Digitale Datenbasis für den Klimaschutz
Wie die Stadt Hagen mit einer Urban Data Platform neue Wege geht
Die kreisfreie Großstadt Hagen zeigt, wie kommunale Digitalisierung und Klimaschutz Hand in Hand gehen können. Im Modellprojekt klimakommune.digital entsteht seit 2022 eine digitale Infrastruktur, mit der städtische Energie- und Umweltdaten systematisch erfasst, verknüpft und ausgewertet werden – als Grundlage für datenbasierte Klimapolitik. Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer Urban Data Platform (UDP), die nicht nur interne Verwaltungsprozesse unterstützt, sondern auch der Stadtgesellschaft Einblick in relevante Entwicklungen bietet.
Das Vorhaben ist Teil eines von der Deutschen Energie-Agentur (dena) initiierten und vom BMWE (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) geförderten Projekts, das bis Ende 2025 erprobt, wie digitale Werkzeuge zur nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen können. Hagen wurde als Kommune durch eine bundesweite Ausschreibung ausgewählt, die Digitalisierung als strategisches Werkzeug versteht – nicht nur zur Effizienzsteigerung, sondern als Hebel für Klimaschutz, Transparenz und Beteiligung.
Eine Plattform, viele Datenquellen
Die UDP bringt zahlreiche Datenquellen aus Bereichen wie Energieversorgung, Verkehr, Umweltmonitoring und Geoinformation in einem System zusammen. Sensoren, Steuerungssysteme und Verwaltungsdaten liefern die Rohdaten, die zentral gesammelt, analysiert und visualisiert werden. Daraus ergeben sich neue Perspektiven – etwa beim CO2-Monitoring, bei der klimaresilienten Stadtplanung oder beim energieeffizienten Gebäudebetrieb.
Wesentlicher Bestandteil der technischen Umsetzung ist die Entscheidung für eine Open-Source-Architektur. Damit sichert sich die Stadt digitale Souveränität und schafft gleichzeitig die Voraussetzungen dafür, dass andere Kommunen eigene Anwendungen auf dieser Basis entwickeln oder bestehende Komponenten übernehmen können.

Klimaschutz zum Ansehen: Das Dashboard
Ein wesentliches Bindeglied zur Öffentlichkeit ist das Dashboard, das ausgewählte Daten aus der Urban Data Platform für Bürger aufbereitet. Die Echtzeit-Darstellung von CO2-Emissionen, Energieverbräuchen, Luftqualität oder Verkehrsströmen macht städtische Entwicklungen greifbar. Das stärkt nicht nur die Transparenz, sondern fördert auch das Verständnis für kommunalpolitische Entscheidungen und schafft Anreize zur Beteiligung.
Oberbürgermeister Erik O. Schulz unterstreicht diesen Anspruch: „Mit dem Dashboard machen wir sichtbar, wie sich unsere Stadt verändert – und schaffen eine Grundlage, auf der Verwaltung und Stadtgesellschaft gemeinsam Klimaschutz gestalten können.“
Digitale Blaupause für andere Städte
klimakommune.digital ist nicht als Insellösung gedacht. Vielmehr soll das, was in Hagen entsteht, auch anderswo genutzt werden können. Zu diesem Zweck entwickelt das Projektteam einen digitalen Baukasten, der die zentralen Erkenntnisse, technischen Standards und rechtlichen Rahmenbedingungen dokumentiert. Das Angebot richtet sich an kommunale Akteure, die selbst eine Urban Data Platform aufbauen oder bestehende Datenstrategien weiterentwickeln möchten.
Der Baukasten enthält unter anderem:
- Praxisbeispiele aus Hagen
- Checklisten und Empfehlungen für Ausschreibungen
- Hinweise zu Datenschutz und Schnittstellen
- Ansätze zur Bürgerbeteiligung in Digitalisierungsprozessen
Alle Inhalte werden modular, interaktiv und offen zugänglich aufbereitet – ein Werkzeugkasten für Klimaschutz- und Digitalisierungsverantwortliche in der Kommunalverwaltung.

Hagen als Teil einer größeren Bewegung
Das Hagener Projekt reiht sich ein in eine wachsende Zahl von kommunalen Initiativen, die auf vernetzte Datenräume setzen. In übergeordneten Strukturen wie Gaia-X oder im Rahmen des Dateninstituts geht es darum, Daten zwischen Städten, Institutionen und Unternehmen sicher und kontrolliert nutzbar zu machen. Hagen bringt seine Erfahrungen aktiv in diese Prozesse ein – als Kommune, die frühzeitig erkannt hat, welches Potenzial in der gezielten Nutzung urbaner Daten liegt.
Stimmen aus dem Projekt: Hintergründe im Podcast
Wer mehr über den Aufbau, die Herausforderungen und die Zukunft von klimakommune.digital erfahren möchte, kann im begleitenden Podcast hinter die Kulissen des Projekts hören. Mitarbeitende aus Stadt, Stadtwerk und Projektleitung geben Einblicke in technische Details, Beteiligungsprozesse und den Weg von der Idee zur funktionierenden Plattform.

Weitere Informationen zum Projekt:
Link zur Projektseite: Klimakommune.digital
www.future-energy-lab.de/projects/klimakommune
Link zum öffentlichen Dashboard:
https://dashboard.udp.hagen.de/public/start
Link zu den Podcasts:
https://dena-energiegeladen.podigee.io
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)
Chausseestraße 128a
10115 Berlin











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