraße 58/60. Auf dem Gelände der rund 200 Jahre alten denkmalgeschützten Gemeindeschäferei und des benachbarten Wohnhauses entsteht ein Mehrgenerationenquartier, das historische Bausubstanz mit nachhaltigem Neubau verbindet. Im rückwärtigen Bereich ergänzt ein Ensemble aus dreineuen barrierefreien Wohnhäusern das Quartier – vorgesehen ist auch eine ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaft.
Die beiden denkmalgeschützten Bestandsgebäude werden behutsam saniert und einer neuen Nutzung zugeführt. In der ehemaligen Gemeindeschäferei sind unter anderem eine Kantine,ein Co-Working-Space, eine Werkstatt sowie eine große Fahrradabstellfläche geplant. Das Wohnhaus soll künftig eine kleine Pension beherbergen – unter anderem für Berufsschülerinnen und Berufsschüler.
Das Besondere an dem Projekt ist sein ganzheitlicher Ansatz: Es verbindet Denkmalschutz mit bezahlbarem, gemeinschaftlichem Wohnen, Arbeiten und nachhaltigem Bauen. Menschenunterschiedlicher Generationen sollen hier nicht nur Tür an Tür leben, sondern den Alltag aktiv miteinander gestalten. Gemeinschaftlich genutzte Angebote, kurze Wege und ressourcenschonende Bauweise gehören dabei ebenso zum Konzept wie der Erhalt der historischen Gebäude. So entsteht ein Quartier, das Vergangenheit bewusst bewahrt und gleichzeitig neue Antworten auf die Fragen des Wohnens von morgen gibt.
Ein Konzept mit Strahlkraft
Dass dieses Konzept weit über Schorndorf hinaus Aufmerksamkeit erfährt, belegt die Aufnahme als offizielles Projekt der Internationalen Bauausstellung 2027 (IBA'27) der RegionStuttgart. Unterstützt wird das Vorhaben mit Fördermitteln von Bund, Land und dem Verband Region Stuttgart in Höhe von insgesamt rund drei Millionen Euro. Damit zählt „Leben in der Vorstadt“ zu den beispielgebenden Projekten für eine lebenswerte, nachhaltigeund zukunftsorientierte Stadtentwicklung.
Architektin Vanessa Küpper vom Architekturbüro Atelier Wolfshof und Michael Knödler von der Wohnbaugenossenschaft RemstalLeben eG stellten den Gästen das Projekt vor und erläuterten,wie sich die Anforderungen des Denkmalschutzes mit zeitgemäßen Wohn- und Arbeitskonzepten verbinden lassen.
„Die Vorstadtstraße 58/60 zeigt beispielhaft, wie historische Gebäude mit neuem Leben gefüllt werden können, ohne ihren Charakter zu verlieren. Genau diese Verbindung aus Denkmalschutz,Nachhaltigkeit und innovativem Wohnen macht das Projekt auch über Schorndorf hinaus so interessant“.
René Schray
Fachbereich Stadtentwicklung und Baurecht
Weitere Stationen: Fuchshofschule und Alte Kelter
Neben dem Projekt in der Vorstadt standen auch die denkmalgerechte Sanierung der Pavillons der Fuchshofschule sowie die Planungen für die Alte Kelter in Schornbach auf dem Besichtigungsprogramm. Beide Vorhaben machen ebenfalls deutlich, wie historische Gebäude durch neue Nutzungskonzepte langfristig erhalten werden können.
Stadtverwaltung Schorndorf
Marktplatz 1
73614 Schorndorf











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