Schweben über Almen, Wiesen und dem bayerischen Meer
Der wunderbare Chiemgau bietet Gleitschirmfliegern herrliche Flugstrecken und schier unzählige Möglichkeiten
Das Chiemgau gehört zu den schönsten Landschaften Europas. Malerische Seen, wilde Flüsse, kleine Städtchen, idyllische Dörfer, blühende Wiesen, sanfte Hügel und steile Berge – eine vielfältigere Bilderbuchlandschaft voller Schönheit und Anmut kann man sich kaum vorstellen. Die Region bietet noch einen weiteren Vorteil: Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es so viele gut erschlossene Flugberge auf so engem Raum. Mehrere angesehene Gleitflugschulen haben hier ihre Niederlassung und verfügen über begehrte Abflugorte.
Über dem Chiemgau erreichen manche Gleitflieger Flugstrecken von rund 200 Kilometern, und erst vor kurzem brach Kilian Hallweger aus Palling einen Rekord, als er vom Hochfelln aus insgesamt 305 Kilometer schweben konnte. In der Wertung zur deutschen Gleitschirmfliegerei 2025 erreichte er damit einen Spitzenplatz.

Weiter Blick auf die Zentralalpen
Der Hochfelln gehört zu den wichtigsten und beliebtesten Abflugstellen im Chiemgau. Der 1674 Meter hohe Hochfelln ist bequem mit einer Seilbahn zu erreichen. Er gilt als die „Aussichtsterrasse des Chiemgaus“, denn von dort oben hat man einen prächtigen Ausblick über die weite Landschaft. Selbst die mächtigen Zentralalpen scheinen in greifbarer Nähe zu sein. Die Startmöglichkeiten gelten hier als absolut optimal. Mehrere Streckenrekorde beweisen, dass die Thermik hier wirklich auf der Seite der zahlreichen ambitionierten Flieger ist. Wer den Gleitern nur zusehen will, kann von der Seilbahnstation aus Wanderungen unternehmen oder in einer Alm oder einem Gasthaus einkehren.
Ein weiterer beliebter Abflugpunkt liegt bei Ruhpolding auf dem 1425 Meter hohen Unternberg. Auch hier kann man sich die Wanderung sparen, denn eine Seilbahn bringt die Flieger fast bis zur Abflugstelle. Der Unternberg gilt als eher ruhige Ecke und ist deshalb vor allem bei den lokalen Flugschulen sehr beliebt. Wer vor dem Schweben noch wandern will: Der Gipfel liegt nur 550 Meter entfernt.
An einem Tag einen Gipfel erstürmen und dann kurz darauf über der Landschaft schweben – der Unternberg macht es möglich. Eine der angesehensten Flugschulen liegt am Fuße des Bergs. Achim Roos, mehrfacher deutscher Meister im Gleitschirmflug, hat sie gegründet. Direkt neben der Flugschule liegt das Landeareal. Auch Tandemflüge sind hier möglich, bei denen vorher jedoch gründlich geübt werden muss. Die Tandemspringer müssen vor allem zwei wichtige Kommandos lernen, damit sich Pilot und Passagier aufeinander verlassen können. „Drei-zwei-eins-los“ heißt das Erste. Beide laufen dann synchron so schnell wie möglich los. Nach fünf bis 15 Schritten schwebt der Schirm in der Luft, und der Fluggast hört die schönen Worte: „Jetzt kannst du’s dir bequem machen“. Wie viele Schritte nötig sind, hängt vom Gelände ab – und vom Wind. Nur selten kommt das zweite Kommando zum Einsatz. Ein „Stopp“ hört der Fluggast nur, wenn der Start abgebrochen werden muss. Die wichtige Laufübung vor dem Start zeigt dem Piloten außerdem, ob der Passagier mitzieht oder nicht. Er entscheidet dann auch letzten Endes, ob gestartet wird.

Kraxeln und Schweben an einem Tag
Ambitionierte Gleitschirmflieger wählen gerne den 1748 Meter hohen Hochgern bei Marquartstein. Dieser Abflugpunkt ist schon deshalb sehr anspruchsvoll, weil es keinen Sessellift und keine Seilbahn gibt. Nur erfahrene Hike-and-Fly-Piloten wählen den Hochgern, werden dann aber mit einer gewissen Einsamkeit, Stille und einer hervorragenden Thermik belohnt. Allerdings muss niemand vom Tal aus bis zum Gipfel wandern, denn bis zum Berggasthof Hochgernhaus in 1461 Meter Höhe führt eine breite Straße. Das Hochgernhaus ist ein wichtiger Treffpunkt, hier genießen viele noch eine gute Brotzeit, bevor es weiter zur Abflugstelle geht. Manche reisen auch schon am Vortag an, genießen den Sonnenuntergang über den Berchtesgadener Alpen und starten dann am nächsten Tag mit einem sensationellen Gleitflug.
Eine weitere beliebte Abflugstelle ist die 1669 Meter hohe Kampenwand bei Aschau, die über eine Seilbahn zu erreichen ist. Der Startplatz gilt als gut ausgebaut. Wer von hier startet, kann den Chiemsee von oben bewundern, hat aber auch einen freien Blick auf beeindruckende Felsformationen. Das Landeareal gilt als anspruchsvoll. Deshalb sollten von hier aus nur erfahrene Piloten abheben.
Einige Flugschulen registrieren pro Jahr mehrere tausend Flüge, vor allem Tandemflüge sind sehr beliebt. Der Himmel über dem Chiemgau ist deshalb nicht nur weiß-blau, sondern oft auch bunt getupft. [ raa ]

Weitere Informationen unter:
www.chiemsee-chiemgau.info/gleitschirmfliegen
www.marquartstein.de/ort/startplatz-hochgern
www.kampenwand-flieger.de
www.flychiemgau.de
www.aschau.de/gleitschirmfliegen-tandemfliegen
www.tandemfliegenchiemgau.de
Chiemgau Tourismus e.V.
Stadtplatz 32
83278 Traunstein
Telefon: +49 861 90 95 90 15
Email: urlaub@chiemsee-chiemgau.info
Webseite: http://www.chiemsee-chiemgau.info











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