Das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg wurde erst vor etwa fünf Jahren fertiggestellt. Das Staatliche Bauamt Regensburg richtete dafür einen Kunst-am-Bau-Wettbewerb aus.

Das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg wurde erst vor etwa fünf Jahren fertiggestellt. Das Staatliche Bauamt Regensburg richtete dafür einen Kunst-am-Bau-Wettbewerb aus.

22. März 2024

Zeit-Luft-Collage für die Regensburger Bavariathek

Der Regensburger Wettbewerb „Kunst am Bau“ ist entschieden

Im Rahmen des Neubaus des Hauses der Bayerischen Geschichte und der Bavariathek wurde durch das Staatliche Bauamt Regensburg ein Wettbewerb zu Kunst am Bau durchgeführt. Am 12. Januar 2024 hat die Jury den Entwurf „UP!“ von Katharina Gaenssler zum Wettbewerbssieger gekürt.

Mit ihrem Konzept hatte die Künstlerin ein Projekt vorgelegt, das in einer klaren formalen Sprache das Foyer der Bavariathek mit einer intensiven Zeit-Luftbild-Collage prägen wird. Die Voraussetzungen dafür schafft ein an die Historie angelehnter Ballon, der im Innenhof der Bavariathek seinen Standort hat. Eine in den Ballon integrierte Kamera schafft die bildnerischen Grundlagen für die Wandcollage. Das Haus der Bayerischen Geschichte wird den Ballon im Rahmen von Events vorstellen. Er wird an diesen Tagen den Stadt-Luft-Raum Regensburg prägen.
Ziel des Wettbewerbs war es, das Gebäude mit zeitgenössischer Kunst zu bereichern, die Innen- und Fassadenbereiche aufzuwerten, auf die Thematik und die Architektur dieser speziellen Nutzung Bezug zu nehmen und dem Ort eine weitere Wahrnehmungsebene hinzuzufügen. Erhofft war ein Kunstobjekt, das im Rahmen einer zeitgenössischen Auseinandersetzung Bezug auf das Haus der Bayerischen Geschichte und seine Inhalte nimmt.
Hierfür wurde im Frühjahr 2023 ein offenes Bewerberverfahren gestartet. Es konnten sich Künstler und Arbeitsgemeinschaften aus der ganzen Welt bewerben. Aus den eingegangenen Bewerbungen von 135 Künstlern und Arbeitsgruppen wurden durch ein Auswahlgremium 25 Teilnehmer ausgewählt. Sie konnten in der ersten Phase des Wettbewerbs ihre Ideen einreichen. Für das künstlerische Konzept standen vier Bereiche zur Auswahl: die Nordfassade des Museums, die Gebäudehülle der Bavariathek, das Foyer der Bavariathek sowie der Innenhof der Bavariathek.

Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg von der Donau aus gesehen.

Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg von der Donau aus gesehen.

Preisgericht nahm sieben Künstler in die engere Wahl

Im Juli 2023 tagte das Preisgericht zum ersten Mal und wählte von 25 eingereichten Konzeptionen sieben Arbeiten für die zweite Phase des Wettbewerbs, die Ausarbeitungsphase, aus. Mit Anmerkungen und Fragestellung des Preisgerichts wurden diese sieben Künstler aufgefordert, bis Ende Oktober ihre Wettbewerbsarbeiten weiterzuentwickeln und zu detaillieren. Im November 2023 tagte das Preisgericht ein zweites Mal, um über die Entwürfe zu beraten. Hier wurden zwei Arbeiten in die engere Wahl gezogen. Im Rahmen der dritten und letzten Preisgerichtssitzung präsentierten eine Künstlerin und ein Künstler am 12. Januar ihre Arbeiten und beantworteten die offenen Fragen.
Das Ergebnis des Gremiums wurde einstimmig beschlossen. Das Preisgericht bestand über die gesamte Wettbewerbsphase aus sieben Fachpreisrichtern, sechs Sachpreisrichtern sowie zwei Beratern, die beide ohne Stimmrecht tätig waren.

Gewonnen hat dieser Entwurf  „UP!“ von Katharina Gaenssler, der einen Ballon im Innenhof der Bavariathek vorsieht.

Gewonnen hat dieser Entwurf „UP!“ von Katharina Gaenssler, der einen Ballon im Innenhof der Bavariathek vorsieht.

Der erste Platz ging einstimmig an „UP!“ von Katharina Gaenssler. Das Licht- und Ballonprojekt wird in Zukunft immer wieder Zentrum wichtiger Events in Regensburg sein. Aber auch die weiteren Teilnehmer begeisterten. Der zweite Platz ging an das „Jahrhundertprojekt“ von Peter Sandhaus. Es setzt sich ganz wesentlich mit dem Thema Zeit auseinander. Das Projekt versucht die Zeitspanne von hundert Jahren bildnerisch durch aufgesetzte goldene Lamellen am Gebäude aufzuzeigen. Bestechend ist der Gedanke des Bildes der entschleunigten Zeit an der Fassade des Museums. Das Zusammenspiel der bereits vorhandenen goldenen Skulptur mit den goldenen Einschlüssen an der Fassade ist dabei ein interessanter Aspekt. Der dritte Platz ging an Christoph Brech mit dem Werk „Zeitstrahl“. Hier ist dem Verfasser, so die Jury, eine „wohltuende und in die Fassade integrierte Arbeit“ gelungen. Sie verbindet die architektonische Struktur mit Signalen der Zeit und macht sie untrennbar. Das Spiel der römischen Ziffern aus poliertem Edelstahl steht spannungsvoll im Einklang mit den vertikalen Elementen der Fassade.
Das Staatliche Bauamt Regensburg und das Haus der Bayerischen Geschichte freuen sich, dass das Kunstwerk zum fünften Geburtstag des Haus der Bayerischen Geschichte nun nach einigen Hindernissen – zu denen ein Brand und die Pandemie gehörten – realisiert werden kann. Das Siegerprojekt von Katharina Gaenssler soll im Sommer 2024 fertiggestellt sein und dann der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Für die Wettbewerbsdurchführung sowie für die Ausarbeitung und Ausführung der künstlerischen Gestaltung standen insgesamt 450.000 Euro zur Verfügung.

Der Ballon im Innenhof der Bavariathek (linke Bildhälfte) in einer visualisierten Luftperspektive

Der Ballon im Innenhof der Bavariathek (linke Bildhälfte) in einer visualisierten Luftperspektive


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15. April 2024


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