Bis zu 450 Jahre bleibt eine PET-Flasche im Meer und zerfällt dabei durch Wellenschlag und UV-Strahlung in Mikroplastik. Welche Folgen das Mikroplastik für Tiere, Pflanzen und den Menschen hat, lässt sich im Moment nur erahnen.

Bis zu 450 Jahre bleibt eine PET-Flasche im Meer und zerfällt dabei durch Wellenschlag und UV-Strahlung in Mikroplastik. Welche Folgen das Mikroplastik für Tiere, Pflanzen und den Menschen hat, lässt sich im Moment nur erahnen.

Mikroplastik: Den Nachschub stoppen

Einleitung von Kunststoff in Binnengewässer vermeiden

Mikroplastik erfährt in jüngster Vergangenheit zunehmende Präsenz in der Öffentlichkeit. Das Thema ist allerdings bereits seit den 1970ern bekannt, wurde jedoch kaum wahrgenommen. Nun wird klar, dass es aus dem Meer wieder auf unserem Teller landet, denn im Meer nimmt die Kunststoffmenge kontinuierlich zu. Die fünf Plastikinseln in den Weltmeeren mit Makroplastik, die Vorstufe zu sekundärem Mikroplastik, wachsen permanent. Die Inseln sollen jetzt reduziert werden. Aber ist das der richtige Weg? Nur 20 Prozent des Kunststoffmülls im Meer schwimmen an der Oberfläche. 80 Prozent sind zurzeit unwiederbringlich auf dem Meeresgrund. In Deutschland macht Makroplastik zudem nur 26 Prozent der Kunststoffemissionen aus. Das Gros ist Mikroplastik.

Die logische Konsequenz ist die Reduktion von Kunststoffemissionen, und zwar laut Fraunhofer UMSICHT auf ein 27stel. Im Handel werden bereits Initiativen zur Einsparung von Plastik gestartet, um Kunststoff erst überhaupt nicht auf den Markt zu bringen.

Die Kläranlagen in Deutschland erreichen eine Abscheidung des Mikroplastiks um 95 Prozent, wobei 35 Prozent des Mikroplastiks als Klärschlamm wieder ausgebracht werden. 22 Prozent des Abwassers – bestehend aus 62 Prozent des Niederschlagswassers und weniger als 1 Prozent des Schmutzwassers – werden nicht in Kläranlagen behandelt, sondern ungereinigt in unsere Binnengewässer abgeleitet. Das geschieht an Überläufen im Kanalsystem, sobald dieses bei einem Ereignis wie Starkregen entlastet werden muss. An dieser kritischen Stelle ist der Einsatz moderner Feinrechen ein Muss.

Fortschrittliche Betreiber kennen die Lösungen der HST Systemtechnik GmbH für die Überläufe oder setzen sie bereits ein. Das Mischwassersystem ergibt lediglich 13 Prozent ungeklärtes Niederschlagswasser und ist in Bezug auf Kunststoffrückhaltung nach heutigem Wissensstand deutlich effizienter als das Trennsystem mit 43,4 Prozent.

 

Viel schwerer einzuschätzen als das Makroplastik (in Form von Flaschen zum Beispiel) ist Mikroplastik, da der Mensch es über Fisch und Meeresfrüchte zu sich nimmt, die es im Laufe ihres Lebens in ihrem Gewebe angereichert haben. Jeder dritte Fisch, der Plankton zu sich nimmt, ist davon betroffen, ebenso wie Muscheln, die laufend Meerwasser filtern. Das Mikroplastik kann auch nicht ganz aus dem Abwasser herausgefiltert werden. Bis zu 14 Teilchen davon fanden Forscher pro Liter geklärtem Abwasser.

Viel schwerer einzuschätzen als das Makroplastik (in Form von Flaschen zum Beispiel) ist Mikroplastik, da der Mensch es über Fisch und Meeresfrüchte zu sich nimmt, die es im Laufe ihres Lebens in ihrem Gewebe angereichert haben. Jeder dritte Fisch, der Plankton zu sich nimmt, ist davon betroffen, ebenso wie Muscheln, die laufend Meerwasser filtern. Das Mikroplastik kann auch nicht ganz aus dem Abwasser herausgefiltert werden. Bis zu 14 Teilchen davon fanden Forscher pro Liter geklärtem Abwasser.

 

Was ist Mikroplastik?

