Ein zu starkes Algenwachstum kann ganze Bereiche eines Gewässers beeinträchtigen.

Ein zu starkes Algenwachstum kann ganze Bereiche eines Gewässers beeinträchtigen.

5. Oktober 2023 – Anzeige

Umweltkatastrophen via Satellit vorbeugen

Analysen von Bildern aus dem All können Behörden helfen, die Wasserqualität an Flüssen und Seen zu sichern

Drohen weitere Umweltkatastrophen wie die an der Oder im Sommer 2022? Oder lassen sie sich künftig vorhersehen und deshalb vermeiden? Seit dem Oder-Fischsterben analysiert das bayerische Unternehmen EOMAP laufend die Wasserqualität von Polen bis zur Mündung in Deutschland. Via Satellitendaten lässt sich frühzeitig aufzeigen, ob sich wieder eine derartig schädliche Algenblüte entwickelt. Das 50-köpfige Team ist seit 2006 auf satelliten-basierte Umweltdaten und IT-Lösungen für Gewässer spezialisiert.

Im Gegensatz zu Wasserproben vor Ort erlauben Satellitendaten einen synoptischen Blick auf Gewässer aller Art. In Seen kann man mit ihrer Hilfe gesundheitsgefährdende Algenblüten beobachten, die wegen des Klimawandels zukünftig häufiger auftreten werden. In Flüssen wie der Oder können sie zudem kritische Entwicklungen nachzeichnen, auch wenn das Wasser längst abgeflossen ist. Dank hoher Auflösung lassen sich auch kleinere Zuflüsse und Speicherbecken analysieren.

 

Algenblüten-Monitoring beim Bodensee: Per Mausklick wird die Wasserqualität an Seen sichtbar.

Algenblüten-Monitoring beim Bodensee: Per Mausklick wird die Wasserqualität an Seen sichtbar.

 

Für seine Analysen an der Oder vergleicht EOMAP Daten aus dem Vorjahr mit aktuellen. Dazu gehören Wasserstand und Abfluss, Sonneneinstrahlung und Oberflächentemperatur sowie das Algenpigment Chlorophyll-a. „Insgesamt sehen wir, dass sich 2023 an bestimmten Stellen der Oder eine ähnliche Entwicklung abzeichnet“, berichtet Dr. Thomas Heege, Geschäftsführer von EOMAP.
So wies der Gliwice-Kanal bereits im April und Mai 2023 Chlorophyll-Werte im obersten Bereich des Vorjahres auf, und das Reservoir Czernica (südöstlich von Breslau) zeigte Ende Mai eine deutlich sichtbare Algenblüte. Im Frühsommer waren via Satellitendaten auch die sehr niedrigen Abflusswerte auf deutscher und polnischer Seite oder der Temperaturanstieg sehr gut zu erkennen.
Alle erhobenen Daten münden in eine Online-Lösung. Setzt man auf dieser „eoApp“ Schwellwerte für kritische Parameter, wird aus dem Daten-Mix ein Frühwarnsystem. Damit lassen sich in Flüssen ungünstige Rahmenbedingungen für das Wachstum toxischer Algen erkennen. Behörden könnten somit punktgenau festlegen, wo salzhaltige Industrieabwässer zu vermeiden sind, um das Wachstum dieser Algen zu verhindern. Letzteres forderte Umweltministerin Lemke anlässlich der Oder-Konferenz am 6. Juni.

 

RGB-Satellitenbild der Algenkonzentration im Gliwice-Kanal (Polen)

RGB-Satellitenbild der Algenkonzentration im Gliwice-Kanal (Polen)

 

Algenblüten-Monitoring auch bei Seen

Die „eoApp“ eignet sich aber nicht nur für Flüsse, sondern auch für Seen. „Einige deutsche Behörden nutzen das Potenzial bereits für das Algenblüten-Monitoring in stehenden Gewässern und Badegewässern. So behalten sie diese via Satellitendaten effizient im Blick“, so Karin Schenk, Leiterin Wasserqualität bei EOMAP. Das LUBW in Baden-Württemberg ist damit sogar im Finale des eGovernment-Wettbewerbs gelandet.
Für seine Vergleiche nutzt der bayerische Mittelständler Sentinel-Daten der ESA und PlanetScope-Daten von Dove-Satelliten der Firma Planet. Für die Untersuchungen an der Oder
arbeitet das Unternehmen außerdem mit dem Bereich „Wasserressourcen und Umwelt” am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) zusammen. 2022 erhielt EOMAP den ESA Copernicus Tech Award sowie den bayerischen Innovationspreis.

 

Dashboard mit Alert-Funktion eoApp (Gliwice – Monatsrückblick)

Dashboard mit Alert-Funktion eoApp (Gliwice – Monatsrückblick)

 


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82229 Seefeld

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Web. www.eomap.com

17. Juli 2024


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