Eisstockschießen – der neue Trendsport
Zahlreiche Möglichkeiten in Bayern und Baden-Württemberg zu jeder Jahreszeit
Es gehört speziell zu den großen Winterfreuden echter Münchner: Freunde und Familien treffen sich auf dem Eis, warm eingepackt und fröhlich, denn endlich ist es kalt genug zum Eisstockschießen. Vor einigen Jahrzehnten sank das Interesse an diesem uralten traditionellen Wintervergnügen, inzwischen gilt es – vor allem in München – als regelrechter Trendsport.
Gleich elf verschiedene Orte sind in der Stadt dafür präpariert und zugelassen. Und an allen elf Orten gibt es nicht nur festes Eis, es gibt natürlich auch Stände mit heißen Getränken und Feuerschalen zum Aufwärmen. Die elf Eisstockbahnen verteilen sich auf die ganze Stadt. Am berühmtesten ist jedoch die traditionellste aller Bahnen: der Nymphenburger Kanal. Hier trafen sich schon die Urgroßeltern der jetzigen Sportler, wenn das Eis fest genug war und man einfach mal trotz Kälte richtig Spaß haben wollte. Eisstockschießen ist in München so beliebt, dass man fast glauben könnte, es sei eine bayerische Erfindung. Wahrscheinlich entstand es jedoch bereits im 13. Jahrhundert in Skandinavien. Möglicherweise kam der Spaß mit dem Dreißigjährigen Krieg in den Süden, als die Soldaten des Schwedenkönigs bis nach Bayern vordrangen.
Früher besaßen die Sportler Eisstöcke, die sie sich selbst aus Holz schnitzten und mit einem Eisenring belegten. Ein Eisstock war also auch immer ein Stück Handwerkskunst, mit dem die Männer ihr Können beim Schnitzen beweisen konnten. Moderne Modelle sind dagegen genormt und zerlegbar. So hat sich vieles im Laufe der Jahrhunderte verändert. Eisstockschießen ist inzwischen auch mehr als „nur“ ein reines Volksvergnügen. 1951 fanden in Garmisch-Partenkirchen die ersten Europameisterschaften statt. Inzwischen gibt es auch Weltmeisterschaften. Bis zur olympischen Sportart hat es das Eisstockschießen jedoch noch nicht gebracht.

Zwei Spielmöglichkeiten
Die Spielregeln sind denkbar einfach. Eine „Daube“ – ein runder Puck oder kantiger Holzklotz – liegt am Ende der Bahn auf dem Eis. Jeder versucht, mit seinem Eisstock so nah wie möglich an die „Daube“ heranzukommen. Falls der Spieler sie rammt und sie sich verschiebt, bleibt sie in der neuen Position liegen. Meist spielen zwei Mannschaften gegeneinander. Bei einer anderen Eisstock-Disziplin geht es nicht um die Treffsicherheit, sondern um Kraft und vor allem um das perfekte Wachsen des Stockbodens. Beim „Weitenwettbewerb“ versucht jeder, seinen Stock so weit wie möglich über das Eis gleiten zu lassen.
Wer mit seinem Eisstock nicht unbedingt nach München reisen will oder kann, findet im gesamten Voralpenraum zahlreiche Möglichkeiten. In Wallgau am Karwendel gibt es einen beliebten Natureisplatz, auch im Bayerischen Wald haben viele Orte eine passende Bahn.
In Baden-Württemberg gibt es mehrere Vereine mit passenden Anlagen, unter anderem in Esslingen, Schömberg und Pfullendorf. Auch im Freizeitpark Rutesheim bei Stuttgart gibt es im Winterhalbjahr eine künstlich angelegte Eisstockbahn.

Weitere Informationen unter:
Baden-Württemberg: www.eissportverband-bw.de/Eisstocksport/Startseite
Bayern: www.bev-eissport.de/eisstocksport
München gilt als „die“ Eistock-Schießen-Stadt, siehe unter:
https://muenchen.mitvergnuegen.com/2025/11-orte-muenchen-schwungvoll-eisstockschiessen
Eisstockschießen auf dem Nymphenburger Kanal:
www.kulturnatur.de/muenchen-nymphenburger-kanal-eisstockschiessen-eis-zeit

Curling als Alternative:
Curling ist eine auf dem Eis gespielte Wintersportart, die Parallelen zu den Kugelsportarten Bowling, Boule beziehungsweise Boccia sowie Shuffleboard aufweist und dem Eisstockschießen ähnelt.
Zwei Teams mit jeweils vier Spielern lassen Steine auf einer Eisfläche in Richtung eines Zielbereichs gleiten, der in vier konzentrische Kreise unterteilt ist.
Jedes Team hat acht Steine, wobei jeder Spieler zwei Steine über die Fläche wirft. Das Ziel ist es, die höchste Punktzahl für ein Spiel zu erreichen. Punkte werden für die Lage der Steine vergeben. Je näher die Curlingsteine dem Mittelpunkt innerhalb der Kreise liegen bleiben, umso höher die Punktzahl. Auch hier ist es möglich, gegnerische Steine aus der unmittelbaren Nähe des Zielbereiches wegzuschießen.

Deutscher Olympischer Sportbund e.V.
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