Organisation „Erde Recycling“ sammelt über 50% der Agrarfolien

Mit 26.910 Tonnen Silo- und Stretchfolie liegt diese 31 Prozent über der Vorjahresmenge

Die Initiative "Erde" (Erntekunststoffe Recycling Deutschland) konnte auch im Jahr 2020 ihre Sammelmengen wieder beträchtlich steigern. An 543 festen Sammelstellen und 1936 mobilen Sammlungen wurden insgesamt 26 910 Tonnen Erntefolien eingesammelt und werkstofflich verwertet. Dies entspricht 51 Prozent der auf den deutschen Markt gebrachten Silo- und Stretchfolie, bestätigt der diesjährige Bericht der Initiative Erde an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).

Damit erfüllt „Erde“ einen zentralen Punkt der 2019 an das BMU übergebenen „Freiwilligen Selbstverpflichtung zur Rücknahme und Verwertung gebrauchter Agrarfolien“. Die Initiative verpflichtet sich darin im Jahr 2020 mindestens 50 Prozent der in Deutschland auf den Markt gebrachten Silo- und Stretchfolie dem werkstofflichen Recycling zuzuführen.

 

Franz-Josef Lichte, Geschäftsführer der Trioworld GmbH

sieht die Erreichung der 50 Prozent-Marke als Erfolg und Verpflichtung zugleich: „Dass wir die in unserer Selbstverpflichtung genannte Rücknahme- und Verwertungsquote von 50 Prozent bei den Silo- und Stretchfolien erreicht haben, freut mich ganz besonders. Das zeigt ganz praktisch, dass sich moderne Landwirtschaft und die Nutzung von Agrarkunststoffen mit dem Schutz der Umwelt kombinieren lassen. Silo- und Stretchfolien sind wichtige Produkte, mit denen Landwirte eine nachhaltige und gesicherte Futtermittelversorgung ihres Tierbestandes sicherstellen. Auch hier gilt es die Umweltbelastungen so gering wie möglich zu halten – das Erde-System bietet dazu die Lösung. Ich bin mir sicher, dass wir auch die für 2022 angestrebte Rücknahme- und Verwertungsquote von 65 Prozent erreichen werden.“

 

 

Unterstützt wird die freiwillige Industrieinitiative, die von Mitgliedern der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. gegründet wurde, in Ihrem Vorhaben durch die Verbände Deutschen Raiffeisenverband e.V., BVA Bundesverband Agrarhandel e.V., sowie BLU Bundesverband Lohnunternehmen e.V.

 

Rainer Schuler, Präsident des Bundesverbandes Agrarhandel, e.V., kommentiert:

„Der aktuelle Bericht an das BMU zeigt, dass das Erde-System eine Erfolgsgeschichte ist und dass Initiativen, die durch die Industrie selbst etabliert werden, einen maßgeblichen Beitrag zu Umweltschutz und CO2-Minimierung leisten können. Wir als Agrarhandel übernehmen unseren Teil der Verantwortung im System unter anderem durch die Bereitstellung und Organisation von Sammlungen für gebrauchte Agrarkunststoffe. Und wir stehen noch am Anfang: Weitere Produkte werden in das System integriert und die Sammelmengen werden auch in den kommenden Jahren fortlaufend steigen.“

 

 

Die Initiative „Erde“ ist eine von umweltbewussten Herstellern von Agrarkunststoffen finanzierte und gemeinsam mit der RIGK GmbH getragene Lösung für die Rücknahme und Verwertung gebrauchter Agrarfolien, Netze und Garne. Alle gesammelten Folien werden der werkstofflichen Verwertung innerhalb der EU zugeführt. Der Anteil der in Deutschland verarbeiteten Menge betrug im letzten Jahr dabei 55 %. Ermittelt man die durch das Recycling der 26 910 Tonnen Silo- und Stretchfolie erreichten CO2-Einsparung, so ergibt sich ein CO2 – Äquivalent von 30 312 Tonnen – eine Einsparung, die jährlich rund 2,2 Millionen Bäume binden würden.

Zusätzlich zu den bereits gesammelten und recycelten Agrarfolien hat sich die Initiative Erde darüber hinaus verpflichtet, weitere Agrarkunststoffe in die Sammlungen mit einzubeziehen. Dazu zählen unter anderem Ballennetze, Spargelfolien, Mulchfolien, Pressgarne und Lochfolien. Einige Agrarkunststoffe wurden bereits erfolgreich in die Sammlungen mit aufgenommen: Der Bericht an das BMU weist für das Jahr 2020 Sammelmengen in Höhe von 488 Tonnen Ballennetzen und 613 Tonnen Spargelfolien aus. Pressengarne und Lochfolien werden seit Anfang 2021 gesammelt. Mulchfolien und Vliese sollen 2022 in das Erde-Sammelsystem integriert werden.

Besonders gebrauchte Spargelfolien, die in der Regel nach acht Jahren Nutzungsphase recycelt werden, stellen auf Grund des hohen Sandanteils die Wiederverwertungssysteme vor große Herausforderungen. Das Organisationsteam ist in ein Forschungsprojekt des Leibnitz-Institutes für Agrartechnik und Bioökonomie involviert, das die maschinelle Reinigung von Spargelfolien schon auf dem Feld zum Ziel hat. Erde Spargelanbauer können durch informative Plakate, die bundesweit an über 100 Feldern aufgestellt wurden, über die Sammlung und das Recycling der Folien aufklären.

Erde bietet Landwirten und Lohnunternehmern auch im Jahr 2021 eine kostengünstige, flächendeckende Rückgabemöglichkeit für ihre gebrauchten Agrarkunststoffe. Eine auf der Website von Erde (http://www.erde-recycling.de) zum Download bereitstehende App gibt schnell und unkompliziert Auskunft über die aktuellen Sammeltermine und -orte.

Zum anhaltenden Erfolg des einzigartigen Rücknahmekonzepts für Erntekunststoffe trägt die stetig steigende Bereitschaft der Landwirte, ihre gebrauchten Folien grob vorgereinigt, nach Fraktionen getrennt an den Sammelstellen anzuliefern und damit die ökologischen und finanziellen Vorteile des Systems (z.B. gegenüber der Verbrennung) zu nutzen.

 


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