Das von der Agrarenergie Redefin GmbH erzeugte Biogas dient als Brennstoff für die Blockheizkraftwerke sowie für zwei Buderus Gas-Heizkessel, die Wärme für 100 Gebäude bereitstellen.

Kuschelige Wärme für Ross und Reiter

Nahwärmesystem funktioniert perfekt dank der Buderus GmbH

Der 550-Einwohner-Ort Redefin im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist eine malerische Gemeinde, die seit Anfang des 18. Jahrhunderts untrennbar mit der Pferdezucht verbunden ist. Zur Gemeinde gehört das Landgestüt Redefin mit Paradeplätzen, Reithallen, Gästehäusern und vielen weiteren Einrichtungen und Gebäuden. 1993 wurde das Gut vom Bundesland Mecklenburg-Vorpommern übernommen.
Vieles wurde anschließend modernisiert – auch das Heizsystem. Deshalb sind heute etwa 100 Gebäude in Redefin an ein zeitgemäßes Nahwärmenetz angeschlossen, das mit erneuerbaren Energien arbeitet.

Die Gebäude werden von zwei Blockheizkraftwerken und Spitzenlast-Heizkesseln der Firma Buderus GmbH mit Wärme beliefert. Das System arbeitet in erster Linie mit Gas aus der eigenen Biogas-Anlage.

Betreiber des Nahwärmeverbundes ist die Agrarenergie Redefin GmbH. Deren geschäftsführender Gesellschafter hat zusammen mit dem Planungsbüro Ulf Wegener die Anlage konzipiert. Der Systemspezialist Buderus lieferte die Heizkessel und das benötigte Zubehör für das Projekt. Buderus unterstützte auch bei der technischen Spezifikation und bei der Projektkoordination. Die Installation wurde von der Ausbaugenossenschaft Anklam ausgeführt.

Die perfekte zweigleisige Lösung

Vor der Umsetzung des Projekts stand eine exakte Planung auf der Agenda. Der Energieverbrauch für alle Gebäude beläuft sich auf 4.135.000 Kilowattstunden (kWh), der Heizwärmebedarf pro Quadratmeter wurde mit 159 kWh berechnet. Das Problem: Auch bei Schwankungen müssen die Abnehmer jederzeit zuverlässig mit Wärme beliefert werden.

Carsten Mühlberg, Leiter der Buderus Niederlassung in Neubrandenburg hat das Großprojekt betreut: „Eine maßgeschneiderte, zweigleisige Lösung passte am besten zum Anforderungsprofil.“

Ulf Wegener erklärt das System so: „Das Biogas wird von der Agrarenergie Redefin erzeugt. Es dient als Brennstoff für das Heizsystem. Bei Bedarf wird Biomethan dazugekauft, aber die Wärme wird in erster Linie durch das bestehende Biogas-Blockheizkraftwerk und ein Biomethan-Blockheizkraftwerk bereitgestellt. Um Bedarfsspitzen abzudecken, kommt außerdem eine Buderus-Heizkesselanlage zum Einsatz.“

Die Wahl fiel auf zwei Buderus Niedertemperatur-Heizkessel, die sich mit Bio- oder Erdgas betreiben lassen. Es handelt sich dabei um einen Logano GE6515 mit einer Leistung von 510 Kilowatt und einen Logano GE615 mit 1200 Kilowatt Leistung. Buderus lieferte außer den beiden Kesseln das gesamte Zubehör, unter anderem die Aggregate zur Druckhaltung und Heizwassernachspeisung, die Fernwärme-Stationen und das Fernwärmeverteilersystem für die Heizzentrale. Außerdem lieferte der Anbieter über 120 Wärmeübergabestationen für die Gebäude der Anschlussnehmer sowie die komplette Gebäudeleittechnik für die Wärmeerzeugung- und Verteilung.

Die Heizkessel erreichen einen Normnutzungsgrad von bis zu 96 Prozent. Sie sind aus hochwertigem korrosionssicheren Spezial-Grauguss gefertigt und haben deshalb eine lange Lebensdauer. Die Thermostream-Technik trägt zu einem sparsamen Heizbetrieb bei. Sie sorgt dafür, dass im oberen Bereich kaltes Rücklaufwasser am warmen Vorlaufwasser vorbeifließt, das dadurch eine höhere Temperatur erreicht. Bereits bei 50 Grad Kesselvorlauftemperatur lässt sich die Rücklauftemperatur bis auf das Niveau der Raumtemperatur absenken, ohne dass Schwitzwasser entsteht. Weitere wichtige Bestandteile des Systems sind zwei Pufferspeicher mit je 57 Kubikmeter Fassungsvermögen.

Die Buderus Gas-Heizkessel lassen sich über das Regelgerät Logamatic 4211 bequem bedienen

Der Aufbau – schnell und unkompliziert

Die Lieferung und Montage der Gas-Heizkessel ins separate Technikhaus gingen reibungslos vonstatten. Buderus liefert große Heizkessel dieser Art je nach örtlichen Gegebenheiten „geblockt“ oder „lose“. Bei der geblockten Lieferung ist der Kesselblock bereits montiert und auf Dichtheit geprüft. Bei der „losen“ Lieferung kommen die Kesselteile separat und werden vor Ort zusammengebaut. In Redefin war genügend Platz für eine geblockte Einbringung.

Ralf Bärenwald, Vorstandsvorsitzender der Ausbaugenossenschaft Anklam e.G., war mit dem Verlauf rundum zufrieden. „Die Heizkessel waren schnell montiert, weil die einzelnen Komponenten und das Zubehör von Buderus aufeinander abgestimmt sind.“

Positives Fazit

Mitarbeiter der Buderus-Niederlassung Neubrandenburg standen bei der Projektkoordination und der technischen Beratung von Anfang an mit Rat und Tat zur Seite. Nach rund zehn Tagen waren die Heizkessel ins System integriert und bereit zur Inbetriebnahme. Abgerundet wurde das Ganze durch ein hochmodernes Wärmemanagement-System.

Die positiven Effekte des Nahwärmenetzes haben sich umgehend bemerkbar gemacht.

Die Buderus Gas-Heizkessel mit ihrem optimierten Feuerraum und niedriger Feuerraumbelastung bieten ideale Voraussetzungen für einen schadstoffarmen und versorgungssicheren Betrieb. Vor dem Neubau und der zentralen Versorgung beliefen sich die summierten CO2-Emissionen aus allen Gas-, Öl-Heizkesseln und Biomasseanlagen in den einzelnen Gebäuden auf 1.038.800 Kilogramm pro Jahr. Nach der Modernisierung und mit dem neuen Nahwärmenetz sind es mit den Blockheizkraftwerken und den beiden Gas-Heizkesseln nur noch 52.560 Kilogramm jährlich. Gleichzeitig sank der Stromverbrauch von 198.000 auf 10.200 Kilowattstunden pro Jahr.

Für die Betreibergesellschaft und die Nutzer des Nahwärmenetzes in Redefin war die Modernisierung eine solide Investition in eine zukunftssichere und nachhaltige Wärmeversorgung.


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4. Januar 2017


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