Das Neubaugebiet Weiermatten zwischen den ehemaligen Ortsteilen Schallstadt und Wolfenweiler im Schwarzwald nimmt Gestalt an.

Das Neubaugebiet Weiermatten zwischen den ehemaligen Ortsteilen Schallstadt und Wolfenweiler im Schwarzwald nimmt Gestalt an.

Schallstadts Herz schlägt bald klimafreundlich

In der Ortsmitte entstehen ein neues Rathaus und Plusenergie-Klimahäuser mit einer klimafreundlichen Wärmeversorgung / Abwasserkanal dient als Wärmequelle

Die Gemeinde Schallstadt im Schwarzwald erhält zwischen den ehemaligen Ortsteilen Schallstadt und Wolfenweiler im Bereich Weiermatten ein neues Ortszentrum. Einen wesentlichen Bestandteil der neuen Dorfmitte bilden vier Plusenergie-Klimahäuser mit 83 Wohneinheiten, vier Ladengeschäften und insgesamt 7.200 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche. Bauherr und Architekt ist Solarpionier Rolf Disch.

Ein neues Rathaus, weitere Wohngebäude und verschiedene soziale Einrichtungen ergänzen das umweltfreundliche Ensemble. Insgesamt werden derzeit rund 170 Wohneinheiten in 50 Gebäuden errichtet. Für eine klimafreundliche Wärmeversorgung können alle Gebäude an ein Nahwärmenetz angeschlossen werden, das von der Energiedienst AG betrieben wird. Der Energieversorger rechnet mit rund 200 Haushalten und einer benötigten Wärmemenge von etwa 1,2 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Das Besondere: Als Wärmequelle dient ein Abwasserkanal. Der Dämmstandard der angeschlossenen Gebäude ist hoch und der Wärmebedarf entsprechend niedrig.

 

Klimafreundliche Nahwärmenetze

Die Klimaschutzziele der Regierung sind mit der Energiewende alleine nicht zu erreichen, denn rund die Hälfte des gesamten deutschen Endenergieverbrauchs fließt in die Wärmeversorgung. Damit verursacht diese gut ein Drittel der energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen. Im Bereich der Wärmeversorgung sind daher innovative Konzepte gefragt, etwa nachhaltig betriebene Nahwärmenetze. Dabei beziehen benachbarte Immobilien Wärme aus gemeinsamen Energiequellen. Vorteil: Die Wärme muss also nicht mehr mit der eigenen Heizung produziert werden. Das spart Kosten und Platz.

Pufferspeicher beim Einbau

Pufferspeicher beim Einbau

Kalte Nahwärme aus dem Abwasserkanal

Bei konventionellen Nahwärmenetzen erzeugen in der Regel Blockheizkraftwerke und Holzfeuerungen die notwendige Wärme, die den Verbrauchern über gedämmte Erdleitungen und Wärmetauscher zugeführt wird. Die kalte Nahwärme arbeitet hingegen mit niedrigen Übertragungstemperaturen, die Leitungen müssen daher nicht gedämmt werden. Dezentrale Wärmepumpen bringen schließlich den Temperaturhub auf Nutzungsniveau. In Schallstadt nutzt der Energieversorger die Abwärme eines Abwasserkanals mit einer durchschnittlichen Temperatur von rund 15 Grad Celsius. Bohrungen für Erdwärmesonden waren aufgrund der geologischen Begebenheiten in Schallstadt keine Option.

 

Im Winter heizen – im Sommer kühlen

In den Gebäuden heben Wärmepumpen das Temperaturniveau auf rund 48 Grad Celsius an. Diese Wassertemperatur ist ausreichend für die Flächenheizungen der Klimahäuser und reicht zum Duschen allemal. Durch den relativ geringen Temperaturhub hält sich der Stromverbrauch der Wärmepumpen in Grenzen und es wird eine gute Jahresarbeitszahl von 4,5 erreicht. Im Sommer kann das System zum Kühlen verwendet werden. Dann nehmen die Fußbodenheizungen die Wärme auf und geben sie an den Abwasserkanal zurück.

Pumpenschacht mit Rohren

Pumpenschacht mit Rohren

Legionellen: Filter statt Hitze

Eine Gefahr für das Brauchwasser sind Legionellen. In einer geringen Konzentration sind sie in nahezu jeder Trinkwasserinstallation vorhanden. Unter bestimmten Bedingungen können sie sich allerdings stark vermehren und unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen, darunter die gefürchtete Legionärskrankheit. Üblicherweise werden Legionellen im Brauchwasser durch periodisches Aufheizen auf 60 bis 70 Grad Celsius abgetötet. Dieses kostenintensive Prozedere ist hier nicht dauerhaft notwendig: Spezielle Legionellen-Filter entfernen die gefährlichen Bakterien mittels Membranfiltration mechanisch aus dem Brauchwasser.

Der Einsatz von speziellen Legionellen-Filtern stellt die Hygiene des Brauchwassers sicher und senkt gleichzeitig die Zirkulations- und Wärmeverluste. Dabei entfernen die Filtermembranen nicht nur Bakterien. Regelmäßiges automatisches Spülen entsorgt die zurückgehaltenen Partikel schließlich zurück in den Abwasserkanal.

 

Ein Neubaugebiet mit Vorbildcharakter

Das Neubaugebiet Weiermatten in Schallstadt könnte als Blaupause für den geplanten Freiburger Stadtteil Dietenbach mit 15.000 potenziellen Einwohnern dienen. Auch im Freiburger Westen könnte die Abwärme eines Abwassersammlers eine wesentliche Energiequelle sein. Vertreter des Umweltschutzamtes Freiburg haben sich diesbezüglich bereits bei den Experten aus dem Bereich der Wärme- und Energielösungen der Energiedienst AG vor Ort informiert. Das kalte Nahwärmenetz mit einer gesamten Trassenlänge von rund 1.200 Metern soll bis zum dritten Quartal 2021 fertiggestellt werden.

Ein Wärmetauscher wird angeliefert.

Ein Wärmetauscher wird angeliefert.


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6. September 2021


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