Kunststoffarten und -fraktionen werden von Fraunhofer-Institut und Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz in folgende Typen eingeteilt:

  • Mikroplastik Typ A: Erzeugung bei der Herstellung eines Produkts (Kosmetika) – 11 Prozent
  • Mikroplastik Typ B: Erzeugung bei der Verwendung eines Produktes (Verkehr, Infrastruktur, Gebäude etc.) – 89 Prozent (Anmerkung: BMU 2015 S. 10f – unterscheidet nicht Typ A und Typ B)
  • Sekundäres Mikroplastik entsteht aus der Zersetzung von Makroplastik

 

Die Bedeutungshoheit in weniger entwickelten Infrastrukturregionen verlagert sich hin zum Makroplastik. Anders als in Industriestaaten erfolgt die Mikroplastikemission also nicht vornehmlich durch Typ B. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Tatsache, dass es in vielen Ländern kein Pfand- und häufig auch kein Sammelsystem gibt. Flüsse mit einer geschlossenen Plastikschicht sind das Ergebnis.

 

Plastik-Nachschub verhindern

Die HST Systemtechnik engagiert sich schon lange für die Reduktion von Kunststoffemissionen. Anfänglich durch Unterstützung von Hochseeprojekten wie Pacific Garbage Screening zur Abschöpfung der Makroplastikinseln, verlagert das Unternehmen nunmehr den Fokus auf die Reduktion des Neueintrags von Mikroplastik aus Binnengewässern über Flüsse, Häfen und Küstengewässer. Dem Plastikmüll wird so der Nachschub abgeschnitten.

Schon heute gewinnt HST-Technologie mit seinem digitalisierten Intelli-Rechen und Künstlicher Intelligenz ein Maximum des Mikroplastiks aus den Abschlagswassermengen zurück. Basierend auf der optimalen Steuerung der Frachtströme im Kanal wird der HST-Rechen nur ereignisabhängig gereinigt. Dadurch sammelt sich vor dem Rechen ein Filterkuchen an, der nicht nur Makroplastik sondern auch Mikroplastik und andere Fein- und Schwebstoffe zurückhält. Das betrifft 22 Prozent des Abwassers und ist damit ein wesentlicher Schritt.

 

Hochschul-Challenge für die Umwelt

Um weitere Schritte in Richtung des reduzierten Emissionsziels von 3,7 Prozent zu erreichen, sind neue Technologien  erforderlich. Hierzu initiiert das Unternehmen eine Hochschul-Challenge. Im Herbst 2019 wird ein Wettbewerb für die beste Lösung für die Entnahme von Kunststoffemissionen aus Binnengewässern ausgeschrieben. Das prämierte Produkt wird als Prototyp hergestellt und dann vermarktet.

Jeder muss seinen Beitrag leisten, um die Problematik in den Griff zu bekommen. Der Anteil der Siedlungswasserwirtschaft ist erheblich. Wo heute Rechen eingesetzt werden, kann das Makroplastik bereits absorbiert werden.

Einen Beitrag gegen Mikroplastik und andere Schweb- und Feinstoffe leistet bislang  der HSR Rechen mit IntelliScreen. Die ökologische Effizienz wird durch den Einsatz eines Intelli-geleiteten Kanalnetzmanagements erheblich gesteigert und findet seine aktuell maximale Leistungsfähigkeit durch die Verwendung des Niederschlagsportals Nira.web. Diese Systemtechnik führt dazu, dass nur noch ein Bruchteil des Mikroplastiks, das normalerweise über Schwellen unbehandelt abgeschlagen wird, zunächst in Binnengewässer und erst danach in Meere gelangt.

 

Dr. Rolf Schwen

 

Im Urlaub holt uns dann früher oder später unsere eigene Umweltverschmutzung ein – wie hier auf Rhodos in Griechenland. Doch 80 Prozent des Kunststoffs landen letztlich auf dem Meeresgrund. Welche gesundheitlichen Auswirkungen Plastik auf Meeresfauna und -flora hat, weiß keiner wirklich einzuschätzen.

Im Urlaub holt uns dann früher oder später unsere eigene Umweltverschmutzung ein – wie hier auf Rhodos in Griechenland. Doch 80 Prozent des Kunststoffs landen letztlich auf dem Meeresgrund. Welche gesundheitlichen Auswirkungen Plastik auf Meeresfauna und -flora hat, weiß keiner wirklich einzuschätzen.

 

Für Rückfragen:

Dr. Rolf Schwen
Geschäftsführer von Pegasys GmbH Softwareentwicklung
rolf.schwen@hst.de
Tel.: +49 291 9929-55

 

Weiterführende Links:

Fraunhofer UMSICHT: Kunststoffe in der Umwelt

Baltic marine Environment Protection Commission

Umweltbundesamt

Umweltbundesamt: Mikroplastik im Meer

Umweltbundesamt: Gemeinsam gegen die Vermüllung


HST Systemtechnik Logo

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28. Juni 2019


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