Wildpoldsried im schwäbischen Landkreis Oberallgäu ist trotz seiner geringen Größe weit über seine Grenzen als Energiedorf bekannt.

Wildpoldsried im schwäbischen Landkreis Oberallgäu ist trotz seiner geringen Größe weit über seine Grenzen als Energiedorf bekannt.

7. Juli 2023

Ein Dorf mit Zukunft

Wettbewerb für besseres Wohnen auf dem Land

Die idyllische 2500-Einwohner-Gemeinde Wildpoldsried im schwäbischen Landkreis Oberallgäu ist trotz seiner geringen Größe als Energiedorf bundesweit und sogar international bekannt. Bereits in den 1990er-Jahren investierte die Gemeinde verstärkt in erneuerbare Energien und produziert heute rund das Achtfache des eigenen Stroms und 60 Prozent des Wärmebedarfs selbst. Seit 2012 ist Wildpoldsried zudem Windstützpunkt Bayern.

Bereits seit 1999 erarbeitet Wildpoldsried ein ökologisches Profil für die Gemeinde. In einem ersten Leitbild wurden Ziele bis 2020 festgelegt, die bereits 2013 erreicht wurden. 2018 hat die Gemeinde ein zweites Klimaschutz-Leitbild beschlossen. Im Rahmen des Förderprojektes „Landstadt Bayern“ wurde Wildpoldsried nun als eine von zehn Modellkommunen ausgewählt. Auf vier innerörtlichen Flächen sollen Modellquartiere entwickelt werden, die im Hinblick auf die Themen Wohnen, Arbeiten, Mobilität, Energienutzung und Digitalisierung im ländlichen Raum zukunftsfähige Lösungen aufzeigen. Im Fokus liegt die Schaffung neuartiger Wohnquartiere, welche die Vorteile von Stadt- und Landleben miteinander vereinen und innovativen, lebenswerten und bezahlbaren Wohnraum schaffen. Wildpoldsried ist ein Dorf mit Zukunft.

Das Modellprojekt hat zum Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land zu schaffen. Demografische Veränderungen, anhaltendes Wirtschaftswachstum, die zunehmende Globalisierung und Innovationen in den Bereichen Mobilität, Energie und Digitalisierung führen zu gesellschaftlichen Veränderungen und erfordern neue Sichtweisen.

Nach regen Diskussionen beim Ideenwettbewerb notiert Gemeinderat Marc Springer die Anregungen für eine der vier Entwicklungsflächen.

Nach regen Diskussionen beim Ideenwettbewerb notiert Gemeinderat Marc Springer die Anregungen für eine der vier Entwicklungsflächen.

Ideenwettbewerb „Neues Wohnen Wildpoldsried“

Im Rahmen des Modellprojekts des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr sollen deshalb nun auf vier innerörtlichen Entwicklungsflächen mit einer Größe von insgesamt rund 2,6 Hektar neue Wohnquartiere entstehen. Ziel ist es, attraktiven Wohnraum zu schaffen und die strukturellen Vorteile des Lebens in der Stadt mit der Lebensqualität im ländlichen Raum zu kombinieren. Die neuen Wohnquartiere sollen die Bereiche Leben, Arbeiten und Mobilität miteinander verknüpfen und somit einen Beitrag zur Entlastung der Städte leisten und gleichzeitig neue Chancen für den ländlichen Raum eröffnen. Zwei der vier Flächen befinden sich in gemeindlichem Eigentum. Die größte Fläche, das Grillinger-Gelände mit Dorfboind, wird aktuell als Grün- und Stellplatzfläche stark untergenutzt. Das Schützengelände liegt derzeit brach. Die beiden privaten Flächen werden noch durch Gärtnereien genutzt. Aufgrund ihrer Lage inmitten von Wohngebieten ist eine künftige rein gewerbliche Nutzung seitens der Gemeinde nicht gewünscht. Der Ideenwettbewerb soll deshalb konzeptionelle Ansätze für die künftige Entwicklung der Flächen liefern.
Die Gemeinde Wildpoldsried benötigt Wohnraum insbesondere für junge Erwachsene, junge Familien und alleinstehende Senioren. Gleichzeitig möchte die Gemeinde ehemalige Bewohner und Fachkräfte aus den umliegenden Städten überzeugen, nach ihrer Ausbildung oder ihrem Studium Wildpoldsried als Wohnort auszuwählen und die ländliche Umgebung dem Stadtleben vorzuziehen. Hierfür braucht es entsprechend attraktive Wohnangebote. Gemäß dem Leitbild „Innen statt Außen“ setzt die Gemeinde auf eine vorrangige Innenentwicklung und hat bereits seit über zehn Jahren kein neues Wohngebiet mehr auf der grünen Wiese ausgewiesen. Die Gemeinde ist außerdem im Bereich der Energieversorgung als ausgezeichnetes Energiedorf äußerst zukunftsfähig aufgestellt. Nun sollen auch im Hinblick auf die Schaffung von attraktivem Wohnraum und Wohnumfeldqualitäten innovative Ansätze erprobt werden, um tragbare, nachhaltige und flexible Lösungen für die künftige Entwicklung der Gemeinde zu entwickeln.

