Deutsche KI-Initiative stärkt Kommunen
Ein Projekt legt den Grundstein für eine vielversprechende Struktur für die künftige Nutzung in Städten und Gemeinden
Die Ergebnisse des Projekts URBAN.KI wurden auf der zweiten Jahrestagung Ende November in Gelsenkirchen vorgestellt. Präsentiert wurden konkrete Ergebnisse, die in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Kommunen aus ganz Deutschland entwickelt wurden. Zugleich wurde deutlich, dass die im Projekt entwickelten Ansätze über die Förderphase hinaus weitergeführt werden sollen.
Die entwickelten Prototypen wurden als Open Source zur Verfügung gestellt und stehen so allen Kommunen bundesweit offen.
Rund 200 Vertreter aus Kommunen, Wissenschaft, Verwaltung und Politik nutzten die Tagung, um eine Bilanz zu ziehen und über die nächsten Schritte zu sprechen. Unter dem Leitmotiv „What’s next, URBAN.KI?“ ging es vor allem um praxisnahe Prototypen, den Wissenstransfer und die Frage, wie aus guten Lösungen kommunale Standards werden.
URBAN.KI ist Teil des Modellprojekts „Gelsenkirchen: Die Vernetzte Stadt“ im Bundesprogramm Modellprojekte Smart Cities“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
Ziel ist es, Kommunen bei der digitalen Transformation zu unterstützen und digitale Lösungen mit konkretem Nutzen für Verwaltung und Stadtgesellschaft umzusetzen.
Ergebnisse statt Visionen
URBAN.KI wurde als deutsche KI-Initiative für Kommunen entwickelt, um Künstliche Intelligenz für typische kommunale Aufgaben nutzbar zu machen – nicht als Pilotprojekt für Spezialisten, sondern als übertragbare Lösung für viele Städte und Gemeinden. In neun Prototypen sind gemeinsam mit Kommunen aus dem gesamten Bundesgebiet Anwendungen entstanden, die direkt aus der Verwaltungspraxis heraus entwickelt wurden. Dazu zählen unter anderem Prognosen zur Luftqualität, Analysen versiegelter Flächen für Stadtplanung und Klimaanpassung, KI-gestützte IT-Sicherheitsüberwachung sowie digitale Bürgerassistenten.
Vom Projekt zur dauerhaften Struktur
Als Projekt der Stadt Gelsenkirchen arbeitet URBAN.KI gemeinsam mit der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen mit weiteren wissenschaftlichen Partnern, wie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Fraunhofer FOKUS, Fraunhofer IAIS und der PROSOZ Herten GmbH zusammen. Während der Projektlaufzeit entwickelte die Initiative insgesamt neun Prototypen in sechs Anwendungsfeldern. Alle neun Prototypen liegen als Open-Source-Lösungen vor und können als Grundlage für Kommunen herangezogen werden, die vor vergleichbaren Anwendungsfällen stehen
Die Jahrestagung in Gelsenkirchen zeigte: Der Bedarf an spezifischen Lösungen für Kommunen ist groß. Deshalb soll künftig die Initiative in ein KI-Institut für Kommunen überführt werden. Damit können dann weitere Anwendungen standardisiert und für einen bundesweiten Einsatz in Städten und Gemeinden weiterentwickelt werden. Projektleiterin Marlene Damerau von der Stadt Gelsenkirchen: „Durch den Open-Source-Ansatz ermöglichen wir die Replikation und die Entstehung von Entwicklungsgemeinschaften.“

AirGuardAI Daten zu Feinstaub, Temperatur und Wind – Basis für die KI zur Vorhersage der Luftqualität. Bild: Stadt Schwerte / Büro Smart City
Kommunaler Bedarf als Ausgangspunkt
Für Kommunen liegt der Mehrwert dabei nicht nur im Ergebnis, sondern auch im Weg dorthin. Die Anwendungen sind so gestaltet, dass sie auch von Verwaltungen ohne eigene KI-Teams genutzt werden können. Der Fokus liegt auf dem praktischen Nutzen für die Verwaltung, während technische Komplexität für die Anwender reduziert wird.
Ein Beispiel ist der KI-Anwendungsfall AirGuardAI in Schwerte. Es entsteht ein System, das mithilfe von KI die Luftqualität vorhersagt. Sensorstationen im Stadtgebiet messen, wie viele Feinstaubpartikel in der Luft schweben. Die KI verknüpft die Messdaten mit Wetterinformationen wie Temperatur, Windrichtung und Luftdruck. So berechnet sie, wann und wo sich die Luftqualität voraussichtlich verschlechtert. Die Anwendung wird derzeit erprobt.
Struktur statt Einzelinitiativen
Die URBAN.KI-Tagung in Gelsenkirchen machte sichtbar, wie viele Kommunen bereits erste Anwendungen der künstlichen Intelligenz erproben. Was bislang fehlt, ist, eine gemeinsame Struktur, um diese Lösungen weiterzugeben, zu standardisieren und dauerhaft nutzbar zu machen. Gelsenkirchen will mit der Gründung des KI-Instituts für Kommunen den organisatorischen Rahmen dazu beitragen, um diese Ansätze weiterzuentwickeln und allen Kommunen zugänglich zu machen. [ nf ]
Für Rückfragen und weitere Informationen:
Sven Tomfohrde, M.A., Kommunikationsmanager URBAN.KI
Tel.: +49 209 9596 316 [email protected]
Westfälische Hochschule
Neidenburger Straße 43
45897 Gelsenkirchen











Youtube