Klimastadt-Vertrag für Münster und die Zukunft
Verwaltung, Bürgerschaft, Wirtschaft und Wissenschaft verpflichten sich gemeinschaftlich zu mehr Klimaschutz
Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der sich alle beteiligen können und sollen. In Münster ist das gelebte Realität. Mit ihrem Klimastadt-Vertrag hat sich die Verwaltungsstadt in die Liste jener 92 europäischen Städte eingereiht, die bislang das „Mission Label“ für klimaneutrale und intelligente Städte tragen dürfen.
Die Liste der Selbstverpflichtungen ist lang und wird immer länger: Dabei sind seit der „ersten Stunde“ die Industriegemeinschaft Münster, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, die Universität Münster, das Bistum Münster, aber auch Klima-Trainerinnen und Klima-Trainer, der Verein „Move and Meet e. V., die Psychologists4Future und die Hansawerkstatt. Ebenfalls mit im Boot: das international tätige Unternehmen Armacell, die Sparkasse Münsterland Ost, das Universitätsklinikum Münster sowie das Schloss Wilkinghege.
Münster will klimaneutral werden
Sie alle haben sich verpflichtet, das Ihre dazu beizutragen, Münster möglichst zeitnah klimaneutral werden zu lassen. Die Maßnahmen reichen von Energieeinsparungen, der Nutzung von regenerativen Energien, der Förderung sozial-ökologischer Innovationen, der Produktion von Dämmstoffen mit Energieeinspareffekten oder der Entwicklung und Umsetzung anspruchsvoller Klimaschutzkonzepte. Bis hin zu einem Beitrag, der eine nachhaltige Kapitalanlagen in Höhe von 40 Milliarden Euro nach ESG-Kriterien verspricht (ESG steht für Environmental, Social and Governance, zu Deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung). „Der Vielfalt der Ideen sind keine Grenzen gesetzt, wichtig ist nur, dass ein Projekt einen nachvollziehbaren Beitrag zur Klimaneutralität leistet und im eigenen Handlungsspielraum der einreichenden Institution oder Person liegt. Zudem sollte der Beitrag sich entweder in Umsetzung befinden oder für die Zukunft konkret geplant sein“, erklärt Dr. Cornelia Fraune von der Koordinationsstelle Klimaschutz. Und sie fügt an: „Alle Beiträge werden in regelmäßigen Abständen auf klimastadt.ms unter Nennung des Namens der einreichenden Person(en), des Unternehmens oder des Vereins veröffentlicht.

Kürzlich erst sind vier Hotels, eine Planungsgesellschaft, eine Versicherung und eine Klinik hinzugekommen. Auch Privatpersonen sind willkommen. Maßnahmen für die energetische Sanierung des eigenen Hauses gehören ebenso dazu wie Personen, die ihr Auto abschaffen, Menschen, die Aufklärungsarbeit leisten oder solche, die klimafreundlich hergestellte Textilien einkaufen oder sich einen Rasenmäher mit ihren Nachbarn teilen. Kleinvieh – das weiß man auch in Münster – macht eben auch Mist.
Der sogenannte Klimastadt-Vertrag soll kontinuierlich fortgeschrieben werden – bis Münster das Ziel erreicht hat und klimaneutral aufgestellt ist. Natürlich hat auch die Kommune selbst sich verpflichtet – mit all ihren Eigenbetrieben und verbunden mit einem städtischen Aktionsplan. Oberbürgermeister Markus Lewe hatte im Rahmen der EU-Auszeichnung im November 2024 ein ehrgeiziges Ziel verkündet: Bis zum Ende seiner Amtszeit im Oktober 2025 sollen mindestens 140 Akteure den Klimastadt-Vertrag unterzeichnet haben. „Ob das gelingt, liegt auch am Engagement der gesamten Stadtgesellschaft. Meine Erfahrung bestätigt mich darin, viel Vertrauen in die Tat- und Innovationskraft der Münsteranerinnen und Münsteraner zu setzen.“ Er sollte Recht behalten mit dieser Einschätzung: Schon jetzt sind es 143 Akteure, die den Vertrag unterzeichnet haben.
Klimastadt-Lounge eröffnet
Etwa 20 Prozent der Einträge kommen aus der Bürgerschaft und etwa 40 Prozent von lokalen Unternehmen. Ebenfalls etwa 40 Prozent tragen die strategischen Klimaschutzprojekte des
Stadtkonzerns bei. Um dem wachsenden Engagement und der damit verbundenen Verpflichtung einen festen Platz zu geben, wurde in diesem Sommer die Klimastadt-Lounge im Stadthaus 1 an der Klemensstraße 10 eröffnet. Hier können sich die Klimastadt-Akteure – umgeben von ausgestellten Klimastadt-Verträgen – zwanglos austauschen. Oberbürgermeister Markus Lewe ist voll des Lobes über die ungebrochene Resonanz: „Die Beiträge und Akteure sind bunt und unterschiedlich. Sie zeigen, wie vielfältig und innovativ unsere Stadtgesellschaft aufgestellt ist und wie breit die Möglichkeiten sind, einen aktiven Anteil an dem gemeinsamen Ziel zu leisten”, sagt er. Eine rechtliche Verbindlichkeit entsteht mit der Unterzeichnung des Klimastadt-Vertrages natürlich nicht, aber die öffentliche Selbstverpflichtung soll dafür sorgen, dass die dargestellten Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt werden.

Dass der Bürgerschaft in Münster der Klimaschutz einiges wert ist, zeigt auch eine noch nicht lange zurückliegende repräsentative Umfrage: Demnach glauben 80 Prozent der Befragten, dass der Klimawandel nur durch Veränderung der Lebensweise aller aufgehalten werden kann. 64 Prozent wünschen sich eine nahezu autofreie Innenstadt, 66 Prozent wollen reparieren, leihen und tauschen statt neu zu kaufen, 77 Prozent wünschen sich einen weiteren Ausbau der Fahrradwege in einer ohnehin schon fahrradfreundlichen Stadt, 83 Prozent wollen einen günstigeren Öffentlichen Nahverkehr, damit mehr Menschen aufs Auto verzichten. Drei Viertel der Befragten wünschen zudem eine Ausweitung der ÖPNV-Linien.
Satte 91 Prozent befürworten Hitzeschutzmaßnahmen im Öffentlichen Raum und mehr Bäume im Straßenbild. Mehr als 80 Prozent der Befragten setzen auf mehr Entsiegelung und Begrünungen. Anderswo mag der Klimaschutz an Priorität verloren haben – Münster will in seinen Anstrengungen keineswegs nachlassen. [ al ]
Für Rückfragen und weitere Informationen:
Stadt Münster – Stabsstelle Klima
Cornelia Fraune, Tel.: +49 251 492-6052
Fraune@stadt-muenster.de
www.stadt-muenster.de/klimastadt/startseite
Stadt Münster
48127 Münster
Telefon: +49 251 492-0
Email: stadtverwaltung@stadt-muenster.de
Webseite 1: https://www.stadt-muenster.de
Webseite 2: https://www.stadt-muenster.de/a-z/a











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