Günstig und schnell bauen – das geht
Die neue Art des seriellen Bauens überzeugt in Mannheim – qualitativ sowie ökonomisch
Serielles Bauen ist in Deutschland noch nicht wirklich angekommen. Kritiker dieser Bauweise halten sie in urbanen Regionen für wenig geeignet und sie befürchten, dass die Fehler aus den 70er-Jahren nun wiederholt werden. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
In einem neuen Quartier in Mannheim hat die Stadt zwei Objekte mit 352 geförderten Wohnungen, hergestellt in serieller Bauweise, von einem privaten Investor gekauft. Für die kommunale Wohnungsbaugesellschaft eine rundum gelungene Sache.
Normalerweise baut die kommunale Wohnungsbaugesellschaft GBG in Mannheim – natürlich – selbst. Für die signifikante Vergrößerung des Wohnungsbestandes ist die Gesellschaft jetzt gleich zweifach von ihren Gepflogenheiten abgewichen. Die Gesellschaft hat gleich 361 Neubau-Wohnungen, davon 352 öffentlich gefördert, von einem Investor aufgekauft und die Häuser wurden in einer modernen, seriellen Holzbauweise errichtet. Der erste Bauabschnitt mit 167 Wohnungen im neuen Quartier Franklin ist bereits fertiggestellt, 194 Wohnungen kommen bis Ende 2025 hinzu. Insgesamt steht nun in Mannheim neuer Wohnraum auf etwa 27.500 Quadratmetern zur Verfügung, der Schwerpunkt liegt auf gut vermietbaren Zwei- bis Vierzimmerwohnungen. Im Fokus der Wohnungsbaugesellschaft standen dabei nicht nur Menschen mit kleinem Geldbeutel oder Bürgergeldempfänger, sondern tatsächlich die Mitte der Gesellschaft.

Die Baustellen auf beiden Flächen erinnerten nur im ersten Abschnitt an eine normale Baustelle: Vom Keller bis zur Bodenplatte blieb alles beim gewohnten Ablauf. Danach wurde aus der Baustelle eher eine Montagestelle. Heiko Brohm, Leiter der GBG-Unternehmenskommunikation, erklärt: „Die Vorfertigung der Wohnungen findet in einem sehr großen Ausmaß außerhalb der eigentlichen Baustelle statt. Die einzelnen Bauteile werden angeliefert und wie in einem Baukasten zusammengesetzt. Die Bäder zum Beispiel wurden fertig geliefert, wie ein Legostein in die entsprechenden Wohnungsbereiche eingehoben und die Leitungen angeschlossen. Fertig waren die Badezimmer.“ Hört sich nach einer einfachen Sache an. Allerdings ist diese Art des Wohnungsbaus in Deutschland noch eher Neuland. Sollte es allerdings nicht bleiben, angesichts fehlenden Wohnraums und aus dem Ruder laufender Baukosten. Heiko Brohm: „Bei dieser Art des Bauens sind die Kosten um 25 bis 30 Prozent niedriger als bei einer traditionellen Bauweise. Zudem sind die Wohnungen im Schnitt ein Jahr früher fertig und spielen folglich auch ein Jahr früher durch die Mietzahlungen die Kosten wieder ein.“
Die Kostenersparnis macht sich auch für die neuen Mieterinnen und Mieter positiv bemerkbar. Gebunden auf 40 Jahre liegen die Mieten satte 40 Prozent unter den ortsüblichen Vergleichsmieten. Das nennt sich offenbar zu Recht „Sozialer Wohnungsbau“.

Sehr hochwertige Mietwohnungen in bester Lage
Wer bei dieser Wohnraumerstellung an die wenig ansehnliche Bauweise à la Plattenbau in der früheren DDR denkt, könnte falscher nicht liegen. In Sachen Wohnraumqualität hat die Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft schon genau hingeschaut. Heiko Brohm unterstreicht: „Unsere Baufachleute haben sich die Planungen und die Umsetzung sehr genau angesehen. Die Wohnungen sind qualitativ sehr hochwertig, erfüllen den Standard Kfw40, haben PV-Anlagen auf dem Dach, sind an unser Fernwärmenetz angeschlossen. Und dass die Häuser auch noch gut aussehen, davon kann sich jeder selbst überzeugen.“
Und welchen Hürden mussten sich Bauherr und Wohnungsbaugesellschaft stellen? Eigentlich keinen besonderen, meint Heiko Brohm. „Aus unserer Sicht ist bei diesem Projekt wirklich alles glatt gelaufen.“ Die günstigen Mietwohnungen in bester Lage stellen zudem sicher, dass die Stadt beziehungsweise die Wohnungsbaugesellschaft auf Jahre hinaus über fehlende Mieteinnahmen nicht wird klagen können. Auch der Oberbürgermeister Christian Specht ist angetan von den neuen Wohnungen: „Der Ankauf der Wohnungen macht sowohl ökonomisch wie auch ökologisch Sinn für die kommunale GBG und liegt genau in der Strategie der Bestandserweiterung“, sagt Christian Specht, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der GBG Unternehmensgruppe GmbH ist.

Für die neuartige Bauweise hat das Mannheimer Unternehmen mit einem Schweizer Unternehmen zusammengearbeitet, das sich auf serielles Bauen, serielles Sanieren und energetische Optimierung mithilfe einer vollständig digitalisierten, skalierbaren Plattform spezialisiert hat. Eine Bauweise, die, wie das Unternehmen mitteilt, „lebenswerten, nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraum“ schaffen soll. Heiko Brohm erklärt: „Tatsächlich gibt es mittlerweile mehrere Anbieter dieser Art des Bauens auf dem Markt. Als kommunale Wohnungsbaugesellschaft werden wir die Fortschritte in diesem Bereich genau im Blick behalten.“ Die neuen Mieter scheinen mit ihrer neuen Bleibe zufrieden zu sein. Jedenfalls sind Beanstandungen Heiko Brohm nicht zu Ohren gekommen. [ al ]
Weitere Informationen unter:
www.franklin-mannheim.de/franklin/quartiere
GBG Unternehmensgruppe GmbH
Leoniweg 2
68167 Mannheim
Telefon: +49 621-3096-0
Email: mail@gbg-unternehmensgruppe.de
Webseite: https://www.gbg-unternehmensgruppe.de











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