NRW-Delegation mit Partnern in Minneapolis

„Climate Smart Municipalities“ – Klimaschutz made in NRW meets Minnesota

Die nordrhein-westfälischen Kommunen Arnsberg, Iserlohn, Siegen, Saerbeck und Münster haben sich im vergangenen Jahr entschieden an einem partnerschaftlichen Austausch mit den Gemeinden Duluth, Warren, Rochester, Morris und Elk River aus dem US-Bundesstaat Minnesota teilzunehmen. Im Mittelpunkt des Projektes „Climate Smart Municipalities“, welches von der Universität von Minnesota initiiert wurde und von weiteren politischen Institutionen und Verbänden vor Ort unterstützt wird, steht ein über drei Jahre angelegter Austausch zu klimarelevanten Themen. Das Projekt ist Teil des Transatlantikprogramms der Bundesregierung und wird unterstützt vom Ministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin.

Seit 2013 besteht ein Kooperationsabkommen zwischen Minnesota (MN) und Nordrhein-Westfalen (NRW) zu erneuerbaren Energie- und Energieeinsparungsthemen. Die Gemeinde Saerbeck, als eine der engagiertesten Klimakommunen NRW`s mehrfach ausgezeichnet, ist bereits seit Ende 2015 partnerschaftlich mit der Gemeinde Morris (MN) verbunden.

Neben den genannten Kommunen aus NRW sind das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW (MKULNV) sowie die EnergieAgentur.NRW involviert. Letztere agiert als Fachpartner, begleitet das Projekt inhaltlich und organsiert gemeinsam mit dem MKULNV sowie den kommunalen Partnern Delegationsreisen nach NRW. Die Unterstützung weiterer politischer Partner, von Verbänden, Wissenschaft und Forschung sowie nicht zuletzt Unternehmen ist anvisiert, um ein möglichst großes Spektrum an Stakeholdern und Entscheidungsebenen in das Projekt zu integrieren. Nicht zuletzt die Aspekte Kommunikation und Vernetzung sind wesentliche Bausteine des Projekts.

In der Praxis geht es darum Ideen und Konzepte zu entwickeln, klimaschutzrelevante Projekte zu initiieren und gemeinsam umsetzen. Dies können Erneuerbare Energie Projekte ebenso sein wie niedrigschwellige Ansätze, wie beispielsweise gemeinsame Veranstaltungen oder Austauschprogramme zwischen beteiligten Universitäten. Individuell erarbeitete und zugeschnittene Arbeitsprogramme mit hinterlegten Maßnahmen werden über Videokonferenzen und im Rahmen von Delegationsreisen besprochen und umgesetzt. Das dies trotz oder gerade wegen der Unterschiede in den vorhandenen politischen Systemen, den kommunalen Strukturen, der Förderlandschaft für Erneuerbare Energien und Klimaschutz und nicht zuletzt der Distanz ein mitunter schwieriges Unterfangen wird, ist den Beteiligten dabei durchaus bewusst.

Die Deutsche Energiewende ist ein nach wie vor im internationalen Vergleich viel beachtetes Modell. Daher geht es auch darum, diesen positiven Systemansatz über das Projekt „Climate Smart Municiplatities“ in Minnesota und der amerikanischen Diskussionslandschaft zu verankern. BürgerInnen, SchülerInnen und StudentInnen sowie die regionale Öffentlichkeit werden über Kommunikationsstrategien und Öffentlichkeitsarbeit eingebunden. Von besonderem Interesse der amerikanischen Partner sind Themen wie „Kraft-Wärme Koppelung“, „Kreislaufwirtschaft“, „Landwirtschaft – nachhaltig und ökologisch“, Klimaanpassung uvm. , von denen in NRW zahlreiche Best-Practise-Beispiele zu finden sind.

Die ersten Delegationsbesuche diesseits und jenseits des Atlantiks 2016 waren inhaltlich darauf ausgerichtet, innovative Projekte zum Klimaschutz und aus dem reichhaltigen Spektrum der Erneuerbare Energien zu präsentieren und sich mit Fachleuten auszutauschen. Dabei hat besonders der Besuch der nordrhein-westfälischen Delegation im Oktober 2016 gezeigt – Minnesota betritt mit diesem Projekt kein völliges Neuland. Vielmehr hat sich der US-Staat mit dem „Minnesota Energy Action Plan 2025“ selbst bereits ambitionierte Klimaziele gesetzt, die von einer Vielzahl von staatlichen Akteuren, Unternehmen und Non-Profit-Organisationen unterstützt und umgesetzt werden.

Ziel des Projektes „Climate Smart Municipalities“ ist es zu zeigen, dass Klimaschutz und Energiewende eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sind, dass integrative Ansätze funktionieren—unabhängig von Einwohnerzahl, lokaler Wirtschaftstruktur, und geographischer Lage im ländlichen Raum oder urbanen Zentren und dass nachhaltige Konzepte auch wirtschaftlichen Nutzen entfalten.

Der Anspruch, über drei Jahre die Vielfältigkeit von Lösungen bei der Umsetzung von Klimaschutzzielen zu erproben und, bei Erfolg, weiteren Gemeinden in Minnesota und anderen US Bundesstaaten zur Seite zu stehen, ist ambitioniert uns großer Ansporn für alle Beteiligten zugleich. Übrigens: Ganz im Sinne des globalen Klimaschutzes werden alle Flugreisen der Delegationen klimaneutral gestellt!

Besuch im Center of Energy and Environment (CEE)


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24. April 2017


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