Die Erste Bürgermeisterin Renate Deniffel begrüßt rund 160 Gäste zur Bürgerwerkstatt.

Die Erste Bürgermeisterin Renate Deniffel begrüßt rund 160 Gäste zur Bürgerwerkstatt.

Beim Wettbewerb im Rahmen des Modellprojekts „Landstadt Bayern“ kommt es in besonderer Weise auf folgende Punkte an:

  • Übertragbarkeit der Konzeption bzw. Modellcharakter
  • unterschiedliche Standorte
  • funktionale Qualität der Schemagrundrisse
  • Realisierbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit

Der Wettbewerb „Neues Wohnen Wildpoldsried“ startete am 10. März 2023 und wird als einstufiger nicht offener Ideenwettbewerb mit eingeladenen Teilnehmern im kooperativen Verfahren gemäß § 3 Abs. 1, 3 und § 5 RPW ausgelobt. Ein Auftragsversprechen erfolgt nicht.
Das Preisgericht tagt am 22. Juni 2023. Einen Tag später folgt die Präsentation der Ergebnisse sowie des Siegerentwurfs des Ideenwettbewerbs vor der Bürgerschaft.

Gemeinderat Armin Geist stellt alle gesammelten Ideen und Anregungen vor, der Architekt und Stadtplaner Martin Schirmer (rechts) moderiert die Veranstaltung.

Gemeinderat Armin Geist stellt alle gesammelten Ideen und Anregungen vor, der Architekt und Stadtplaner Martin Schirmer (rechts) moderiert die Veranstaltung.

 

 

Weitere Informationen zum Projekt „Landstadt Bayern“:

www.landstadt.bayern.de

 


Logo Gemeinde Wildpoldsried

Kemptener Straße 2
87499 Wildpoldsried

Tel. +49 8304 9205-0
Fax. +49 8304 9205-20
E-Mail. gemeinde@wildpoldsried.de
Web. www.wildpoldsried.de

24. Juni 2024


Das könnte Sie auch interessieren


Die Obere Marktstraße in Rottenburg an der Laaber mit dem 1885 erbauten Alten Rathaus mit Treppengiebel und neugotischen Stilelementen, das inzwischen eine Café-Bar beherbergt

Rottenburg startet eigenen Strommarkt

Regional, dezentral, ökologisch: Mit dem bereits zehnten regionalen Strommarkt geht im niederbayerischen Rottenburg ein weiterer Hofladen für Energie an den Start. Die Bürger können damit den vor Ort erzeugten... mehr lesen

Im Stadtgebiet Günzburg gibt es nun insgesamt 27 Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Zu ihnen gehört auch eine Ladesäule am Landgasthof Linde, am Autohof in Deffingen an der Hauptstraße 2. Hier können die Günzburger Bürger, Touristen oder Durchreisende ihr E-Mobil in kürzester Zeit voll beladen. Maximal eine halbe Stunde dauert das Aufladen der Akkus. Für den Betrieb kooperieren die Lechwerke AG (LEW) mit dem Betreiber und Inhaber Elmar Lutzenberger. Das Foto zeigt (von links) Elmar Lutzenberger und LEW-Vorstand Dr. Markus Litpher. Anzeige

Ladenetz in Günzburg deutlich erweitert

Im Februar 2019 wurden in Günzburg sieben Stromtankstellen mit insgesamt dreizehn Ladepunkten von den Lechwerken (LEW) gemeinsam mit verschiedenen Partnern in Betrieb genommen. „Eine flächendeckende Ladeinfrastruktur ist für den... mehr lesen

Etwa 9 Prozent des gesamten Wärmebedarfs in Deutschland werden heute durch Wärmenetze gedeckt und 14 Prozent des Wohngebäudebedarfs. Laut Delzer Kybernetik haben Fern-/Wärmenetze vor allem ein großes Problem: Je nach Anschlussdichte sind die Wärmeverluste im Netz im Vergleich zum Wärmebedarf hoch. Anzeige

Fern- und Wärmenetze oder Einzellösungen?

Die Energiewende ist heute in aller Munde. Lösungsvorschläge sind gesucht und gefragt. Das Unternehmen Delzer Kybernetik GmbH berät seit 1984 zu Energiefragen und hat sich auf umweltschonende Lösungen spezialisiert.... mehr lesen