Der Linienbus mit mobilem Straßenwettersensor „Marwis“ sammelt bei seinen Fahrten durch Offenburg und Umgebung Daten über den Straßenzustand.

Der Linienbus mit mobilem Straßenwettersensor „Marwis“ sammelt bei seinen Fahrten durch Offenburg und Umgebung Daten über den Straßenzustand.

Probezeit für einen Sensor auf Linie

Positives Testergebnis kann die Basis für eine digitale Vision werden

Das Winterhalbjahr ist für alle Räumdienste eine Herausforderung. Auch in Offenburg, nahe am fast schon mediterranen Rheintal. Hier fällt wenig Schnee, dafür sind Nebel und Blitzeis heimtückische Gegenspieler für sichere Straßen. Erstmals ist in diesem Jahr ein Sensor mit einem Linienbus unterwegs und alarmiert in Echtzeit den Winterdienst der Technischen Betriebe.

Wenn in der kalten Jahreszeit bei Raphael Lehmann, Geschäftsbereichsleiter Technische Dienste in Offenburg, der Alarm eingeht, informiert ihn die digitale Stadtkarte über den Zustand der Straßen. Diese Daten liefert „Marwis“, ein Produkt des Fellbacher Unternehmens Lufft.

Der Sensor ist kein Unbekannter. Gute Erfahrungen haben die Technischen Betriebe mit ihm bereits an elf LKW ihrer Winterdienstflotte gemacht. Vom Hersteller wurde jetzt das nächste Pilotprojekt angestoßen – der deutschlandweit erste Einsatz an einem Linienbus. Für den Bereichsleiter gab es einen triftigen Grund, die Idee sofort aufzugreifen: „Es ist ein Unterschied, ob wir morgens um vier Uhr ab drei Grad Celsius rausfahren und auf kritischen Strecken testen, oder ob zusätzlich eine Stunde später, aber dafür bis abends 22 Uhr – am Wochenende sogar länger – ein Linienbus mit einem solchen Sensor durch die Stadt und über Land fährt.“

Der Vorteil liegt für ihn auf der Hand, denn mit dem Bus habe er permanent ein Kontrollfahrzeug auf der Straße, das in Echtzeit Messwerte liefert und sein Team so schneller mit dem Einsatz der Winterdienstfahrzeuge beginnen könne. Partner im ÖPNV sind die Städtischen Verkehrsbetriebe, die Südwestdeutsche Landesverkehrs AG.

 

Der fast unscheinbare Wettersensor ist an einer Aluminiumplatte am Heck des Busses angebracht.

Der fast unscheinbare Wettersensor ist an einer Aluminiumplatte am Heck des Busses angebracht.

 

Zukunftspotenzial für interkommunale Zusammenarbeit

Seit ein paar Wochen ist „Marwis“ an der Rückseite des leuchtend grünen Busses den ganzen Tag unterwegs und meldet permanent die Daten zu den aktuellen Straßenverhältnissen. Ein bestandener Test mit dem ÖPNV wäre ein bedeutender Schritt für Raphael Lehmann, aber erst der Anfang: „Das Thema Digitalisierung wird stärker kommen, wir sollten immer einen Schritt voraus sein. Ein positives Testergebnis und damit die Aussicht auf einen zukünftig noch besser agierenden Winterdienst in unserer Region kann nicht alles sein, wir müssen Erfahrungen mit anderen teilen, hier sehe ich ein großes Potenzial.“

Damit spricht der Offenburger, der im Arbeitskreis Mobilität innerhalb des Verbandes für Kommunale Unternehmen tätig ist, seine Idee für eine interkommunale Zusammenarbeit auf Kreisebene an. Wichtige Impulse habe er dort schon für die Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern bekommen. Sie werden mit ins Boot genommen, schauen sich morgens gemeinsam die aktuellen Wetterdaten an, um sich damit vertraut zu machen und vor Ort die Daten lesen und entsprechend reagieren zu können.

Übertragen auf das große Ganze spricht der Chef vom Winterdienst über seine Vision, für die er viele Sensoren auf Linie schicken möchte, denn „auch kleinere Gemeinden können davon profitieren, wenn wir auf Basis interkommunaler Zusammenarbeit auf Kreisebene agieren.“

Die Umsetzung wäre problemlos, er können gewisse Alarme im Programm hinterlegen, so dass die örtlichen Bauhöfe auch im ländlichen Bereich rechtzeitig informiert werden. Die Kosten habe er im Blick, sehe aber außer mehr Sicherheit im Straßenverkehr auch Einsparpotenzial.

Kurzes Fazit von Raphael Lehmann: „Wenn der Test positiv verläuft, wäre ein ÖPNV, ausgestattet mit mehreren Sensoren, das I-Tüpfelchen.“    [ sf ]

 

Ein kurzer Blick auf die digitale Stadtkarte zeigt Raphael Lehmann, Geschäftsbereichsleiter Technische Dienste in Offenburg, die aktuelle Straßensituation an.

Ein kurzer Blick auf die digitale Stadtkarte zeigt Raphael Lehmann, Geschäftsbereichsleiter Technische Dienste in Offenburg, die aktuelle Straßensituation an.

 

„Marwis“ – der mobile Wettersensor

Der Hersteller Lufft Mess- und Regeltechnik, Teil der Unternehmensgruppe OTT HydroMet, bietet den mobilen Straßenwettersensor zur Befestigung an Fahrzeugen für eine höhere Verkehrssicherheit an. Entsprechend der Informationen macht er Straßenverhältnisse und ihre Tücken berechenbar und Mobilität bei schwierigen Wetterlagen planbar. Er erfasst Messparameter über Fahrbahnzustände in Echtzeit. Personal- und Materialeinsatz werden optimiert und lückenlos dokumentiert.

Der Sensor übermittelt folgende Daten: Fahrbahnoberflächentemperatur, Wasserfilmhöhe, Taupunkttemperatur; Fahrbahnzustände – trocken, feucht, nass, Schnee, Eis, Eisanteil in Prozent, Reibung –, relative Feuchte, Lufttemperatur. Bei einer Zunahme von Eispartikeln auf der Oberfläche verschlechtert sich der Reibungswert, und kann damit als wichtiges Entscheidungskriterium für präventive Streuentscheidungen herangezogen werden.

Durch die offenen Schnittstellen-Protokolle kann der Wettersensor einfach in bestehende Winterdienstmessnetze eingebunden werden und mit den Steuerungen für Streufahrzeuge direkt kommunizieren. Die Messdatenausgabe unterstützt das Protokoll UMB-Binär.

 

Die eigens entwickelte Software ViewMondo erlaubt die Integration verschiedenster Sensoren in ein Monitoring-System.

Die eigens entwickelte Software ViewMondo erlaubt die Integration verschiedenster Sensoren in ein Monitoring-System.

Weitere Informationen zu den erwähnten Unternehmen:

SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs AG:   www.sweg.de

G. Lufft Mess- und Regeltechnik GmbH:   www.lufft.com

Informationen zu „Marwis“:  www.lufft-marwis.com

Ott HydroMet Group:   www.otthydromet.com


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31. Dezember 2020


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