Starthilfe für Innovationen: Hier gibt es Kapital für Gründer
Bayerische Start-ups erhalten die höchste Finanzierungssumme unter allen Bundesländern
Bayerische Start-ups haben im vergangenen Jahr die höchste Finanzierungssumme unter allen Bundesländern eingesammelt. Insgesamt gingen 2,3 Milliarden Euro an Jungunternehmen, das waren 614 Millionen Euro mehr als 2023. Das zeigt das Startup-Barometer der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Jungunternehmen aus Berlin kamen im selben Zeitraum auf 2,2 Milliarden Euro (minus 204 Millionen Euro). Auf Platz drei liegt Nordrhein-Westfalen mit 951 Millionen Euro (plus 620 Millionen Euro).
Insgesamt erhielten deutsche Start-ups im Jahr 2024 mehr als sieben Milliarden Euro von Investoren – knapp eine Milliarde mehr als in den zwölf Monaten zuvor.
In Bayern bildet die Gründerförderung mit der 2014 gegründeten Initiative „Gründerland Bayern“ einen wichtigen Schwerpunkt der bayerischen Wirtschaftspolitik. Die Initiative hat in den letzten zehn Jahren eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen. Beispielsweise wurden in 17 Wettbewerbsrunden des Förderprogramms "Start?Zuschuss!" über 300 Start-ups mit jeweils bis zu 36.000 Euro unterstützt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Das ist ein enormer Erfolg unserer bayerischen Start-up-Politik und belegt, wie attraktiv unser Standort für innovative und ehrgeizige Gründerinnen und Gründer ist."

Engagement verstärken und ausbauen
In den kommenden zehn Jahren will der Freistaat sein Engagement bei der Finanzierung von Start-ups jedoch noch verstärken und ausbauen. Ab 2025 wird im Rahmen der Initiative VC4Start-ups eine neue Fondsgeneration mit einem Volumen von 750 Millionen Euro eingerichtet. Die VC4Start-ups-Initiative Bayern steht für „Venture Capital for Start-ups" und ist eine Initiative des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, der LfA Förderbank Bayern und Bayern Kapital. Ziel dieser Initiative ist es, die Finanzierung von Start-ups in Bayern zu unterstützen und zu fördern.
Wirtschaftsminister Aiwanger: „Bayern braucht Start-ups, die Innovation und Wirtschaftswachstum ankurbeln und langfristig Fortschritt sowie Arbeitsplätze sichern. Bayern Start-ups sind ihrerseits auf Wagniskapital angewiesen, da die Aufbau- und Wachstumsphasen kapitalintensiv sind und eine Finanzierung über Fremdkapital meist nicht möglich ist. Die VC4Start-ups-Initiative ist ein starker Treiber für die Start-up-Szene in Bayern.“ Mindestens 300 Unternehmen sollen ab 2025 in den Genuss einer Förderung kommen.

Zur Initiative VC4Start-ups gehören:
- Der Wachstums- und ScaleUp-Fonds von Bayern Kapital mit einem Volumen von 500 Millionen Euro
- Der Innovationsfonds in Höhe von 100 Millionen Euro von Bayern Kapital für Start-ups in frühen Phasen.
- Investments der LfA Förderbank Bayern in Venture-Capital-Fonds mit 150 Millionen Euro.
Erfolgsgeschichten aus Bayern
Die bisher hauptsächlich vom „Gründerland Bayern“ geförderten Start-ups zeigen, wie einfalls- und ideenreich junge Gründer in Bayern sind. Hier einige außergewöhnliche Beispiele:
In der Hofmetzgerei Braumiller in Biburg aus Niederbayern geht man mit einem Smart-Store und einer Shopping-App im klassischen Kundenkontakt völlig neue Wege. Unternehmerin Sophie Braumiller: „Wir haben eine App, in der man alle Informationen zu unseren Produkten einsehen und vorbestellen kann. Je nach Wunsch kann man sie abholen oder liefern lassen, selbst wenn unser Smart-Store geschlossen hat. Gerade an Feiertagen sind die App und der Smart-Store stark gefragt. Die Leute freuen sich über die Möglichkeit, auch an solchen Tagen an frische Produkte zu kommen. Generell haben wir viel positives Feedback auf die Digitalisierung unserer Metzgerei bekommen.“
Ein anderes außergewöhnliches Beispiel ist die Geschichte des Unternehmens dissecto. Niels Weiß hatte die Idee zu dieser Plattform für die Automobilbranche, die Cyber Security entlang der kompletten Entwicklung von Fahrzeugen ermöglicht. Niels Weiß: „Fahrzeughersteller haben ein zunehmendes Interesse am Thema Software-Sicherheit. Zwei Bereiche sind hier von wirtschaftlich besonders hoher Bedeutung: Cybersicherheitsprüfungen als verpflichtende EU-Vorgabe und Diebstähle von teuren Fahrzeugen. Wir unterstützen die Automobilindustrie dabei, die Software ihrer Fahrzeuge sicher zu machen. Dafür entwickeln wir eine Plattform, die es Herstellern und Zulieferern am Automobilmarkt ermöglicht, auf notwendige Security Features bei der Fahrzeugentwicklung zuzugreifen und sämtliche sicherheitsrelevanten Aspekte frühzeitig im Entwicklungsprozess zu berücksichtigen. Ziel ist es, ein umfangreiches Security-Test-Management-System für den Entwicklungs- und Lebensprozess eines Fahrzeuges zu entwickeln.“
Natürlich spielt auch die KI bei einer Reihe von bayerischen Start-ups eine wichtige Rolle. Bei dem Jungunternehmen „Delicious Data“ hilft die KI beispielsweise bei der Rettung von Lebensmitteln. Die Idee dazu hatten Valentin Velser und Jakob Breuninger. Den beiden war in der Mensa während des Studiums aufgefallen, dass immer jede Menge Essen übrigbleibt. Zu seinem Entsetzen stellte Valentin Welser fest, dass alles aus hygienischen Gründen weggeworfen wird. Mithilfe ihrer Software können die Großküchen nun besser planen. Valentin Velser: „2017 ging es den meisten Kunden eher darum, Kosten einzusparen. Mittlerweile stehen andere Aspekte im Vordergrund. Wir wollen die Lebensmittelverschwendung eindämmen und CO2 einsparen. Jakob hat mit seinem Machine Learning Know-how parallel den ersten Prototypen entwickelt, so dass wir die Lösung schnell mit Kunden testen konnten.“

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
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