Der Häcklerweiher (großer See im Vordergrund) und der kleinere Buchsee (im Hintergrund) bei Fronreute im Landkreis Ravensburg liegen inmitten eines wertvollen Naturschutzgebietes. Zwischen beiden Seen verläuft die Bundesstraße 32.

Der Häcklerweiher (großer See im Vordergrund) und der kleinere Buchsee (im Hintergrund) bei Fronreute im Landkreis Ravensburg liegen inmitten eines wertvollen Naturschutzgebietes. Zwischen beiden Seen verläuft die Bundesstraße 32.

Die blauen Augen Oberschwabens sollen in Zukunft wieder glitzern

Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen und Weiher

In Oberschwaben prägen zahlreiche Seen und Weiher, Feuchtgebiete, Moore und Bachläufe die Landschaft. Die Seen verdanken ihre Existenz der letzten Eiszeit vor 10 000 Jahren. Poetisch heißen sie auch „Freudentränen Gottes nach Erschaffung der Erde“ oder „die blauen Augen Oberschwabens“. Sie sind wichtige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, sie dienen der Naherholung und werden teilweise für die Energieerzeugung genutzt. Sie beeinflussen den Wasserhaushalt und können Hochwasserspitzen abmildern. Sie sind also auf vielen Gebieten unentbehrlich.

In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts stieg allerdings die Belastung mit Pflanzennährstoffen, was zu erheblichen Eutrophierungserscheinungen führte. Algen und höhere Wasserpflanzen wucherten, die Artenvielfalt sank, die Fischbestände veränderten sich. Teilweise kam es sogar zum Fischsterben.

Seit 1989 setzt sich das „Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen“ (SOS) mit seiner Geschäftsstelle beim Landratsamt Ravensburg dafür ein, dass die „blauen Augen Oberschwabens“ wieder glitzern. Dafür werden für ausgewählte Seen und Weiher Untersuchungen vorgenommen, Sanierungskonzepte entwickelt und die erforderlichen Maßnahmen umgesetzt. Derzeit betreut das Seenprogramm in den vier Landkreisen Biberach, Bodenseekreis, Ravensburg und Sigmaringen 113 Seen und Weiher.

Gerade im landwirtschaftlichen Bereich, von dem die Nährstoffe in den Gewässern heute hauptsächlich stammen, geschieht einiges. Durch aktive Dünge- und Anbauberatung und die Extensivierung kritischer Flächen konnte man bereits viele Erfolge verbuchen. Die fischereiliche Bewirtschaftung der Weiher sollte auf traditionelle Art und Weise betrieben werden. Die Freizeitnutzung der Gewässer darf nicht zu ökologischen Beeinträchtigungen führen und sollte auf ausgewählte Seebereiche beschränkt bleiben.

 

Der Alte Weiher in Altshausen ist bereits sehr stark verlandet.

Der Alte Weiher in Altshausen ist bereits sehr stark verlandet.

Der naturnahe Rückbau von ehemals begradigten und technisch ausgebauten Fließgewässern im Einzugsgebiet ist ebenfalls eine wichtige Maßnahme, da dadurch die Selbstreinigungskraft der Bäche verbessert wird. Im Seenprogramm werden Sedimentauffangbecken oder Überflutungsflächen vor Stillgewässern angelegt, um das in den Zuflüssen mitgeführte Erosionsmaterial zurückhalten zu können. Auch für das Ablassen der Weiher werden zum Schutz unterhalb liegender Fließgewässer solche Becken gebaut.

Mit den Maßnahmen des Seenprogrammes ist es gelungen, die Nährstoffgehalte in sehr vielen Seen und Weihern teils erheblich zu senken. Dadurch haben sich die gewässerökologischen Bedingungen und die Wasserqualität verbessert.

Leider gab es in den vergangenen Jahren aber auch Rückschritte. Durch klimatische Veränderungen wie zunehmende Starkregen, aber auch durch eine erneute Intensivierung der Landwirtschaft musste man bei einigen Gewässern wieder Nährstoffzunahmen verzeichnen. Das oberschwäbische Seenprogramm, das mit Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg arbeitet, ist deshalb wichtiger denn je.

 

Der Holzmühleweiher liegt in der oberschwäbischen Moor- und Hügellandschaft bei Wolfegg.

Der Holzmühleweiher liegt in der oberschwäbischen Moor- und Hügellandschaft bei Wolfegg.


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14. November 2018


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